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Hugo von Hofmannsthals ‘Elektra’. Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Psychopathologie

  • Heinz Politzer
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Literatur

  1. 2).
    Seitenzahlen nach Hugo von Hofmannsthal: Elektra. Dramen II. Frankfurt: Fischer. 1954. S. 7–75.Google Scholar
  2. 43).
    Elsie M. Butler (Hofmannsthal’s ‘Electra’: A Graeco-Freudian Myth. Journal of the Warburg Institute II. [1938–39]. S. 167) hat auf den Dialog vom Tragischen hingewiesen, in dem, nach dem Vorgang Friedrich Nietzsches (und, nebenbei, auch Erwin Rohdes), im Entstehungsjahr von Hofmannsthals Elektra der wendige Linzer Hermann Bahr die Gesamtheit der griechischen Kultur hysterisierte: »Die ganze Kultur der Griechen war denn auch rings von Hysterie beschlichen und umstellt. Wir sehen sie überall lauern, wir hören sie überall röcheln, die Mythen sind voll von ihr, wir spüren sie aus der traumhaft hellen Sprache durch[…]. Aber da hatte die Nation noch die Kraft, eine Anstalt zu erfinden, die ihr half, ihre Hysterie auf die größte Art ›abzureagieren‹. Die Tragödie will in der Tat nichts anderes, als jene beiden Ärzte [Breuer und Freud] tun: sie erinnert ein durch Kultur krankes Volk, woran es nicht erinnert sein will, an seine schlechten Affekte, die es versteckt, an den früheren Menschen der Wildheit, der im gebildeten, den es jetzt spielt, immer noch kauert und knirscht, und reißt ihm die Ketten ab und läßt das Tier los, bis es sich ausgetobt hat und der Mensch, von den schleichenden Dämpfen und Gasen rein und frei, durch Erregung beschwichtigt, bildsam zur Sitte zurückkehren kann[…]« (Berlin: Fischer 1904. S. 21–22.) Hermann Bahr trug eine feine Nase in einem wirren Kopf. Er witterte alle Moden vom fin de siècle bis zum Nationalsozialismus; vif wie Quecksilber, und ebenso unbeständig, zeigte er den Barometerstand der österreichischen und, leider, auch der europäischen Kultur, an. Seine Hysterisierung der Griechen ist hemmungslos übertrieben, weist aber dokumentarisch nach, woher im ersten Jahrzehnt des neuen Säkulums der Wind seine Miasmen trug.Google Scholar

Copyright information

© Metzler 1973

Authors and Affiliations

  • Heinz Politzer
    • 1
  1. 1.BerkeleyUSA

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