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Zur Symptomatologie der Lähmung des sympathischen Grenzstranges

  • Leopold Bodenheimer
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Zusammenfassung

  1. 1.

    Klinische Erfahrungen sprechen dafür, daßalle schweißerregenden Nervenfasern durch den Grenzstrang gehen; diese Tatsache scheint auch nach den experimentellen Ergebnissen den meisten Forschern wahrscheinlich oder fast sicher.

     
  2. 2.

    Die Existenz schweißhemmender Fasern ist durch neuere Experimente, die denenDiedens widersprechen, in Frage gestellt.

     
  3. 3.

    Unser Fall bestätigt für den Menschen die beim Tier gemachte Erfahrung, daß die Schweißnerven das Rückenmark nicht in derselben Höhe verlassen wie die entsprechenden Spinalnerven.

     
  4. 4.

    Die Schweißfasern für den Oberschenkel gehen oberhalb des 11. sympathischen Dorsalganglions durch den Grenzstrang, die für den Unterschenkel laufendurch dieses Ganglion und zum Teil auch unterhalb, die für den Fuß alle unterhalb; und zwar ist anzunehmen, daß letztere direkt unterhalb dieses Ganglions verlaufen. Es ist so mit großer Wahrscheinlichkeit auch anzunehmen, daß die Schweißnerven für den Fuß des Menschen — ebenso wie für die Katzenpfote — durch den R. comm. des 1. und 2. Lumbainerven, vielleicht auch schon durch den 12. Dorsalnerven zum Grenzstrang ziehen.

     
  5. 5.

    Nach klinischen Beobachtungen verlaufen im Sympathicus trophische Fasern, deren Unterbrechung zu Ausfallserscheinungen führt. Jedenfalls aber hat der Sympathicus direkten oder indirekten Einfluß auf gewisse Wachstumserscheinungen, besonders auch der Haut und ihrer Anhangsgebilde.

     
  6. 6.

    Eine Sympathicuslähmung kann so auch zu einer Depigmentierung der Iris auf der gelähmten Seite führen; es gibt also eineneurogene Irisheterochromie. Diese kann auch inspäterem Lebensalter auftreten.

     
  7. 7.

    Das Fehlen einzelner Symptome bei bestimmten Läsionen des Sympathicus ist vielleicht durch den zu hohen Sitz der Erkrankung oder durchunvollständige Leitungsunterbrechung zu erklären. Der Beweis für meine Vermutung, daß eine Irisheterochromie nur bei Mitbeteiligung des Brustsympathicus bzw. beivölliger Unterbrechung der Verbindung desselben mit dem Halssympathicus vorkommt, wird weiteren Beobachtungen überlassen bleiben müssen.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1924

Authors and Affiliations

  • Leopold Bodenheimer
    • 1
  1. 1.Medizinischen Universitäts-Klinik Fŕeiburg i. B.Deutschland

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