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Das innere Jenseits des Dialogs Zur Poetik der Willensschwäche im intimen Drama um 1900 (Gerhart Hauptmann, Johannes Schlaf)

  • Ingo Stöckmann
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Zusammenfassung

Am ›intimen Drama‹ lässt sich um 1900 eine signifikante Überschneidung zwischen dem Diskurs der Willensschwäche und Innovationen im Bereich der dialogischen Technik beobachten. Entsprechend treten in Texten von Gerhart Hauptmann und Johannes Schlaf Momente einer modernen Wahrnehmung hervor, die den zentralen Anteil des Naturalismus an der Genese der ästhetischen Moderne belegen.

Abstract

The intimate drama‹ around 1900 shows a significant overlap of innovations in the technique of the dialogue and a discourse that deals with the lack of willpower. The works of Gerhart Hauptmann and Johannes Schlaf display characteristics of a modern perception and demonstrate how strongly naturalist literature is involved in the creation of aesthetic modernism.

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Literature

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    Vgl. für einen tendenziell beliebigen, aber prominenten Beleg die noch jüngst bei Petra Kuhnau, »Auch eine Geschichte der Brüder Buddenbrook. Zur Dialogizität von Hysterie und Neurasthenie in Thomas Manns Roman«, Scientia Poetica 9 (2005), 136–174, dokumentierten Deutungskontroversen um die neurasthenische Identität der Mannschen Figuren.Google Scholar
  41. 46.
    Die Verbindung von Wille und Aufmerksamkeitssteuerung ruht auf einem Bewusstseinsmodell, in dem die Wahrnehmungsobjekte schrittweise von einer dynamischen und nur diffus organisierten Peripherie in ein Zentrum bewusster und aktiver Apperzeption aufrücken. In der Konsequenz dieser Konstruktion ist es begründet, dass die Erfahrung kohärenter Wirklichkeitsgehalte nicht mehr aus dem ›Wesen‹ dieser Wirklichkeit und ihrer analogischen Wiedergabe hergeleitet, sondern allein in den flüchtigen Momenten ihrer apperzeptiven ›Konstruktion‹ begründet werden kann. Wille und Aufmerksamkeit bilden daher Momente einer aktiven Organisation der wahrgenommenen Welt, die so lange diskontinuierlich bleibt, wie das Bewusstsein nicht über Mechanismen verfügt, die in die Vielzahl optischer und akustischer Attraktionen eingreifen und eine begrenzte Zahl ihrer Gehalte isolieren. Diesem überaus einflussreichen Modell, in dem, wie bei Wilhelm Wundt, Wille und Aufmerksamkeit apperzeptiv zur Deckung gelangen, ist die Psychologie des 19. Jahrhunderts vor allem darin gefolgt, dass sie Wundts Unterscheidung zwischen einem visuellen Gesamtfeld — dem »Blickfeld« — und einem zentrierenden Fokalpunkt — dem »Blickpunkt« — aufgenommen und die Willensleistungen an die apperzeptive Funktion des »Blickpunkts« gebunden hat. Vgl. nur Wilhelm Wundt, Grundzüge der physiologischen Psychologie [1874], 3. Bd., 3. Aufl., Leipzig 1908, 306–364; 2. Bd., Leipzig 1874, 235f. undGoogle Scholar
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    Eschle (Anm.46), 86, nennt u.a.: Die »zufällige[] Klangähnlichkeit« durch »Reime und Assonanzen«, das Überspringen von »Zwischenvorstellungen« in der »Ideenassoziation«, die »Logorrhoe«, die Reihung von »Vorstellungen ohne Satzbildung«, das » rasche [] Plappern zusammenhangsloser Worte« und das » sinnlose [] Gefasel (›Verbigeration‹)«. Vielfach beschrieben ist zudem die »Heterophemie«, d.h. das unwillkürliche Verwenden des » gegenteilige [n] Wort[s] von dem, welches benützt werden sollte«. Vgl. Beard (Anm. 49), 32f.; Franz Carl Müller (Hrsg.), Handbuch der Neurasthenie, Leipzig 1893, 106.Google Scholar
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    Delius (Anm. 2) lässt Schlafs Dramen ebenso unberücksichtigt wie Streisand (Anm. 3). Berücksichtigt wird Schlaf dagegen in der bereits genannten Studie von Kafitz (Anm.2), 316ff. und (weitgehend inhaltsgleich) in Ders., »Struktur und Menschenbild naturalistischer Dramatik«, Zeitschrift für deutsche Philologie 97 (1978), 225–255, hier: 243 ff. Kafitz’ Schlaf-Monographie deutet die Texte primär mit Blick auf die bewusstseinsgeschichtliche Entwicklung des Autors. Vgl. Kafitz (Anm. 56), 71–82. Vergleichsweise umfangreiche, aber in erster Linie am inhaltlichen Verlauf der Stücke orientierte Kommentare bieten Ernst Sander, Johannes Schlaf und das naturalistische Drama, Diss. Rostock 1922, 67–83 undGoogle Scholar
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    Raleigh Whitinger, Johannes Schlaf and German Naturalist Drama, Drawer, Columbia 1997, 144–164. — Was die Aufführungs- und Publikationsgeschichte der Stücke anbelangt, sind für zwei der vier Dramen — Die Feindlichen und Weigand - Aufführungen nicht belegt. Vgl. Kafitz (Anm. 56), 74 bzw. 79. Gertrud wurde am 24. April 1898 am Berliner Residenztheater aufgeführt, der Erstdruck erscheint zeitgleich bei Johann Sassenbach und in der verlagseigenen Zeitschrift Neuland. Vgl. Kafitz (Anm. 56), 71. Der Bann erschien als Schlussstück der Novellensammlung Die Kuhmagd und Anderes (1900). Die Uraufführung fand am 20. Oktober 1901 am Berliner Theater statt. Vgl. Sander, 79.Google Scholar
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    Das entsprechende diskursive Feld verläuft zwischen der ›kulturtheoretischen‹ Essayistik Max Nordaus, in der die »unbewusste Suggestion« als psychosozialer Normalzustand figuriert, der Masse als hypnotischer »Gemeinschaftsseele« (Le Bon), in der die Einzelwillen zu einem suggestiblem Gesamtwillenskörper verschmelzen, und Tardes Soziologie, die den Gesellschaftsbegriff von einem auf unbewusster Nachahmung beruhenden état hypnotique her begreift. Eine narrative Ausgestaltung der ›suggestiven Stadt‹ findet sich in Schlafs 1900 erschienenem Roman Das dritte Reich, in dem die urbanen Streifzüge der Hauptfigur Emanuel Liesegang mehrfach zu hypnotischen Entindividuationen ausphantasiert werden. Bezeichnenderweise ist die intertextuelle Referenz Maupassants Erzählung Der Horla. Vgl. Johannes Schlaf, Das dritte Reich. Roman [1900], Dresden 1923, 132, 199.Google Scholar
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    Vgl. Susanne Lüdemann, Mythos und Selbstdarstellung. Zur Poetik der Psychoanalyse, Freiburg 1994 und Erhart (Anm.4), 100ff., 339ff.Google Scholar
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© Metzler 2007

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  • Ingo Stöckmann
    • 1
  1. 1.KonstanzDeutschland

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