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Globale Destillation

II. Anreicherung von „persistenten, bioakkumulierenden, toxischen Substanzen“ und von „sehr persistenten, sehr bioakkumulierenden Substanzen“ in Heringen aus dem Nordatlantik, der Nordsee bzw. der Ostsee
  • T. Stiehl
  • Jürgen Pfordt
  • M. Ende
  • S. Effkemann
  • R. Kruse
  • E. Bartelt
  • W. Peuckert
Article

Zusammenfassung:

Ziel des Projektes „Globale Destillation“ war eine Statuserhebung zum Eintrag von persistenten, bioakkumulierenden und toxischen Substanzen (PBT) oder sehr persistenten und sehr bioakkumulierenden Verbindungen (vPvB) in die Nahrungskette, die derzeit noch nicht regelmäßig erfasst werden. Dazu erfolgte ein Vergleich der Kontaminaten in Heringen aus drei verschiedenen Fanggebieten (Ostsee, Nordsee und Nordatlantik).

Hauptsächlich auf der Grundlage des Technical Guidance Document on Risk Assessment, Part 2 (TDG) der Europäischen Kommission waren zuvor aus einer Vielzahl von Substanzen zehn ausgewählt worden, (a) deren Eigenschaften den Kriterien der PBT bzw. vPvB hinreichend entsprachen, (b) für die bereits praxisbezogen bewährte Nachweisverfahren etabliert waren und (c) deren genauere Analyse in Heringsproben aus verschiedenen Fanggebieten tatsächlichen Wissenszugewinn in Bezug auf die „Globale Destillation“ erwarten ließ. Im Ergebnis wurden unter diesen Prämissen für die geplanten Analysen an Heringsproben folgende Substanzen ausgewählt: Pentachlorphenol, Octachlorstyrol, Pentachlorbenzol, Hexabrom-1,1′-biphenyl (PBB 153), Perfluoroctansulfonsäure, Trifluralin, Pendimethalin, Octamethylcyclotetrasiloxan, 1,2,3-Trichlorbenzol und 1,2,4-Trichlorbenzol.

Ansatzweise können bereits die Ergebnisse dieser ersten Analysen die Hypothese der „Globalen Destillation“ deutlich stützen. So zeigte sich aufgrund des Nachweises dieser zehn ausgewählten Substanzen in den Heringsproben aus dem Atlantik, der Nordsee oder der Ostsee ein differenziertes Belastungsmuster. Während zum Beispiel Heringsproben aus der Nordsee und dem Atlantik mit Decamethylcyclopentasiloxan (D5) im Gegensatz zu den Heringsproben aus der Ostsee vorrangig belastet zu sein scheinen, konnte im Gegensatz dazu nur in allen Heringsproben aus der Ostsee Pentachlorbenzol nachgewiesen werden. Hingegen waren in keiner der untersuchten Heringsproben aus allen drei Fanggebieten die beiden Pflanzenschutzmittel Trifluralin und Pendimethalin signifikant nachweisbar. Ähnlich unterschiedliche Verteilungsmuster gelten auch für die übrigen sechs analysierten Substanzen. Diese unterschiedliche Belastungssituation wird im Hinblick auf die verschiedenen Eintragswege für Schadstoffe in die Fanggebiete Atlantik und Nordsee bzw. Ostsee dargestellt.

Eine Literatur-Recherche der derzeit verfügbaren Belastungswerte innerhalb der Nahrungskette Phytoplankton – Heringe – Robben – Eisbären gibt erste belastbare Belege für eine Bestätigung der Hypothese der „Globalen Destillation“ und ihren unmittelbaren Folgen.

Schlüsselwörter:

Globale Destillation Persistenz Bioakkumulation Ostsee Nordsee Atlantik Schadstoffe 

Abkürzungen:

BG

Bestimmungsgrenze

NG

Nachweisgrenze

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Copyright information

© Birkhaueser 2007

Authors and Affiliations

  • T. Stiehl
    • 1
  • Jürgen Pfordt
    • 1
  • M. Ende
    • 1
  • S. Effkemann
    • 1
  • R. Kruse
    • 1
  • E. Bartelt
    • 1
  • W. Peuckert
    • 2
  1. 1.Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), Lebensmittelinstitut OldenburgOldenburgGermany
  2. 2.Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-VorpommernRostockGermany

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