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Der Tod des Märtyrers “Macht” und “Moral” in den Trauerspielen von Andreas Gryphius

  • Peter J. Brenner
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Zusammenfassung

Andreas Gryphius diskutiert in seinen Trauerspielen die wichtigste politische Frage seiner Zeit, wie sie von Thomas Hobbes aufgeworfen wurde: Mit der Hinrichtung der Märtyrer stellt er die moralischen Ansprüche des Individuums und die juristischen An-sprüche des Absolutismus gleichberechtigt gegenüber und kommt so in ein unauflösbares Dilemma, das später von der Aufklärung zugunsten der “Moral” entschieden wurde.

Abstract

Andreas Gryphius takes up in his tragedies the most important political question of his time as it was raised by Thomas Hobbes: That is, the equivalence of the moral right of the individual and the absolute right of the state as it is presented in the execution of martyrs. Thus, Gryphius gets himself into an indissoluble dilemma which later was decided by the Enlightenment in favor of the moral rights of the individual.

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Literature

  1. 1.
    Schöne will in seiner Analyse des Carolus Stuardus eine “post-figurale” Gestaltung nachweisen, die den im “faktischen Ereignis verborgenen veritas-Bezug” enthüllt. Vgl. Albrecht Schöne, Säkularisation als sprach bildende Kraft: Studien zur Dichtung deutscher Pfarrersöhne, Palaestra, 226 (1958), S. 74; vgl. auch S. 52. Ähnlich argumentiert Wilhelm Voßkamp, Untersuchungen zur Zeit- und Geschichtsauffassung im 17. Jahrhundert bei Gryphius und Lohenstein, Literatur und Wirklichkeit, 1 (1967), S. 151. In einer Vielzahl von an exponierter Stelle publizierten Beiträgen hat Schings die “konsolatorische” Absicht der Trauerspiele Gryphius’ hervorgehobenGoogle Scholar
  2. 1a.
    vgl. etwa Hans-Jürgen Schings, “Consolatio Tragoediae: Zur Theorie des barocken Trauerspiels,” Deutsche Dramentheorien: Beiträge zu einer historischen Poetik des Dramas in Deutschland, hrsg. Reinhold Grimm (1971), I, 22.Google Scholar
  3. 2.
    Vgl. Harald Steinhagen, “Dichtung, Poetik und Geschichte im 17. Jahrhundert: Ver-such über die objektiven Bedingungen der Barockliteratur,” Deutsche Dichter des 17. Jahrhunderts: Ihr Leben und Werk, hrsg. Harald Steinhagen und Benno v. Wiese (1983), S. 16.Google Scholar
  4. 3.
    Bereits Schöffler hat auf die Einflüsse des modernen Denkens, besonders des Cartesia-nismus, auf Gryphius seit seiner Leydener Zeit hingewiesen; vgl. Herbert Schöffler, Deutsches Geistesleben zwischen Reformation und Aufklärung: Von Martin Opitz zu Christian Wolff 3. Aufl., Das Abendland, N.F. 6 (1974; zuerst 1940), S. 130–138. — Hinweise auf Gryphius’ Interesse an neuzeitlicher Philosophie und Wissenschaft geben auch Hugh Powell, “Andreas Gryphius and the ‘New Philosophy,“’ GLL, 5 (1951/52), 274–278; Conrad Wiedemann, “Andreas Gryphius,” Deutsche Dichter des 17. Jahrhunderts, S. 438CrossRefGoogle Scholar
  5. 3a.
    Peter Michelsen, “Der Zeit Gewalt: Andreas Gryphius, Ermordete Majestät. Oder Carolus Stuardus,” Geschichte als Schauspiel: Deutsche Geschichtsdramen, Interpretationen, hrsg. Walter Hinck (1981), S. 51.Google Scholar
  6. 4.
    Die forcierteste politische Deutung der Trauerspiele wurde vorgetragen von Szarota, die in der Catharina-Handlung eine Spiegelung der politischen Verhältnisse Schlesiens sieht; vgl. Elida Maria Szarota, Geschichte, Politik und Gesellschaft im Drama des 17. Jahrhunderts (1976), S. 132f.; undGoogle Scholar
  7. 4a.
    E.M. Szarota, Künstler, Grübler und Rebellen: Studien zum europäischen Märtyrerdrama des 17. Jahrhunderts (1967), S. 205–208. Diese Auffassung wird unterstützt durch eine theatergeschichtliche Untersuchung, die die Vorbereitungen zur Catharina-Aufführung 1655 am Hof des Piastenherzogs Christian als Akt der Selbstbehauptung gegenüber Habsburg deutet; vgl. Harald Zielske, “Andreas Gryphius’ Trauerspiel Catharina von Georgien als politische ‘Festa Teatrale’ des Barock-Absolutismus,” in Funde und Befunde zur schlesischen Theatergeschichte, zusammengestellt von Bärbel Rudin (1983), I: Theaterarbeit im gesellschaftlichen Wandel dreier Jahrhunderte, Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ostmitteleuropa, A 39, S. 30f. — Reichelt sieht in Gryphius’ Dramen aktuelle Themen der zeitgenössischen Staatsrechtsdiskussion prinzipiell diskutiert und in ihnen einen Entwurf zu einem neuen Modell des “christlich-absolutistischen Staates” vorgelegtGoogle Scholar
  8. 4b.
    vgl. Klaus Reichelt, Barockdrama und Absolutismus: Studien zum deutschen Drama zwischen 167 5 und 1700, Europäische Hoch-schulschriften, I, 387 (1981), S. 55; vgl. auch S. 334. — Wesentlich komplexer angelegt ist Steinhagens Gryphius-Interpretation, die in der Handlungsstruktur und der Figurendarstellung grundlegende Motive neuzeitlichen Denkens — besonders die Idee der Selbstbehauptung des Subjekts — ausmachtGoogle Scholar
  9. 4c.
    vgl. Harald Steinhagen, Wirklichkeit und Handeln im barocken Drama: Historisch-ästhetische Studien zum Trauerspiel des Andreas Gryphius, Studien zur deutschen Literatur, 51 (1977), S. 300 und passim.Google Scholar
  10. 5.
    Die Werke werden — durch Angabe von Akt- und Zeilenzahl — zitiert nach folgender Ausgabe: Andreas Gryphius, Gesamtausgabe der deutschsprachigen Werke, hrsg. Marian Szyrocki und Hugh Powell, Neudrucke deutscher Literaturwerke, N.F. 12, 14, 15, IV (1964), V (1965), VI (1966).Google Scholar
  11. 6.
    So Hans-Jürgen Schings, “Gryphius, Lohenstein und das Trauerspiel des 17. Jahrhun-derts,” in Handbuch des deutschen Dramas, hrsg. Walter Hinck (1980), S. 54f.Google Scholar
  12. 6a.
    Hans-Jürgen Schings, “Catharina von Georgien. Oder Bewehrete Beständigkeit,” in Die Dramen des Andreas Gryphius: Eine Sammlung von Einzelinterpretationen, hrsg. Gerhard Kaiser (1968), S. 65f.Google Scholar
  13. 6b.
    Hans-Jürgen Schings, Die patristische und stoische Tradition bei Andreas Gryphius: Untersuchungen zu den Dissertationes funebres und Trauerspielen, Kölner germanistische Studien, 2 (1966), S. 278. Sellings’ Interpretation der Greuelszenen folgt auchGoogle Scholar
  14. 6c.
    Reinhart Meyer-Kalkus, Wollust und Grausamkeit: Affektenlehre und AffektdarStellung in Lohensteins Dramatik am Beispiel von “Agrippina” Palaestra, 279 (1986), S. 189.Google Scholar
  15. 7.
    Die Quelle liegt in einer sprachlich modernisierten, von E. Susini besorgten Neuedition vor: “Claude Malingre, sieur de Saint-Lazare, et son histoire de Catherine de Géorgie,” EG, 23 (1968), 37–41 (Einleitung), 41–53 (Text).Google Scholar
  16. 8.
    Zu diesem Begriff vgl. Leo Spitzer, “Die klassische Dämpfung in Racines Stil,” Romanische Stil- und Literaturstudien, Kölner Romanistische Arbeiten, 1 (1931), I, 165f.Google Scholar
  17. 10.
    Zu Gryphius’ Abweichungen von seiner Quelle vgl. Zdzislaw Zygulski, Andreas Gryphius’ Catharina von Georgien, nach ihrer französischen Quelle untersucht (1932), S. 29Google Scholar
  18. 10a.
    Gerald Gillespie, “Andreas Gryphius’ Catharina von Georgien als Geschichtsdrama,” in Geschichtsdrama, hrsg. Elfriede Neubuhr, Wege der Forschung, 485 (1980), S. 90.Google Scholar
  19. 11.
    Zur Tradition des “Greuelkatalogs” vgl. Ludwig Fischer, Gebundene Rede: Dichtung und Rhetorik in der literarischen Theorie des Barock in Deutschland, Studien zur deutschen Literatur, 10 (1968), S. 99.Google Scholar
  20. 13.
    Vgl. Henri Plard, “Beständige Mutter/Oder Die Heilige Felicitas,” in Die Dramen des Andreas Gryphius, S. 323. Plard zeigt auch, daß Gryphius’ Übersetzung die Vorlage mit dem Blick auf stärkere Effekte zum Zweck der Affekterregung sowohl stilistisch durchgehend umgearbeitet wie auch inhaltlich im Detail erweitert hat; vgl. ebd., S. 328 f. — Zur Schreckensdarstellung auf den Wanderbühnen vgl. Meyer-Kalkus, Wollust und Grausamkeit, S. 190–197. Weitere Belege gibt Jürg Kaufmann, Die Greuelszene im deutschen Barockdrama (1968), S. 76–89; zu Gryphius S. 90–105. Kaufmann kommt in seiner Dissertation nicht über die Sammlung von Belegstellen und oberflächliche Kommentare hinaus.Google Scholar
  21. 14.
    Vgl. Die Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. von 1532 (Carolina), hrsg. Gustav Radbruch, 6. Aufl., hrsg. Arthur Kaufmann (1984), S. 84f. — Zum historischen Ort der Carolina und dem ihr zugrunde liegenden Rechtsverständnis vgl. Ulrich Eisenhardt, Deutsche Rechtsgeschichte (1984), S. 208–215.Google Scholar
  22. 15.
    Zur Bedeutung dieser Zeremonialisierung der Hinrichtung im zeitgenössischen Rechtssystem vgl. Richard van Dülmen, “Das Schauspiel des Todes: Hinrichtungsrituale in der frühen Neuzeit,” in Volkskultur: Zur Wiederentdeckung des vergessenen Alltags (16.-20. Jahrhundert), hrsg. Richard van Dülmen und Norbert Schindler (1984), S. 205; Richard van Dülmen, Theater des Schreckens: Gerichtspraxis und Straf rituale in der frühen Neuzeit (1985), S. 147f. Mit ihrer Formalisierung weist sich die Hinrichtung als ein hoheitlicher Akt aus, der auf göttliches und profanes Recht, nicht auf individuelle Willkür gegründet ist. — Als demonstrative Wiederherstellung der durch das Verbrechen verletzten “Macht” deutet auch Foucault die “Hinrichtungsliturgie” des 17. und 18. Jahrhunderts in WesteuropaGoogle Scholar
  23. 15a.
    vgl. Michel Foucault, Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses, 4. Aufl. (1981), S. 64–72. — Schlaglichtartig beleuchtet wird die Bedeutung der “Formalisierung” von Exekutionen für das zeitgenössische Rechtsverständnis in einer eher anekdotischen Begebenheit. Sie findet sich in dem Reisebericht von Adam Olearius, der auch Gryphius als eine Quelle für seine Catharina gedient hat: Olearius berichtet über eine Jagd Veranstaltung am Hof des persischen Chach Abas II., bei der der Chach einem seiner Untergebenen wegen eines Fehlverhaltens eigenhändig die Ohren abschneidet. Die deutschen Reisenden vermerken ihr Befremden über diesen Vorfall, weil der Fürst die Prozedur selbst vornimmt und sie nicht durch Heranziehung eines Blutrichters formalisiert.Google Scholar
  24. 15b.
    Vgl. Jill Kohl, “‘Orientalische Reyßbeschreibung’ (1635—1639): Eine unbekannte Handschrift,” Wolfenbütteier Barock-Nachrichten, 10 (1973), 472.Google Scholar
  25. 17.
    Vgl. Jean Bodin, Sechs Bücher über den Staat, Buch I—III, übers. Bernd Wimmer, hrsg. P.C. Meyer-Tasch (1981), S. 472 (III, 4). Dazu Wilhelm Kühlmann, “Der Fall Papinian: Ein Konfliktmodell absolutistischer Politik im akademischen Schrifttum des 16. und 17. Jahrhunderts,” Daphnis, 11 (1982), 228–230; Dieter Nörr, “Papinian und Gryphius: Zum Nachleben Papinians,” Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Romanistische Abteilung, 83 (1966), 313 f.Google Scholar
  26. 19.
    Vgl. Wilhelm Ebel, Geschichte der Gesetzgebung in Deutschland, 2., erw. Aufl., Göttinger rechtswissenschaftliche Studien, 24 (1958), S. 63Google Scholar
  27. 19a.
    Hans Boldt, Deutsche Verfassungsgeschichte: Politische Strukturen und ihr Wandel (1984), I: Von den Anfängen bis zum Ende des älteren deutschen Reiches 1806, S. 224f. — Zu dieser Rechtsauffassung bei Gryphius, die sowohl mit theologischen wie mit rationalistischen Argumenten gestützt wirdGoogle Scholar
  28. 19b.
    vgl. Gustaf Klemens Schmelzeisen, “Staatsrechtliches in den Trauerspielen des Andreas Gryphius,” Archiv für Kulturgeschichte, 53 (1971), S. 96f. und S. 105–111.CrossRefGoogle Scholar
  29. 21.
    Zur der im wesentlichen einer lutherischen Denktradition verpflichteten Auffassung des Widerstandsrechts bei Gryphius vgl. Schmelzeisen, “Staatsrechtliches in den Trauerspielen des Andreas Gryphius,” S. 123f.; Heinrich Hildebrandt, Die Staatsauffas-sung der schlesischen Barockdramatiker im Rahmen ihrer Zeit (1938), S. 74–84.Google Scholar
  30. 26.
    Die naheliegende Vermutung, daß Gryphius’ Gewissens-Begriff in einer lutherischen Tradition steht, läßt sich anhand der Texte nicht bestätigen. Szarota sieht eine “schöpfe-rische Weiterentwicklung” des orthodox gewordenen Luthertums bei Gryphius; vgl. Sza-rota, Künstler, Grübler und Rebellen, S. 208. Dagegen allerdings Erika Geisenhof, Die Darstellung der Leidenschaften in den Trauerspielen des Andreas Gryphius (1957), S. 222–240. — Zu Gryphius’ Distanz zum Luthertum allgemein vgl. auch Wiedemann, “Andreas Gryphius,” S. 454.Google Scholar
  31. 28.
    Zur Identifikation von “Gewissen” und “Meinung” vgl. auch Thomas Hobbes, Leviathan or, The Matter, Form, and Power of a Commenwealth, Ecclesiastical and Civil, in The English Works of Thomas Hobbes of Malmesbury, hrsg. Sir William Molesworth (1839; Neudr. 1962), III, S. 53. — Zur Unterscheidung von “private reason, or conscience” und “public reason” vgl. ebd., S. 436. Zur Unantastbarkeit der Gedanken und des Gewissens durch den Staat vgl. ebd., S. 684 und S. 696f. — Diesen Gedanken hat Hobbes schon in De cive entwickelt: Er begründet hier die Unantastbarkeit des Gewissens (“conscientiae”) mit seiner Fundierung auf dem natürlichen Gesetz (“leges naturae immutabiles et aeternae”). Vgl. Thomae Hobbes Malmesburienses Opera philosophica quae latine scrip-sit omnia in unum corpus, hrsg. Sir William Molesworth (1839–45; Neudr. 1961), II, 195f. — Handlungen gegen das Gewissen und damit gegen das natürliche Recht sind aber legitim und notwendig — um nämlich den Bestand der menschlichen Gemeinschaft zu sichern -, wenn sie auf Befehl des Fürsten vorgenommen werden: Die “Sünde” wird dann dem befehlenden Fürsten, nicht dem zum Gehorsam verpflichteten Untertanen zugeschrieben. Vgl. ebd., S. 286f. — Die Unterscheidung zwischen privater Meinung und ihrem öffentlichen Gebrauch findet sich modifiziert in der Aufklärung wieder: Kant erlaubt den “öffentlichen Gebrauch der Vernunft” dem Gelehrten, der vor sein Publikum tritt; nicht aber dem “Privatmann,” der in seinem öffentlichen Amt nur zurückhaltend und in Über-einstimmung mit seiner Regierung von der Vernunft Gebrauch machen darf: “Hier ist es nun freilich nicht erlaubt, zu räsonnieren; sondern man muß gehorchen.” Immanuel Kant, “Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?,” Werke in zehn Bänden, hrsg. Wilhelm Weischedel (1970), IX, 55f.Google Scholar
  32. 29.
    Vgl. Reinhart Koselleck, Kritik und Krise: Eine Studie zur Pathogenese der bürger-lichen Welt (1973), S. 21; S. 28–30. Diese Auffassung des Gewissens bei Hobbes hat Carl Schmitt, als Verfechter absoluter Staatsansprüche, ebenso scharf wie scharfsichtig gerügt: Sie wird ihm zur “Einbruchstelle des modernen Liberalismus” und zum “Todeskeim, der den mächtigen Leviathan von innen her zerstört“Google Scholar
  33. 29a.
    Carl Schmitt, Der Leviathan in der Staatslehre des Thomas Hobbes (1938), S. 86.Google Scholar
  34. 31.
    Zum Motiv der Vermeidung des Bürgerkriegs bei Hobbes als dem Angelpunkt seiner politischen Theorie vgl. Hobbes, Leviathan, S. 112f.; S. 195f. — Die historischen Grundlagen von Hobbes’ Bürgerkriegsphobie erläutert Peter J. Opitz, “Thomas Hobbes,” in Exempla historica: Epochen der Weltgeschichte in Biographien (1984), XXVIII: Die Konstituierung der neuzeitlichen Welt: Philosophen, S. 129–131. — Zu dem gleichen Motiv bei Gryphius vgl. Wiedemann, “Andreas Gryphius,” S. 461 fGoogle Scholar
  35. 31a.
    Hans-Jürgen Schings, “‘Constantia’ und ‘Prudentia’: Zum Funktionswandel des barocken Trauerspiels,” Daphnis, 12 (1983), S. 416.Google Scholar
  36. 32.
    Vgl. Schöne, Säkularisation als sprachbildende Kraft, S. 52. Das von Schöne an zentraler Stelle eingeführte Argument der fingierten Quelle (vgl. ebd., S. 63) ist inzwischen durch das Auffinden eben dieser Quelle widerlegt; vgl. Karl-Heinz Habersetzer, “‘Tragicum Theatrum Londini’: Zum Quellenproblem in Andreas Gryphius’ Carolus Stuardus,” Euphorion, 66 (1972), 302f.Google Scholar
  37. 32a.
    Janifer Gerl Stackhouse, “In Defense of Gryphius’ Historical Accuracy: The Missing Source for Carolus Stuardus,” JEGP, 71 (1972), 468. — Michelsen hat die “figurale” Interpretation des Carolus Stuardus in eine politische umgedeutet; vgl. Michelsen, “Der Zeit Gewalt,” S. 62f.Google Scholar
  38. 35.
    Vgl. John Locke, Two Treatises of Government, in The Works of John Locke (1823; Neudr. 1963), V, 414f. (II, § 131); S. 420f. (II, § 137). — Einer der wesendichen Unterschiede zu Hobbes’ Staatstheorie besteht bei Locke darin, daß die Bürger nicht ein für allemal und für alle folgenden Generationen ihre Rechte abtreten, sondern daß jeder Bürger neu, stillschweigend oder ausdrücklich, seine Zustimmung zur Regierung bekunden muß. Vgl. ebd., 409 (II, § 119). — Zu Lockes StaatstheorieGoogle Scholar
  39. 35a.
    vgl. Walter Euchner, Naturrecht und Politik bei John Locke (1979), S. 198–205.Google Scholar
  40. 37.
    Stryk hatte im Zusammenhang mit der Ketzerfrage den Gedanken ausgeführt, daß der Staat nur gegenüber Handlungen, nicht aber gegenüber bloßer Gesinnung — wie sie die Ketzerei darstellt — ein Recht auf Sanktionen hat. Vgl. Hagen Hof, “Samuel Stryk (1640–1710),” in Deutsche Juristen aus fünf Jahrhunderten: Eine biographische Einführung in die Rechtswissenschaft, hrsg. Gerd Kleinheyer und Jan Schröder (1976), S. 278. — Zur Ausformulierung des Gedankens bei Thomasius, daß die “innere Haltung” der Bürger, vor allem in bezug auf Glaubensangelegenheiten, keinem staatlichen Zwang unter-worfen werden darf, vgl. Klaus Luig, “Christian Thomasius,” in Staatsdenker im 17. und Jahrhundert: Reichspublizistik, Politik, Naturrecht, hrsg. Michael Stolleis (1977), S. 243Google Scholar
  41. 37a.
    Erik Wolf, Große Rechtsdenker der deutschen Geistesgeschichte, 4., durchges. u. erw. Aufl. (1963), S. 381.Google Scholar
  42. 38.
    Vgl. Lothar Bornscheuer, “Trauerspiele,” in Zwischen Gegenreformation und Früh-aufklärung: Späthumanismus, Barock 1572–1740, hrsg. Harald Steinhagen, Deutsche Literatur: Eine Sozialgeschichte, hrsg. Horst Albert Glaser (1985), III, 273.Google Scholar
  43. 39.
    Vgl. Conrad Wiedemann, “Barockdichtung in Deutschland,” in Neues Handbuch der Literaturwissenschaft, hrsg. Klaus v. See, X: Renaissance und Barock, Teil II, hrsg. August Buck (1972), S. 181 f.; Conrad Wiedemann, “Barocksprache, Systemdenken, Staatsmentalität: Perspektiven der Forschung nach Barners Barockrhetorik,” in Internationaler Arbeitskreis für deutsche Barockliteratur: Erstes Jahrestreffen in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel 27.-31. August 1973. Vorträge und Berichte, Dokumente des Internationalen Arbeitskreises für deutsche Barockliteratur, 1 (1976), S. 29.Google Scholar
  44. 40.
    Auf Elemente der “Dynamisierung,” mit denen Gryphius die statische Harmonie des Alexandriners auflockert, hat schon Beissner hingewiesen; vgl. Friedrich Beissner, “Deutsche Barocklyrik,” in Formkräfte der deutschen Dichtung: Vom Barock bis zur Gegenwart, hrsg. Hans Steffen, 2., durchges. Aufl. (1967), S. 41–43; S. 52.Google Scholar

Copyright information

© Metzler 1988

Authors and Affiliations

  • Peter J. Brenner
    • 1
  1. 1.RegensburgDeutschland

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