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Der Gynäkologe

, Volume 30, Issue 4, pp 326–331 | Cite as

Hormonelle Substitutionstherapie und gynäkologische Malignome

  • O. Ortmann
  • K. Diedrich
  • K.-D. Schulz
Zum Thema
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Die hormonelle Substitutionstherapie bringt neben der Behandlung klimakterischer Beschwerden auch einen Benefit für kardiovaskuläre Erkrankungen und Osteoporose. Es existieren aber auch potentielle Risiken. Diese betreffen insbesondere aus Patientinnensicht die Entwicklung von Malignomen. Hier werden die Risiken bezüglich der Entwicklung von Mamma- und Genitalkarzinomen diskutiert. Zusätzlich wird auf die Möglichkeit einer hormonellen Substitutionstherapie nach Behandlung eines Mamma- oder Genitalkarzinomes eingegangen.

Zervixkarzinom: Keine Risiken, keine Kontraindikation.

Ovarialkarzinom: Ein protektiver Effekt bei der Langzeiteinnahme hormoneller Kontrazeptiva ist gesichert. Für die Substitutionstherapie konnte das jedoch nicht bestätigt werden. Andererseits erscheint das Risiko einer Malignomentstehung aber auch nicht anzusteigen. Eine Kontraindikation nach Behandlung besteht nicht.

Endometriumkarzinom: Hochdosiert und alleinige Östrogengaben führen dosis- und zeitabhängig zu einem 2– bis 20–fach höherem Risiko an einem Malignom des Endometriums zu erkranken. Durch mindestens 10–tägige zusätzliche Gestagengaben läßt sich diese Östrogenwirkung aufheben. Die kombinierte Substitutionstherapie führt sogar zur Minderung des Endometriumkarzinomrisikos im Vergleich zu unbehandelten Frauen. Das behandelte Endometriumkarzinom wird nicht mehr als uneingeschränkte Kontraindikation angesehen.

Mammakarzinom: Die Diskussion um eine potentielle Erhöhung des Erkrankungsrisikos wird seit vielen Jahren kontrovers geführt. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist eine hormonelle Substitutions- therapie mit einer Dauer von bis zu 5 Jahren nicht mit einer Erhöhung des Mammakarzinomrisikos verbunden. Ein geringer Anstieg läßt sich dagegen bei Langzeittherapie (> 10 Jahre) nicht ausschließen. Bestimmte Risikogruppen existieren nach derzeitigem Kenntnisstand nicht.

Das behandelte Mammakarzinom gilt als klassische Kontraindikation gegen den Einsatz einer hormonellen Substitutionstherapie. Dies wird heute von vielen als nicht mehr haltbar angesehen. Andererseits liegen keine Daten größeren Umfangs vor, die die Sicherheit einer hormonellen Substitutionstherapie nach Mammakarzinom belegen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1997

Authors and Affiliations

  • O. Ortmann
    • 1
  • K. Diedrich
    • 1
  • K.-D. Schulz
    • 2
  1. 1.Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Medizinische Universität zu Lübeck
  2. 2.Medizinisches Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Philipps-Universität Marburg

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