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Über die Wirkung der Erwärmung auf das Zentralnervensystem, insbesondere auf die Großhirnrinde

  • Wilhelm Trendelenburg
Article

C. Kurze Zusammenfassung der Versuchsergebnisse.

Ausgehend von neueren Angaben über die Wirkung der Erwärmung und Abkühlung auf die Wärmezentren des Gehirns wcrden in dcr vorliegenden Arbeit die früher an der Großhirnrinde und anderen Teilen des Zentralnervensystems durchgeführten Versuche, eine reizlose vorübergehende Ausschaltung zu erzielen, mit Erwärmung vorgenommen. An der Medulla oblongata gibt besonders der Blutdruck ein gegensätzliches Verhalten des Erfolges der Erwärmung von dem der Abkühlung an. Bei letzterer erfolgt stets ein Druckabfall; bei ersterer aber tritt ein Druckanstieg ein, der meist mit allgemeiner Unruhe des Tieres einhergeht, ohne von ihr ausgelöst zu werden. An der Großhirnrinde (Extremitätengegend) lassen sich zwar an der Katze, dem Hunde und dem Affen unter Umständen Ausschaltungen erzielen (örtliche Wärmelähmung), aber sie verlaufen nicht in der Weise reizlos, wie es bei Kühlungen stets der Fall ist. Ja, beim Hunde ließen sich sogar leicht vollständige epileptische Anfälle ohne dauernde Schädigung des Tieres und unter Umständen auch der Hirnrinde auslösen und beim Affen klonische Arm- und Beinkrämpfe erhalten, ohne daß im letzteren Falle gleichzeitig ein Anzeichen von Ausschaltung der Rindenfunktionen notwendig voranzugehen brauchte. Es ist zu hoffen, daß diese Auffindung eines weiteren Mittels, epileptische Anfälle leicht hervorzurufen, für die experimentelle Untersuchung der Epilepsie von Nutzen sein wird.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1913

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Trendelenburg
    • 1
  1. 1.physiologischen Institut zu InnsbruckDeutschland

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