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Der Gynäkologe

, Volume 31, Issue 3, pp 267–274 | Cite as

Leitung der Mehrlingsgeburt

  • W. Schröder
Zum Thema
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Durch die erzielten Erfolge der assistierten Reproduktion bedingt wird der Geburtshelfer häufiger mit der Leitung von Mehrlingsgeburten betraut. Diese stellen sowohl in personeller als auch organisatorischer Hinsicht eine besondere Herausforderung für die Klinik dar. Infolge der mit durchschnittlich 50 % hohen Frühgeborenenrate muß bei der dementsprechend häufig notwendigen neonatologischen Primärversorgung gewährleistet sein, daß für jedes Mehrlingskind ein personell und apparativ vollständig ausgerüstetes Team zur Verfügung steht. Bei höhergradigen Mehrlingen ist die primäre Sectio als Entbindungsmodus der Wahl anzusehen. Die optimale Geburtsleitung bei Zwillingen wird national wie international kontrovers diskutiert, wobei prospektiv randomisierte Studien fehlen. Während Einigkeit darüber besteht, daß bei in Beckenend- oder Querlage befindlichem 1. Zwilling die Entbindung per primärer Sectio vorgenommen werden sollte, sind die Auffassungen über das optimale geburtshilfliche Vorgehen, insbesondere bei Frühgeborenen vor 32–34 SSW und bei Lageanomalie des 2. Zwillings, unterschiedlich. Angesichts der durch veränderte Indikationsstellung, forensische und organisatorische Gründe zunehmend limitierten Erfahrung vor allem jüngerer Kollegen mit vaginal-operativen Entbindungen bei Beckenend- oder Querlage ist zu betonen, daß die vaginale Geburtsleitung die ausreichende Erfahrung und sichere technische Beherrschung der geburtshilflichen Manöver seitens des Geburtshelfers unbedingt voraussetzt. Neben diesen personellen und organisatorischen Aspekten sind auch die persönliche Vorstellungen der Eltern bei der individuellen Entscheidung zur Geburtsleitung zu berücksichtigen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • W. Schröder
    • 1
  1. 1.Universitäts-Frauenklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, RWTH Aachen

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