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Journal für Mathematik-Didaktik

, Volume 29, Issue 1, pp 20–45 | Cite as

Zur Entwicklung und Förderung Beweglichen Denkens im Mathematikunterricht Eine empirische Längsschnittuntersuchung

  • Jürgen Roth
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Zusammenfassung

Beim Lösen mathematischer Probleme und im Zusammenhang mit der Begriffsbildung ist es oft hilfreich, eine gegebene Situation in Gedanken zu verändern. Man versucht dabei, die Auswirkungen der Veränderung zu antizipieren und damit zu argumentieren. Der vorliegende Artikel befasst sich mit diesem „Beweglichen Denken”. Nach einer knappen Eingrenzung des Begriffs „Bewegliches Denken” ist der Schwerpunkt die Darstellung einer empirischen Längsschnittuntersuchung über ein ganzes Schuljahr in fünf 7. Klassen bayerischer Gymnasien. Es ging dabei um die Untersuchung der Frage, ob „Bewegliches Denken” in einem Schuljahr entwickelt und gefördert werden kann und ob evtl. ein Transfer der dabei angeeigneten Fähigkeiten von einem Inhaltsbereich auf andere möglich wird.

Abstract

During the process of solving mathematical problems or trying to understand mathematical concepts it is often helpful to vary a given situation mentally. One tries to anticipate the effects of this variation and to argue with these effects. This article deals with this kind of “dynamical thinking”. Starting with a short outline of the theoretical concept “dynamical thinking” the emphasis in the following is on the analysis of an empirical longitudinal study covering a whole year in five 7th grade classes of Bavarian grammar schools. The aim of this study was to investigate whether “dynamical thinking” can be developed and promoted and whether students are able to transfer acquired abilities into other areas.

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© GDM - Gesellschaft für Didaktik der Mathematik 2008

Authors and Affiliations

  1. 1.Didaktik der MathematikUniversität WürzburgWürzburgDeutschland

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