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Der Gynäkologe

, Volume 31, Issue 1, pp 47–57 | Cite as

Pränatale Diagnostik beim maternalen Typ-I-Diabetes

  • G. Crombach
  • T. Reihs
  • B. Tutschek
Zum Thema
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Hauptaufgabe der pränatalen Diagnostik beim maternalen Typ-I-Diabetes ist die frühzeitige Erkennung typischer fetaler Komplikationen wie Fehlbildungen, Hydramnion, Makrosomie und Plazentainsuffizienz. Im I. Trimenon stehen neben dem frühen Nachweis einer intakten intrauterinen Gravidität die korrekte Datierung des Geburtstermins und die Messung der „nuchal translucency“ im Vordergrund. Bei Durchführung des biochemischen Serumscreenings im II. Trimenon müssen die um etwa 20 % erniedrigten Serum-AFP-Werte entsprechend korrigiert werden. Die alleinige AFP-Serumanalyse zum Fehlbildungsscreening hat eine geringere Sensitivität (17–34 %) als die ausführliche Sonografie in der 18. bis 22. SSW (56–72 %). Kardiale und nicht-kardiale Fehlbildungen werden mit einer Sensitivität von 66–92 % bzw. 55–80 % erfaßt. Bei Anwendung semiquantitativer Meßmethoden wird das mittlerweile seltene Hydramnion in 30–83 % der Fälle richtig diagnostiziert. Die diabetestypische asymmetrische Makrosomie mit überproportionalem Rumpfwachstum läßt sich mittels Standardbiometrie und daraus resultierender Gewichtsschätzung in 60–70 % der Fälle erfassen. Dopplersonographische Veränderungen des uterinen und fetoplazentaren Gefäßsystems korrelieren nicht mit der maternalen Stoffwechseleinstellung und diabetestypischen neonatalen Komplikationen. Daher ist der klinische Einsatz der Methode in erster Linie bei Diabetikerinnen mit vorbestehenden oder schwangerschaftsbedingten Gefäßkomplikationen sinnvoll. Die sachgerechte Anwendung des gesamten Spektrums der Pränataldiagnostik trägt wesentlich zu einem risikoadaptierten Management bei.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • G. Crombach
    • 1
  • T. Reihs
    • 1
  • B. Tutschek
    • 1
  1. 1.Universitäts-Frauenklinik Düsseldorf

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