Forstwissenschaftliches Centralblatt

, Volume 107, Issue 1, pp 197–202 | Cite as

Fledermausschutz und-ansiedlung im Wald; Erfolge und Probleme

  • W. Schwenke
Article

Zusammenfassung

Mit der Schaffung künstlicher Höhlen in den an Naturhöhlen armen Wirtschaftswäldern läßt sich die Fledermausdichte erheblich steigern. In einem 2400 Hektar großen Versuchswald bei Geisenfeld/Obb. stieg die Zahl der Fledermausindividuen von 279 in 1450 Kunsthöhlen im Jahre 1982 auf 444 in 1950 Kunsthöhlen im Jahre 1986. Gleichzeitig stieg die Quote der mit Fledermauskot belegten Kunsthöhlen von 19% auf 45%. Aufgrund der Abhängigkeit der Fledermausindividuenzahl vom Kontrollzeitpunkt bzw der Temperatur sowie vom obligatorischen Schlafquartierwechsel (Mehrfachzählung), bildet der Fledermauskot die bessere Kontrollgrundlage. Spezielle Fledermauskunsthöhlen wurden zwischen 10 und 50% mehr von Fledermäusen besucht als Vogelnisthöhlen, wobei die Witterung auf die Bevorzugung einer der beiden Gerätetypen starken Einfluß nahm. Um die Fledermäuse fester an die Wälder zu binden und ihnen die oft erheblichen Verluste bei der Suche nach Winterschlafquartieren zu ersparen, sollten künstliche Überwinterungsstätten im Walde geschaffen werden. Die zunehmende Fledermausfeindlichkeit der menschlichen Siedlungen und Gebirgshöhlen führt zu einer verstärkten Hinwendung der Fledermäuse zum Waldbereich. Alle 21 mitteleuropäischen Fledermausarten sind von ihrem Ursprung her Waldtiere. Wir sollten sie in die Wälder zurückholen.

Bat protection and settlement in forests; successes and problems

Summary

The main reason for the decrease of bat density in Central Europe is the lack of natural summer- and winterquarters, caused by modern forestry as well as by the deterioration of the life quality of bats in settlements of man. In an experimental forest of 2400 ha near Geisenfeld, Upper Bavaria, the number of artificial cavities was increased from 1450 to 1950 between 1982 and 1986. During these 5 years the number of bats rose from 279 to 440 individuals, and the quota of boxes with feces increased from 19 to 45%. Because the actual number of bats depends on the controll date, and because of the frequent change of overnight quarters, incidence of bat feces is the better control criterion. The bats came to the special bat boxes about 10–50% more often than to bird boxes, depending on the weather. For the purpose of attracting bats to forests, artificial overwintering quarters must be provided. The bats have their origin in woodlands. We should pave the way for their return.

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Copyright information

© Verlag Parey, Hamburg und Berlin 1988

Authors and Affiliations

  • W. Schwenke
    • 1
  1. 1.Lehrstuhl für angewandte Zoologie der UniversitätMünchen 40

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