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Nach- oder Nebeneinander? Die Zeitlichkeit des seriellen Erzählens im Rolandslied

  • Susanne Reichlin
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Zusammenfassung

Im Rolandslied des Pfaffen Konrad werden gleich strukturierte Kampfepisoden seriell aneinandergereiht, ohne dass deutlich wird, ob die Szenen nach- oder neben-einander geschehen. Der Aufsatz fragt nach der Zeitlichkeit dieser Passagen und diskutiert die Textmodelle, die einer solchen Analyse zugrunde gelegt werden können.

Abstract

The Middle High German Song of Roland narrates a number of similar battle episodes without indicating, whether they occur in parallels or in series. The paper examines the temporality of this mode of narration und discusses the assumptions on textuality, that form the basis of the analysis.

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Literature

  1. 2.
    Zitiert wird das Rolandslied (RL) nach Das Rolandslied des Pfaffen Konrad, hrsg. Carl Wesle. 3. durchges. Aufl. bes. von Peter Wapnewski, ATB 69, Tübingen 1985, nach der einzig vollständig überlieferten Handschrift P (Heidelberg, Cpg 112). Um der Lesbarkeit willen werden die Abkürzungen aufgelöst. Vgl. zur Kritik an Wesles Edition Dieter Kartschoke, »Zum Rolandslied«, Euphorion 63 (1969), 405–420; herangezogen wurde deshalb auch die normalisierte Edition desselben: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, hrsg., übers, und kommentiert von Dieter Kartschoke, RUB 2745, Stuttgart 1993.Google Scholar
  2. 2a.
    Seit Dieter Kartschoke, Die Datierung des deutschen Rolandsliedes, Stuttgart 1965, wird die Spätdatierung auf 1172 anerkannt.Google Scholar
  3. 2b.
    Vgl. jedoch die Zusammenfassung der jüngsten Überlegungen zu einer Datierung auf 1185 bei Thordis Hennings, Französische Heldenepik im deutschen Sprachraum. Die Rezeption der Chansons de Geste im 12. und 13. Jahrhundert. Überblick und Fallstudien, Beiträge zur älteren Literaturgeschichte, Heidelberg 2008, 92f.Google Scholar
  4. 2c.
    Vgl. zum RL im Kontext der deutschen Chansons de geste-Rezeption ebd., 18–111, sowie Bernd Bastert, Helden als Heilige. Chanson-degeste-Rezeption im deutschsprachigen Raum, Bibliotheca Germanica 54, Tübingen 2010, insbes. 78–85, 121–124, 140–161.Google Scholar
  5. 3.
    Hans-Hugo Steinhoff, Die Darstellung gleichzeitiger Geschehnisse im mittelhochdeutschen Epos: Studien zur Entfaltung der poetischen Technik vom Rolandslied bis zum »Willehalm«, Medium aevum 4, München 1964, 107.Google Scholar
  6. 5.
    Die vom Erzähler behauptete Anzahl der Kämpfer (meist zwölf) und die Anzahl der Genannten stimmen fast nie überein. Bei der Fürstenvorstellung treten acht (V. 3540–3812) statt zwölf (V. 3813f.) Kämpfer vor Marsilie; s.u. Anm. 85. Vgl. zu diesen Unstimmigkeiten Hans Henning Pütz, Die Darstellung der Schlacht in mittelhochdeutschen Erzähldichtungen von 1150 bis um 1250, Hamburger philologische Studien 15, Hamburg 1971, 38f., 58; Waldtraut-Ingeborg Geppert, »Christus und Kaiser Karl im deutschen Rolandslied«, PBB 78 (1956), 349–373, hier: 360.Google Scholar
  7. 10.
    Dazwischen folgt eine längere Passage (V. 5631–5968), in der zu großen Teilen nochmals das geschieht, was als Beginn des zweiten Teils der Schlacht bereits erzählt worden ist (V. 5191–5630). Dies führt zu vielen logischen Unstimmigkeiten (z. B. dem Wiederauftauchen von bereits toten Figuren) und wird meist überlieferungsgeschichtlich erklärt. Karl-Ernst Geith, »Zur Stellung des Rolandsliedes innerhalb der Überlieferung der Chanson de Roland«, Wolfram-Studien 11 (1989), 32–46, hier: 38, und ders., »daz buoch... gescriben ze den Karlingen. Zur Vorlage des deutschen Rolandsliedes«, in: Franz Norbert Mennemeier, Conrad Wiedemann (Hrsg.), Deutsche Literatur in der Weltliteratur. Kulturnation statt politischer Nation?, Kontroversen, alte und neue: Akten des 7. Internationalen Germanistenkongresses 9, Göttingen 1986, 137–142, begründet die Wiederholungen damit, dass Konrads Vorlage auf eine Lücke in der Oxforder Handschrift (nach L. 113) reagiert und es dabei zu Umstellungen großer Textpartien gekommen sei. Daneben wurden die Wiederholungen und Unstimmigkeiten aber auch als bewusste Gestaltung interpretiertGoogle Scholar
  8. 10a.
    vgl. Hans-Erich Keller, »La place du Ruolantes liet dans la tradition rolandienne«, in: ders., Autour de Roland. Recherches sur la chanson de geste, Nouvelle bibliothèque du Moyen âge 14, Paris, Genève 1989, 203–234, hier: 233Google Scholar
  9. 10b.
    Danielle Buschinger, »Le curé Konrad, adaptateur de la Chanson de Roland«, Cahiers de civilisation médiévale 26 (1983), 95–115, hier: 103. Weitere Literaturhinweise dazu bei Kartschoke 1993 (Anm. 2), Kommentar zu V. 5631.CrossRefGoogle Scholar
  10. 11.
    Dieses enge Verständnis des seriellen Erzählens grenzt sich von einem weiten ab, dem entsprechend alles additive oder episodische Erzählen auch »seriell« ist; vgl. Harald Haferland, Armin Schulz, »Metonymisches Erzählen«, DVjs 84 (2010), 3–43, hier: 11. Ebensowenig soll das serielle Erzählen mit dem paradigmatischen Erzählen gleichgesetzt werden, wie dies Rainer Warning tut: »Physiognomik und Serialität. Beschreibungsverfahren bei Balzac und Robbe-Grillet«, in: ders., Die Phantasie der Realisten, München 1999, 77–88, hier: 84; vgl. dazu auch Anm. 15. Es ist zudem von sog. seriellen Erzähl-oder Schwanksammlungen abzugrenzenCrossRefGoogle Scholar
  11. 11a.
    so Peter Strohschneider, »Kippfiguren. Erzählmuster des Schwankromans und ökonomische Kulturmuster in Strickers Amis«, in: Jan-Dirk Müller (Hrsg.), unter Mitarbeit von Elisabeth Müller-Luckner, Text und Kontext. Fallstudien und theoretische Begründungen einer kulturwissenschaftlich angeleiteten Mediävistik, Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien 64, München 2007, 163–190, hier: 169.Google Scholar
  12. 12.
    Definition im Anschluss an Hans Krah, »Serie«, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, 3. Aufl., Berlin 1997–2003, III [2000], 433–435, hier: 433Google Scholar
  13. 12a.
    und Christine Blättler, »Überlegungen zu Serialität als ästhetischem Begriff«, Weimarer Beiträge 49 (2003), 502–516, die von der postmodernen Philosophie ausgehend verschiedene Definitionen auffächert.Google Scholar
  14. 17.
    Vgl. Steinhoff (Anm.3), 100–107; Pütz (Anm.5), 46–54; Gerhard Zimmermann, Die Darstellung der Zeit in der mittelhochdeutschen Epik im Zeitraum von 1150–1220, Kiel 1951, 96–99.Google Scholar
  15. 19.
    Steinhoff (Anm.3), 106f. unterstellt eine »Gleichzeitigkeit der Angriffe«, die nacheinander erzählt würden; ebenso Zimmermann (Anm. 17), 97f., und Helmut de Boor, Die Deutsche Literatur. Von Karl dem Großen bis zum Beginn der höfischen Dichtung. 770–1170, Geschichte der deutschen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart 1, München 1949, 244. Pütz (Anm. 5), 45–50, argumentiert dagegen für die ChdR (38) und für das Rolandslied für ein Nacheinander. Er verweist dafür auf einzelne syntaktische Fügungen und die »zeitgenössische Kriegstechnik«. Auch er gibt aber zu, dass es nicht eindeutig zu entscheiden sei (47f.).Google Scholar
  16. 22.
    Stricker stellt im Karl die Schlachtepisoden eindeutig als Nacheinander dar: Dô dife zwô beiden fchar I beide mit dem tôde gar I eine ende bâten genomen, / dô fâhen fi die dritten komen (V. 5385–5388; vgl. auch 5231–5235). Er fügt auch eine Passage ein, in der ein Heide die Kampfstrategie erklärt (V. 4680–4700; vgl. auch 4905–4907). Vgl. Der Stricker, Karl der Große, hrsg. Karl Bartsch, Deutsche Neudrucke. Reihe Texte des Mittelalters, Berlin 1965, Nachdruck der Ausg. Quedlinburg, Leipzig 1857. Dies wurde bereits in den 60er Jahren erkannt und zum Argument für die noch nicht ausgebildeten Fähigkeiten des Autors des Rolandsliedes gemacht, vgl. Pütz (Anm. 5), 52f. Vgl. zu Strickers Karl im Verhältnis zum Rolandslied auchGoogle Scholar
  17. 23.
    Uta Störmer-Caysa, Grundstrukturen mittelalterlicher Erzählungen. Raum und Zeit im höfischen Roman, Berlin 2007, 79: »Im Unterschied zum modernen Erzählen wird in vormodernen Erzählungen das gleichmäßige Walten einer einzigen Zeitzählung oder Zeitrechnung über die gesamte fiktionale Welt hin nicht als der semantisch leere Normalfall angesehen.«CrossRefGoogle Scholar
  18. 23a.
    Harald Haferland, Matthias Meyer, »Einleitung«, in: dies. (Hrsg.), Historische Narratologie — Mediävistische Perspektiven, TMP 19, Berlin 2010, 3–15, hier: 7, sowie dies., »Streitgespräch«, in: ebd., 429–444, wo insbesondere diskutiert wird, ob man erzähltheoretisch von einer »Modernitätsschwelle« auszugehen habe, vor der sich bestimmte narratologische Begriffe nicht sinnvoll anwenden lassen.CrossRefGoogle Scholar
  19. 23b.
    Vgl. auch Monika Fludernik, »The Diachronization of Narratology. Dedicated to F. K. Stanzel on his 80th birthday«, Narrative 11 (2003), 331–348, die jedoch ein Modell skizziert, das eher traditionell erzählerische Entwicklungen, die tendenziell die Komplexität des Erzählens steigern, verfolgt.CrossRefGoogle Scholar
  20. 24.
    Günther Müller, Die Bedeutung der Zeit in der Erzählkunst. Bonner Antrittsvorlesung 1946, Bonn 1947, hier: 15, entwickelt diese Unterscheidung in Analogie zur Unterscheidung von »Lebenszeit« und »Erlebniszeit«, wobei er die Erzählzeit als Buchseiten fasst (12). Er zielt mit der Unterscheidung v.a. darauf, die sinnstiftende Funktion von erzählender Raffung und Dehnung genauer analysieren zu können (12–20).Google Scholar
  21. 24a.
    Rainer Warning, »Erzählen im Paradigma. Kontingenzbewältigung und Kontingenzexposition«, Romanistisches Jahrbuch 52 (2002),, hier: 199, kritisiert daran zu Recht, dass damit nicht nur die Zeitsemantiken außen vor gelassen werden, sondern auch vernachlässigt wird, dass »in jeder Geschichte Zeit nicht einfach als temporale Erstreckung der Geschichte präsent ist, sondern selbst Gegenstand der Erzählung werden kann. «Google Scholar
  22. 29.
    Clemens Lugowski, Die Form der Individualität im Roman, eingeh v. Heinz Schlaffer, Frankfurt a. M.21994, entwickelt am Beginn seiner Untersuchung zu Wickrams Prosaromanen ein Beschreibungsinstrumentarium, das bis heute für das vormoderne Erzählen verwendet wird: »Linearität« und »Isolierung«, d.h. unverbundene, aber linear dargestellte Erzähleinheiten (21f., 53–61, 81); »Motivation von hinten«, d.h. die »einzelnen Glieder hängen mit dem herausspringenden Resultat notwendiger zusammen als untereinander«, dies wird oft auch als ‚finale Motivation bezeichnet (hier: 66, 79, vgl. zudem 26, 66–81); Wiederholungen, die die »Besonderheit einer Situation« aufheben und zeitlos Identisches sichtbar machen (32, 61–66). Alle diese Elemente verbindet gemäß Lugowski, dass die einzelne Szene »überfremd[et]« wird, d.h. durch »Ganzheit der Dichtung« bestimmt wird (62, 68, 71).Google Scholar
  23. 30.
    Die sog. finale Motivation erfährt im Anschluss an Lugowski unterschiedliche Ausgestaltungen: Mat’ias Mart’inez, »Fortuna und Providentia. Typen der Handlungsmotivation in der Faustinianerzählung der Kaiserchronik«, in: ders., Formaler Mythos. Beiträge zu einer Theorie ästhetischer Formen, Explicatio, Paderborn u. a. 1996, 83–100, sowie ders.Google Scholar
  24. 30a.
    Michael Scheffel, Einführung in die Erzähltheorie, München 1999, 111–119, unterscheidet zwischen einer intradiegetischen Finalität und einer kompositorischen.Google Scholar
  25. 30b.
    Anne Sophie Meincke, Finalität und Erzählstruktur. Gefährdet Didos Liebe zu Eneas die narrative Kohärenz der Eneide Heinrichs von Veldekef, Stuttgart 2007, 142–148, 254–262, kritisiert daran überzeugend, dass Finalität hier ex negativo als Absenz kausaler Strukturen und dementsprechend zu stark ontologisch-deterministisch und zu wenig erzähltechnisch gedacht werde. Es werde zu oft von einem finalen Ereignis in Sinne eines »einzigen« und eines »letzten« Ereignisses ausgegangen, anstatt zu berücksichtigen, dass ein Element einer Erzählung immer auf mehrere Elemente bezogen ist (255–258).Google Scholar
  26. 30c.
    Vgl. zudem Harald Haferland, »Kontingenz und Finalität«, in: Cornelia Herberichs, Susanne Reichlin (Hrsg.), Kein Zufall. Konzeptionen von Kontingenz in der mittelalterlichen Literatur, Historische Semantik 13, Göttingen 2010, 337–363, hier: 352, der »Finalität« stärker metonymisch versteht: »Es ist die Finalität des Erzählens, die das Verhältnis des Einzelnen zu seinen Teilen hier [bei Lugowskis »Gebundenheit«] überhaupt erst konstituiert.«Google Scholar
  27. 31.
    Jan-Dirk Müller, Spielregeln für den Untergang. Die Welt des Nibelungenliedes, Tübingen 1998, 87–98, hier: 90; sowie ders., »Motivationsstrukturen und personale Identität im Nibelungenlied. Zur Gattungsdiskussion um ‚Epos‘ oder ‚Roman‘«, in: Fritz Peter Knapp (Hrsg.), Nibelungenlied und Klage. Sage und Geschichte, Struktur und Gattung, Heidelberg 1987, 221–256, hier: 254f., bezieht sich auf Lugowski, geht aber stärker von historisch und medial veränderbaren Erzählformen aus. Er nimmt an, dass die mündliche oder sich als mündlich stilisierende Epik eine »Tendenz zur isolierenden szenischen Ausarbeitung« aufweist (92), und untersucht, wie überlieferungsgeschichtlich Kohärenz gebildet bzw. die isolierten Szenen (»buchepisch«) integriert werden: Bei Handschrift B sei der »Bedeutungsgehalt der Szene [...] wichtiger als die lineare Verknüpfung einer Begebenheit mit der folgenden [...] und [darüber sei] die Szene enger auf den übergreifenden Zusammenhang [...] bezogen.« (90)CrossRefGoogle Scholar
  28. 32.
    Haferland, Schulz (Anm. 11), 5. Sie schließen an Lugowski an und fordern, die »Akausalität« als Ausdruck eines »metonymisch verfassten Denkens« zu verstehen, d.h. als Partizipation des »Teilaspekts« an einer »Gesamtheit« (12, 22). Sie konzipieren die Metonymie sowohl kognitionspsychologisch (als mentale Kontiguität 5f., 13f., 17f., 22) als auch rhetorischnarratologisch: Die aneinandergereihten Episoden werden durch Wiederholungen »paradigmatisiert«, d.h. zur Ganzheit (24). Vgl. dazu auch Armin Schulz, »Fremde Kohärenz. Narrative Verknüpfungsformen im Nibelungenlied und in der Kaiserchronik«, in: Haferland, Meyer (Anm. 23), 339–360, hier: 353f., 356, der aufzeigt, dass Material aus unterschiedlichen Quellen nicht logisch, sondern durch die metonymische Partizipation an gleichen Themen und die kontiguitäre Nachbarschaft verknüpft wird.Google Scholar
  29. 32a.
    Vgl. zudem Harald Haferland, »Metonymie und metonymische Handlungskonstruktion. Erläutert an der narrativen Konstruktion von Heiligkeit in zwei mittelalterlichen Legenden«, Euphorion 99 (2005), 323–359.Google Scholar
  30. 35.
    Vgl. neben Anm. 32, für die kognitionspsychologische Konzeption: Harald Haferland, »Das Mittelalter als Gegenstand der kognitiven Anthropologie. Eine Skizze zur historischen Bedeutung von Partizipation und Metonymie«, PBB 126 (2004), 36–64. Für die narratologische Ausrichtung: Schulz (Anm. 32), 352–358. Er nimmt an, dass heterogene Elemente und Ebenensprünge einerseits durch Kontiguität auf der Textoberfläche (also z.B. durch Wortwiederholungen oder Rekurrenzen zwischen Figuren- und Erzählerrede oder Haupt- und Binnennarration) und andererseits durch Partizipation am gleichen thematischen Feld verknüpft werden.Google Scholar
  31. 37.
    Anzuschließen ist hier an Markus Stock, Kombinationssinn. Narrative Strukturexperimente im Straßburger Alexander, im Herzog Ernst B und im König Rother, MTU 123, Tübingen 2002, hier: 28, der analysiert, wie die »additive Reihung« von Episoden durch »Äquivalenzen [ergänzt wird]«. Diese »korrelative Sinnstiftung« bzw. der »(semantisierte) Raum« entstehe aber erst durch die Bewegung des Protagonisten (30). Für die Kaiserchronik betont er die Verschiedenheit der Äquivalenzrelationen, die nicht auf einen »Erzähltyp«, sondern höchstens auf einen ähnlichen »Sinngenerator« schließen lassen (71).Google Scholar
  32. 39.
    Am positiv konnotierten hermeneutischen Zirkel wird u.a. kritisiert, dass Verstehen immer als »volles oder richtiges Verstehen« verstanden wird und nicht zwischen zeitlich und qualitativ unterschiedlichen Verstehensmomenten (z.B. Antizipation von Sinn vs. Erfassen eines Zusammenhangs) differenziert wird; Klaus Weimar, »Hermeneutischer Zirkel«, Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, 3. Aufl., Berlin 1997–2003, II [2000], 31–33, hier: 31f. Diese Kritik gilt m.E. auch für das metonymische oder finale Erzählen.Google Scholar
  33. 40.
    Rainer Warning, »Die narrative Lust an der List. Norm und Transgression im Tristan«, in: ders., Gerhard Neumann (Hrsg.), Transgressionen. Literatur als Ethnographie, Rombach Wissenschaft. Litterae 98, Freiburg 2003, 175–212, hier: 185.Google Scholar
  34. 43.
    Historisch hat sich das Verständnis von ‚syntagmatisch/paradigmatisch‘ deutlich verändert. Ausgangspunkt der Gegenüberstellung ist gewöhnlich die Saussure’sche Unterscheidung von »syntagmatischen und assoziativen Beziehungen«; vgl. Ferdinand de Saussure, Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, Hrsg. Charles Bally, Albert Sechehaye, übers. Herman Lommel, Berlin 19672, 147–156. Unter »syntagmatischen Beziehungen« versteht er die Beziehungen der Worte eines Satzes oder Textes aufgrund ihrer linearen »Verkettung« (147). Die »assoziativen Beziehungen« (»rapports associatifs«) konzipiert er dagegen als differenzielles System verschiedener möglicher (mentaler) »Assoziationsgruppen«, in deren Schnittpunkt sich ein Wort befindet (151, 155). Der Satz oder das Syntagma entsteht durch die Auswahl eines Wortes aus einer Assoziationsgruppe, die wiederum durch syntagmatische »Typen« bzw. Vorgaben reduziert wird (155f.). Es handelt sich somit bei Saussure um zwei unterschiedliche Beziehungsformen, eine lineare und eine systemische. Von zwei »Achsen« bzw. einem »System von Gleichwertigkeiten zwischen Dingen verschiedener Ordnung« spricht Saussure (94f.) nur im Hinblick auf das Verhältnis von synchronen und diachronen Beziehungen (i.e. »Achse der Gleichzeitigkeit« vs. »Achse der Aufeinanderfolge«).Google Scholar
  35. 43a.
    Louis Hjelmslev, Prolegomena zu einer Sprachtheorie, Übers. Rudi Keller, Ursula Scharf, Georg Stötzel, Linguistische Reihe 9, München 1974, 34, bezeichnet die »assoziativen« Beziehungen dann als »paradigmatische«, um den psychologistischen Prämissen Saussures zu entgehen.Google Scholar
  36. 43b.
    Roman Jakobson, »Poetik und Linguistik«, in: Poetik. Ausgewählte Aufsätze 1921–1971, Hrsg. Elmar Holenstein, übers. Tarcisius Schelbert, Frankfurt a.M. 1979, 83–121, wiederum verknüpft die Rede zweier Achsen (bzw. gleichwertiger Ordnungen) mit den beiden kategorial unterschiedlichen Beziehungsformen (paradigmatisch vs. syntagmatisch). Anders als Saussure geht es ihm nicht um die Aktualisierung von Sinn und damit um dem Text vorausgehende Assoziationsgruppen (Paradigmen), sondern um die im Text zu beobachtenden Äquivalenzen. Er analysiert, wie insbes. in lyrischen Texten einzelne Wortgruppen wiederholt werden. Dadurch bilden sich im Text (durch Äquivalenzen und Rekurrenzen) Paradigmen aus (deren Ordnung nicht der Abfolge der Texteinheiten entspricht). Das meint der vielzitierte Satz der Projektion des Äquivalenzprinzips von der paradigmatischen auf die syntagmatische Achse (93f.). Während also das Paradigma bei Saussure ein dem Text vorangehendes mentales System von Zeichen beschreibt, steht es bei Jakobson für im Text hergestellte systematischformale Beziehungen. M.E. sollten diese doch sehr unterschiedlichen Verwendungsweisen von ‚Paradigma‘ (von denen sich Warning erneut unterscheidet) genauer unterschieden werden (vgl. dazu auch Anm. 47). Diesbezüglich wäre bei ‚paradigmatisch‘ auch die Bedeutung ‚beispielhaft‘ abzugrenzen; vgl. Haferland, Schulz (Anm. 11), 9f., die auch dieses Bedeutungsfeld für das paradigmatische Erzählen fruchtbar machen wollen.Google Scholar
  37. 50.
    Rainer Warning, »Fiktion und Transgression«, in: ders., Ursula Peters (Hrsg.), Fiktion und Fiktionalität in den Literaturen des Mittelalters. FS Jan-Dirk Müller, München 2009, 31–55, hier: 46–49.Google Scholar
  38. 53.
    Beate Kellner, Tobias Bulang, »Wolframs Willehalm: Poetische Verfahren als Reflexion des Heidenkriegs«, in: Peter Strohschneider (Hrsg.), Literarische und religiöse Kommunikation in Mittelalter und Früher Neuzeit. DFG-Symposion, Berlin 2009, 124–160, analysieren, wie die Semantik des Glaubenskampfes durch paradigmatische Verweise bzw. durch die Bezüge unterschiedlicher Zweikampf-Konstellationen aufeinander relativiert werden.Google Scholar
  39. 57.
    Konrad sagt bekanntlich im Epilog, er habe seine Vorlage zuerst ins Lateinische und dann ins Deutsche übersetzt (V. 9080–9083).Google Scholar
  40. 57a.
    Vgl. dazu Dieter Kartschoke, »in die latine bedwungin. Kommunikationsprobleme im Mittelalter und die Übersetzung der Chanson de Roland durch den Pfaffen Konrad«, PBB 111 (1989), 197–209. Dies wird z.T. auch als Autorisierungsgeste gedeutetGoogle Scholar
  41. 57b.
    vgl. Marion Oswald, Gabe und Gewalt. Studien zur Logik und Poetik der Gabe in der frühhöfischen Erzählliteratur, Historische Semantik 7, Göttingen 2004, 303.CrossRefGoogle Scholar
  42. 58.
    Marcus Castelberg, »Eschatologische Aspekte im Rolandslied des Pfaffen Konrad. Zu den herrschaftstheologischen Implikationen weifischer Auftragswerke«, in: Eckart C. Lutz u.a. (Hrsg.), Literatur und Wandmalerei L Erscheinungsformen höfischer Kultur und ihre Träger im Mittelalter. Freiburger Colloquium 1998, Tübingen 2002, 47–82, hier: 53–55, spricht von einer »textintegrierte [n] Glossierung der Handlung« anstelle der »aneinandergereihten ‚Bildparzellen‘« der ChdR.Google Scholar
  43. 58a.
    Vgl. zudem Herbert Backes, Bibel und Ars praedicandi im Rolandslied des Pfaffen Konrad, Philologische Studien und Quellen 36, Berlin 1966Google Scholar
  44. 58b.
    Friedrich-Wilhelm Wentzlaff-Eggebert, Kreuzzugsdichtung des Mittelalters. Studien zu ihrer geschichtlichen und dichterischen Wirklichkeit, Berlin 1960, 82–98CrossRefGoogle Scholar
  45. 58c.
    Ferdinand Urbanek, »Lob- und Heilsrede im Rolandslied des Pfaffen Konrad. Zum Einfluß einer Predigt-Spezies auf einen literarischen Text«, Euphorion 71 (1977), 207–229, hier: 229, der die Reden nach »lateinischen Predigt-Mustern strukturiert« siehtGoogle Scholar
  46. 58d.
    Friedrich Ohly, »Beiträge zum Rolandslied«, in: Ludger Grenzmann u.a. (Hrsg.), Philologie als Kulturwissenschaft: Studien zur Literatur und Geschichte des Mittelalters. FS Karl Stackmann, Göttingen 1987, 90–135, hier: 90Google Scholar
  47. 58e.
    sowie Friedrich Ohly, »Zum Dichtungsschluß Tu autem, domine, miserer nobis«, DVjs 47 (1973), 26–68.CrossRefGoogle Scholar
  48. 59.
    Roland strebt z. B. im RL weniger nach weltlicher Ehre als in der ChdR. Diese Umdeutung zeigt sich v.a. bei der veränderten Motivierung des verweigerten Hornrufes, vgl. RL, V. 3845–3998; ChdR, L. 83–88. Zur Umdeutung Geneluns vgl. Ohly 1987 (Anm. 58), 90–130, und Friedrich Ohly, »Die Legende von Karl und Roland«, in: L. Peter Johnson u.a. (Hrsg.), Studien zur frühmittelhochdeutschen Literatur. Cambridger Colloquium 1971, Berlin 1974, 292–243Google Scholar
  49. 59a.
    Karl Stackmann, »Karl und Genelun. Das Thema des Verrats im Rolandslied des Pfaffen Konrad und seinen Bearbeitungen«, Poetica 8 (1976), 258–280, hier: 261–272.Google Scholar
  50. 60.
    Man geht davon aus, dass es sich hierbei um Heinrich den Löwen und seine Frau Mathilde handelt. Die Stiftung des RLs wird dementsprechend als Teil der Herrschaftsrepräsentation und -politik von Heinrich gedeutet; vgl. Karl Bertau, »Das deutsche Rolandslied und die Repräsentationskunst Heinrichs des Löwen«, in: Joachim Bumke (Hrsg.), Literarisches Mäzenatentum, Darmstadt 1982, 331–370Google Scholar
  51. 60a.
    Karl-Ernst Geith, Carolus Magnus. Studien zur Darstellung Karls des Großen in der deutschen Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts, Bibliotheca Germanica 19, München, Bern 1977, 113–124Google Scholar
  52. 60b.
    Eckart C. Lutz, »Herrscherapotheosen. Chrestiens Erec-Roman und Konrads Karls-Legende im Kontext von Herrschaftslegitimation und Heilssicherung«, in: Christoph Huber u.a. (Hrsg.), Geistliches in weltlicher Literatur und Weltliches in geistlicher Literatur des Mittelalters, Tübingen 2000,, 92–97, 102–104Google Scholar
  53. 60c.
    Annette Gerok-Reiter, »Der Hof als erweiterter Körper des Herrschers. Konstruktionsbedingungen höfischer Idealität am Beispiel des Rolandsliedes«, in: Christoph Huber, Henrike Lähnemann (Hrsg.), Courtly Literature and Clerical Culture. Selected Papers from the 10th triennial congress of the International Courtly Literature Society, Tübingen 2002, 77–92, 87–89; Oswald (Anm. 57), 307–317.Google Scholar
  54. 62.
    Rose Beate Schäfer-Maulbetsch, Studien zur Entwicklung des mittelhochdeutschen Epos. Die Kampf Schilderung in »Kaiserchronik«, »Rolandslied«, »Alexanderlied«, »Eneide«, »Liet von Troye« und » Willehalm«, 2 Bde., GAG 22/23, Göppingen 1972, 379–383, hier: 380f.; vgl. auch Pütz (Anm. 5),; Wentzlaff-Eggebert (Anm. 58), 77–82, betont (allzu) einseitig, dass in der ChdR (insbes. im ersten Teil) die »Kreuzzugsidee« kaum präsent sei. Im RL dagegen seien die »nationalen und ritterlichen Züge [...] zurückgedrängt« und stattdessen stehe der religiöse Gegensatz von Franken und Sarazenen im Vordergrund. Ähnlich Geith (Anm. 60), 90; Ohly 1987 (Anm. 58), 95–105. Dagegen beschreibt Kartschoke 1965 (Anm. 2), 144, die ‚Umprägung ins Geistliche‘ bereits als »Cliché«, das er dann differenziert diskutiert.Google Scholar
  55. 63.
    Marianne Ott-Meimberg, Kreuzzugsepos oder Staatsroman? Strukturen adeliger Heilsversicherung im deutschen »Rolandslied«, MTU 70, Zürich, München 1980, 76–78. So in der Folge auch Oswald (Anm. 57), 252–255, die zeigt, wie im RL der Begriff des Opfers neu eingesetzt wird. Vgl. aber auch die bereits sehr differenzierte Diskussion der »politischen Dimension« des RLs bei Kartschoke 1965 (Anm. 2), 141–158.Google Scholar
  56. 64.
    Bastert (Anm. 2), 175–180. Er beobachtet zudem einen veränderten Rekurs auf hagiographische Diskurse (269–293); vgl. dazu auch Ulrich Ernst, »Kollektive Aggression in der Chanson de Roland und im Rolandslied des Pfaffen Konrad. Die Idee des Gottesfriedens als Legitimationsmodell für Reconquista und weifische Expansionspolitik«, Euphorion 82 (1988), 211–225, hier: 222f.Google Scholar
  57. 67.
    Die Laissenstrophe fassonierende Zehnsilber mit unterschiedlicher Strophenlänge) ist nicht nur bis in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts die Standardform für die Chansons de geste, sondern ihr wurde auch entscheidende Bedeutung für die Struktur der ChdR zugeschrieben. Vgl. Jean Rychner, La chanson de geste. Essai sur l’art épique des jongleurs, Genève 1955, 117–125, hier: 124: »L’impression [...] est donc celle d’une chanson construite, et construite à partir de la laisse. [... ] La laisse a été pour l’auteur du Roland l’unité narrative, l’unité dramatique, l’unité lyrique.«Google Scholar
  58. 67a.
    Vgl. dazu Kurt Kloocke, Joseph Bédiers Theorie über den Ursprung der Chansons de geste und die daran anschließende Diskussion zwischen 1908 und 1968, GAG 33/34, Göppingen 1972, 404f.Google Scholar
  59. 68.
    Die Zäsur zwischen den Strophen ist wahrscheinlich auch musikalisch überbrückt worden; vgl. Antje Missfeldt, »Ein Vergleich der Laisseneinheiten in der Chanson de Roland (Hs. O) mit der Abschnittstechnik in Konrads Rolandslied«, ZfdPh 92 (1973), 321–338, hier: 323f., geht von einer »Schlußmelodie« aus, die den letzten Vers (bzw. bei gradversigen Laissen die beiden letzten Verse) hervorhebt. Darauf folge ein textloses Melodiestück, das wahrscheinlich durch die Buchstaben AOI angezeigt wird. Vgl. dazu auch Rychner (Anm. 67), 68–71Google Scholar
  60. 68a.
    Dorothea Kullmann, »Das Rolandslied (ca. 1095)«, in: Ulrich Mölk (Hrsg.), Mittelalter, Stauffenburg Interpretationen. Französische Literatur, Tübingen 2008, 45–72, hier: 48.Google Scholar
  61. 69.
    Rychner (Anm. 67), 74–80, unterscheidet mindestens vier Formen der »reprise« und bezeichnet die oben beschriebene als »enchaînement«. Vgl. auch Dominique Boutet, La chanson de geste. Forme et signification d’une écriture épique du Moyen Age, Paris 1993, 118–124, der noch weitere Unterscheidungen einführt. Für den Vergleich dieser Wiederholungsformen mit dem RL siehe Missfeldt (Anm. 68), 324–327.Google Scholar
  62. 70.
    Rychner (Anm. 67), 80–82, bezeichnet dies auch als »reprise bifurquée«. Vgl. auch Erich Auerbach, »Rolands Ernennung zum Führer der Nachhut des fränkischen Heeres«, in: ders., Mimesis. Dargestellte Wirklichkeit in der abendländischen Kultur, Bern 1946, 95–119, hier: 102, der davon spricht, dass »häufig vom gleichen Ausgangspunkt in verschiedener Richtung oder verschieden weit vorgestoßen« werde. Vgl. zudem Boutet (Anm. 69), 124f., der von einem »trou« in der Narration spricht und dem einen destabilisierenden Effekt zuschreibt, weil die Übereinstimmung von Form, Rhythmus und Semantik aufgebrochen werde.Google Scholar
  63. 71.
    Rychner (Anm. 67), 92–106. Boutet (Anm. 69), 125–128, radikalisiert dies, wenn er postuliert, dass hier die Wiederholung an sich signifikant werde. Vgl. auch Auerbach (Anm. 70), 103, der den »laisses similaires« und »parallèles« eine ähnliche Wirkung zuschreibt, nämlich dass die »kausalen, modalen, ja sogar temporalen Beziehungen verschwimmen«. Vgl. zudem Missfeldt (Anm. 68), 332–335; Kulimann (Anm. 68), 62f.; Joseph J. Duggan, The Song of Roland. Formulaic style and poetic craft, Berkelev 1973, 41f., 99–109, 122–124.Google Scholar
  64. 75.
    Ernst Robert Curtius, »Zur Literarästhetik des Mittelalters 1«, Zeitschrift für romanische Philologie 58 (1928), 1–232, hier: 217–220; Auerbach (Anm. 70), 107f.; Kloocke (Anm. 67), 309–313; Boutet (Anm. 69), 34–64.CrossRefGoogle Scholar
  65. 99.
    Martin Przybilski, »Ein Leib wie ein Fels oder: Von der Schönheit des Blutvergießens. Gewalt und Ästhetik im Rolandslied des Pfaffen Konrad«, Eupborion 101 (2007), 252–272, geht deshalb zu weit, wenn er vorschlägt, dass die dargestellte Gewalt im RL an sich sinnstiftend wirke (263, 272).Vgl. dagegen die differenzierte Darstellung des miles oder athletha christi bei Bastert (Anm. 2), 266–268; 278–280.Google Scholar
  66. 99a.
    Vgl. auch Jeffrey Ashcroft, »Miles Dei — Gotes Ritter. Konrad’s Rolandslied and the evolution of the concept of christian chivalry«, in: William H. Jackson (Hrsg.), Knighthood in medieval literature. Woodbridge 1981, 54–74.Google Scholar
  67. 120.
    Vgl. die Kommentare zu Lk 23,43 bei Hans Klein, Das Lukasevangelium, Kritisch-exegetischer Kommentar über das Neue Testament 1/3, Göttingen 200610, 709–711, der die Stelle als Indiz für eine individuelle Eschatologie des Lukas liest.Google Scholar
  68. 120a.
    Michael Wolter, Das Lukasevangelium, Handbuch zum Neuen Testament 5, Tübingen 20088, 760f.Google Scholar
  69. 120b.
    Wolfgang Wiefel, Das Evangelium nach Lukas, Theologischer Handkommentar zum NT 3, Berlin 1987, 399f.Google Scholar
  70. 123.
    Breviarium Romanum ex decreto SS. Concilii Tridentini restitutum. Tom. 1, Ratisbonae, Romae 1862, 184: H’odie Christus natus est: h’odie Salv’ator app’aruit: h’odie in terra canunt Angeli, lœt’antur Arch’angeli: h’odie ex’ultant justi [...]. Vgl. Anton Baumstark, »Die Hodie-Antiphonen des römisches Breviers und der Kreis ihrer griechischen Parallelen«, Die Kirchenmusik (1909), 153–160.Google Scholar
  71. 126.
    Es wäre zu klären, inwiefern die Liturgie, in der das serielle Reihen ein wichtiges Stilmittel ist, auch als möglicher zeitgenössischer Bezugspunkt für das serielle Erzählen zu verstehen ist. Vgl. dazu Bruno Quast, Vom Kult zur Kunst. Öffnungen des rituellen Textes in Mittelalter und Früher Neuzeit, Bibliotheca Germanica 48, Tübingen u.a. 2005, hier: 141–154, der die Übertragungen vom »ritengestützten Wiederholungsprinzip« zum künstlerischen Hymnus untersucht. Wichtig ist, dass er betont, dass nicht von einer Ablösung der »rituellen Repetition« durch die »ästhetische Variation« auszugehen ist, sondern dass der Geltungsanspruch der Prätexte transformiert wird (143).Google Scholar

Copyright information

© Metzler 2012

Authors and Affiliations

  • Susanne Reichlin
    • 1
  1. 1.ZürichSwitzerland

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