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Verarbeitung und Kennzeichnung von Formfleisch bei Aspikerzeugnissen unterschiedlicher Art

  • Annette Orellana
65. Arbeitstagung des ALTS
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Gemäß Fußnote 9 der Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse wird die Verarbeitung von Formfleischerzeugnissen bei Ragout fin und stückigen Einlagen von Kochwurst nicht kenntlich gemacht. Zwar gehören Aspikerzeugnisse und Sülzen zu den Kochwürsten, die Anwendung der Fußnote 9 wird jedoch nach eigener Erfahrung nicht einheitlich gehandhabt. Insbesondere bei Erzeugnissen wie „gewürfelter Schinken in Aspik“, „Hähnchenbrust in Aspik“ und anderen Aspikwaren, bei denen auf ein bestimmtes Teilstück hingewiesen wird, kommt es bei fehlender Kennzeichnung der Formfleisch- Verarbeitung zu Beanstandungen. Strittig ist auch die Verarbeitung von Formfleisch in Aspikwaren mit hervorhebenden Bezeichnungen wie z. B. „Delikatess-Fleischsülze“ oder „Kalbfleisch in Aspik Spitzenqualität“. Beispielhaft wird eine Probe „Truthahnbrust-Sauerfleisch aus Truthahnbrust zusammengefügt“ vorgestellt, deren Fleischanteil aus Formfleisch besteht. Die Kennzeichnung wurde von einer Untersuchungseinrichtung als irreführend beanstandet, da die korrekte Bezeichnung als „Formfleisch“ fehlte. Bei konsequenter Anwendung der Fußnote 9 dagegen wäre nicht einmal der Hinweis „aus Truthahnbrustfleisch zusammengefügt“ zu fordern. Ziel des Beitrags ist es, zu einer einheitlichen Beurteilung derartiger Produkte zu gelangen.

1 Eigene Stellungnahme

Fußnote 9 ist dann nicht anzuwenden, wenn die Verkehrsbezeichnung ein bestimmtes Teilstück benennt. Grundsätzlich aber gilt die Fußnote auch für Aspikerzeugnisse; allerdings werden häufig Aliuds als Einlagen verarbeitet, insbesondere bei Aspikwaren mit Einlagen von Geflügel. In diesem Fall ist die Verkehrsbezeichnung entsprechend zu ändern. Bei Erzeugnissen mit hervorhebendem Hinweis wird kein Formfleisch verarbeitet, da dann keine besondere Auswahl des Ausgangsmaterials vorliegt.

2 Beschluss

  1. 1.

    Gemäß Fußnote 9 der Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse (Bei Ragout fin und stückigen Einlagen von Kochwurst wird eine Verwendung von Formfleischerzeugnissen nicht kenntlich gemacht.) wird bei 2.231 „Kochstreichwürste“, 2.232 „Blutwürste“ und 2.233 „Sülzwürste“ die Verwendung von Formfleisch nicht kenntlich gemacht.

     
  2. 2.

    Bei anderen Erzeugnissen (s. LSZ 2.33), in deren Verkehrsbezeichnung auf die Verwendung eines definierten Teilstücks hingewiesen wird (z. B. Hähnchenbrust in Aspik, Truthahnbrust-Sauerfleisch, Schinken in Aspik), wird die Verwendung von Formfleisch kenntlich gemacht.

     
  3. 3.

    Die Kenntlichmachung erfolgt in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung.

     
  4. 4.

    Erfüllen die Einlagen bei Kochwürsten nicht die Anforderungen an Formfleisch (=Aliud), ist eine alternative Verkehrsbezeichnung zu wählen.

     

Copyright information

© Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) 2011

Authors and Affiliations

  • Annette Orellana
    • 1
  1. 1.Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und LebensmittelsicherheitOldenburgGermany

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