Advertisement

Gewalt und Gesetzeskraft Leo Strauss, oder die Wiederkehr eines großen Philologen

  • Harald Seubert
Article
  • 17 Downloads

Zusammenfassung

Der Beitrag geht Leo Strauss ‘Begriff der politischen Philosophie und seinem Denkstil, einer spezifischen Hermeneutik der Differenz, nach. Strauss ‘Rekonstruktion der „Querelle des anciens et des modernes“, sein Tyrannis-Begriff — in verschlüsselter Auseinandersetzung mit dem Jahr 1933 — und seine Aneignung der platonisch-sokrarischen Frage erweisen sich als große Variationen des Lebensproblems von Gesetz und Recht einerseits, Gewalt andrerseits.

Abstract

This contribution looks into Leo Strauss ‘notion of political philosophy and explores his way of thinking, a specific differential hermeneutics. Strauss ‘reconstruction of the ‚Querelle des anciens et des modernes‘, his conception of tyranny — representing an enciphered struggle with the year 1933 -, as well as his appropriation of the platonic socratic question, turn out to be great variatons of the vital problem that arises between law and justice on the one hand and power on the other.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Hier folge ich der Ankündigung in Heinrich Meier, Die Denkbewegung von Leo Strauss. Die Geschichte der Philosophie und die Intention des Philosophen, Stuttgart u. a. 1996, 47 ff.Google Scholar
  2. 1a.
    Siehe auch die präzise Bezeichnung der Editorischen Prinzipien im „Vorwort des Herausgebers“ in: Leo Strauss, Gesammelte Schriften, I, Stuttgart u.a. 1996, IXff.Google Scholar
  3. 3.
    Dazu klassisch: Heinrich Meier, Carl Schmitt, Leo Strauss und ‚Der Begriff des Politischen‘. Zu einem Dialog unter Abwesenden, Stuttgart u.a. 1988.Google Scholar
  4. 4.
    Clemens Kauffmann, Leo Strauss zur Einführung, Hamburg 1997.Google Scholar
  5. 7.
    Vgl. dazu unter anderem Victor Gourevitch, „Philosophy and Politics“, Review of Metaphysics 22 (1968), 58 ff. und 281 ff.Google Scholar
  6. 7a.
    sowie Nathan Tarcov, Thomas L. Pangle, „Epilogue. Leo Strauss and the History of Political Philosophy“, in: Leo Strauss, Joseph Cropsey (Hrsg.), History of Political Philosophy, 3. ed., Chicago, London 1987, 907–938Google Scholar
  7. 7a.
    sowie Heinrich Meier, „Leo Strauss“, in: Bernd Lutz (Hrsg.), Metzler Philosophen-Lexikon, 2. Aufl., Stuttgart u.a. 1996, 860–865.Google Scholar
  8. 7a.
    Im Blick auf Arendt auch Elisabeth Young-Bruehl, Hanna Arendt, Leben und Werk, Frankfurt/Main 1986, 155 und 244.Google Scholar
  9. 8.
    Vgl. insbesondere: Kenneth L. Deutsch, Walter Nigorski (Hrsg.), Leo Strauss. Poli tical Philosopher and Jewish Thinker, London 1994Google Scholar
  10. 8.
    und Alan Udoff, Leo Strauss ‘Thought. Toward a Critical Engagement, London 1991.Google Scholar
  11. 9.
    Vgl. dazu die treffenden Erwägungen von Heinrich Meier, Die Denkbewegung von Leo Strauss (Anm. 1), 19 ff.Google Scholar
  12. 21.
    Vgl. dazu Strauss, „Anmerkungen zu Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen“. Hier nach dem Wiederabdruck durch Heinrich Meier, Carl Schmitt, Leo Strauss (Anm. 3), 99 ff. Erstmals erschien die Abhandlung in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozial politik 67/6 (1932), 732–749.Google Scholar
  13. 25.
    Das Gedicht, das in einer großartigen dichterischen Schau das Wesen von Spinozas Denken zu erfassen erlaubt, findet sich in: Jorge Luis Borges, Gesammelte Werke, II: Gedichte 1969–1976, übers. Curt Mayer-Classon, München 1980, 148.Google Scholar
  14. 44.
    Dazu sehr scharfsichtig Rudolph Berlinger, „Individuum und Weltgeschichte. Eine philosophische Meditation“, in: Hubertus Busche u.a. (Hrsg.), Bewußtsein und Zeit- lichkeit. Ein Problemschnitt durch die Philosophie der Neuzeit, Würzburg 1990, 89–103. Camus ‘Wort wird hier zitiert nach Georges-Arthur Goldschmidt, „Noch einmal Albert Camus“, FAZ 26.7. 1997.Google Scholar
  15. 45.
    Vgl. dazu jetzt mit den Referenzen auf die wichtigsten Beiträge zur Diskussion: Hans Krämer, „Piatons Ungeschriebene Lehre“, in: Theo Kobusch, Burkhard Mojsisch (Hrsg.), Piaton. Seine Dialoge in der Sicht neuer Forschungen, Darmstadt 1996, 249–276. Wie wenig die Tübinger und Mailänder Platon-Schule (Krämer, Gaiser, Reale u.a.) allein den Subtilitäten von Schleiermachers Platon-Deutung gerecht werden, zeigen sehr schlüssig Peter M. Steiner und Jörg Jantzen in ihren einleitenden Abhandlungen zu: Schleiermacher, Über die Philosophie Piatons, Hamburg 1996, XXIIIff. Wenn denn einmal von Seiten der Tübinger Platon-Exegese eine Auseinandersetzung mit Strauss versucht wird, so geschieht dies meist in wenig fairer und in wenig kenntnisreicher Weise.Google Scholar
  16. 45a.
    Ein Beispiel ist: Thomas Alexander Szlezâk, „Piatons ‚undemokratische ‘Gespräche“, AGORA. Zu Ehren von Rudolph Berlinger. Sonderband der Perspektiven der Philosophie 13 (1987), 347–369, insbesondere 352, Anm. 10.Google Scholar
  17. 46.
    Vgl. dazu Konrad Gaiser, Piatons ungeschriebene Lehre, Tübingen 1963, 320 ff.Google Scholar
  18. 55.
    Vgl. die vollständige Edition: Barry Cooper (Hrsg.), Faith and Political Philosophy. The Correspondence between Leo Strauss and Eric Voegelin 1934–1964, Penn State Press 1993. Im folgenden wird zitiert nach der Auswahl bei Peter J. Opitz (Hrsg.), Eric Voegelin, Alfred Schütz, Leo Strauss und Ar on Gurwitsch, Briefwechsel über „Die Neue Wissenschaft der Politik“, Freiburg u.a. 1993, hier 46.Google Scholar
  19. 56.
    Gadamer, Gesammelte Werke, II, Tübingen 1986, 414 mit Blick auf Strauss. Vgl. auch: Strauss, „Correspondence with Hans-Georg Gadamer Concerning Wahrheit und Methode“, Independent journal of Philosophy 2 (1978), 5 ff. Zur Sache auch: „Letter to Helmut Kuhn“, ebd., 23 ff.Google Scholar
  20. 57.
    Vgl. dazu Gadamers Auseinandersetzung mit Strauss im Blick auf die Piaton- Interpretation: Gadamer, Gesammelte Werke, X, Tübingen 1995, 250 f. und 417. Da es mir hier um die Profilierung beider Denkarten geht, kann ich auf die Explikation der Details des Gesprächszusammenhangs verzichten. Gadamer hat aber, ebenso wie Löwith, in seiner Heidelberger Zeit seine Schüler nachhaltig auf Leo Strauss aufmerksam ge macht. Vgl. als Beleg der subtilen Strauss-Auseinandersetzungen aus diesem Kreis: Man fred Riedel, Metaphysik und Metapolitik. Studien zu Aristoteles und zur politischen Sprache der neuzeitlichen Philosophie, Frankfurt/Main 1975, 20 ff. u.ö.Google Scholar
  21. 58.
    Vgl. Gerhard Krüger, Philosophie und Moral in der Kantischen Kritik, 2. Aufl., Tübingen 1967, 236. Die in der Neuausgabe mitabgedruckten Anhänge illustrieren diesen Gedanken.Google Scholar

Copyright information

© Metzler 1999

Authors and Affiliations

  • Harald Seubert
    • 1
  1. 1.Halle a. d. S./NürnbergDeutschland

Personalised recommendations