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Der Anaesthesist

, Volume 47, Supplement 1, pp S52–S57 | Cite as

Maskeneinleitung und Ein-Lungenventilation mit Sevofluran

  • G. P. Janshon
  • H. Thomas
Sevofluran

Zusammenfassung

Sevofluran mit seinem niedrigen Blut/Gas-Verteilungskoeffizienten und seiner guten Atemwegsverträglichkeit ermöglicht die Induktion der Narkose per inhalationem. In Abhängigkeit von der Wahl der Einleitungstechnik, ob Ruheatmung, tiefe Atemzüge oder Single-Breath-Induction, der inspiratorischen Sevoflurankonzentration und der Zumischung von Lachgas liegen die Induktionszeiten zwischen 41 und 178 s. Wie EEG-Messungen der spektralen Eckfrequenz zeigen konnten, wird bei der Maskeneinleitung in kurzer Zeit ein tiefes Narkosestadium erreicht und aufrechterhalten. Unerwünschte Nebenwirkungen wie Husten, Apnoe und Sekretion treten mit einer Häufigkeit von 2–20% auf. 88 bis 100% der befragten Patienten würden bei einer Wiederholungsnarkose die Maskeneinleitung erneut akzeptieren. Auch die klinischen Erfahrungen lassen Sevofluran für die Maskeneinleitung als sehr geeignet erscheinen.

Der akute Bronchospasmus während der Allgemeinanästhesie stellt mit einer Inzidenz von 1,7% ein seltenes, aber gefürchtetes Ereignis dar. Obwohl Halothan häufig als die Substanz der Wahl bei Patienten mit reaktiven Atemwegen empfohlen wird, gibt es bisher wenig Beweise, daß es beim Menschen effektiver wirkt als andere Inhalationsanästhetika. Sevofluran zeichnet sich durch eine mit anderen Inhalationsanästhetika vergleichbare bronchodilatatorische Wirkung aus. Es besitzt eine hervorragende Atemwegsverträglichkeit und erlaubt durch seinen niedrigen Blut/Gas-Verteilungskoeffizienten eine rasche Steuerung der Narkosetiefe. Diese Eigenschaften und eigene klinische Erfahrungen zeigen, daß Sevofluran für die Anwendung bei Patienten mit reaktiven Atemwegen geeignet ist.

Die Hypoxämie während der Ein-Lungen-Ventilation (ELV) kann mit einer Inzidenz von 9–27% ein Problem darstellen. Während in vitro-Untersuchungen eine Hemmung der hypoxisch-pulmonalen Vasokonstriktion durch Inhalationsanästhetika zeigen, ist dieser Effekt im allgemeinen von geringer klinischer Bedeutung. Die gute Steuerbarkeit, die bronchodilatatorische Wirkung, die hohe anästhetische Potenz und die Möglichkeit der Anwendung hoher inspiratorischer Sauerstoffkonzentrationen ohne intraoperative Awareness sind eindeutige Vorteile der Inhalationsanästhetika. Sevofluran vereinigt diese Eigenschaften in einer Substanz und kann deshalb bei der ELV eingesetzt werden.

Schlüsselwörter Sevofluran Maskeneinleitung Reaktive Atemwege Ein-Lungen-Ventilation 

Abstract

The low blood/gas solubility, the rapid uptake and nonpungent odor permits mask induction with sevoflurane in adults. Depending on the induction techniques (tidal breathing, deep breaths or single-breath induction), the use of nitrous oxide and the concentration of inspired sevoflurane anesthesia can rapidly be induced within 41–178 s. Adverse effects like coughing, breath-holding or increased secretions occur with a low incidence of 2%–20%. Some 88 to 100% of the volunteers or patients would accept a mask induction again. Clinical experience shows that sevoflurane is well indicated for mask induction in adults.

Acute severe bronchospasm is a feared complication of anesthesia with an incidence of 1.7%. Although halothane is often recommended as the agent of choice in patients with reactive airways, there is little evidence in humans that it is more effective than other volatile agents. The bronchodilating effects of sevoflurane are comparable to those of other volatile anesthetics, it produces minimal airway irritation and allows rapid adjustment of anesthetic depth. These properties and our clinical experience suggest that sevoflurane is a useful choice for patients with reactive airways.

Hypoxemia during one-lung ventilation (OLV) occurs in 9–27% of patients and remains a clinical problem. Although hypoxic pulmonary vasoconstriction is directly inhibited by volatile anesthetics in in vitro studies, this effect is usually of minor clinical consequence. The use of volatile anesthetics may be advocated because of their salutory effects on bronchomotor tone, high potency (allowing high inspired concentration of oxygen while avoiding awareness) and rapid adjustment of anesthetic depth. Sevoflurane possesses these attributes and may be useful for OLV.

Key words Sevoflurane Mask induction Reactive airways One-lung ventilation 

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • G. P. Janshon
    • 1
  • H. Thomas
    • 2
  1. 1.Klinik für Anaesthesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität FrankfurtXX
  2. 2.Institut für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Ev. Krankenhaus Mülheim a. d. RuhrXX

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