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Forstwissenschaftliches Centralblatt

, Volume 102, Issue 1, pp 18–36 | Cite as

Zur Behandlung und Wuchsleistung der Kiefer

  • F. Franz
Article

Zusammenfassung

Anhand yon Wuchsmodellen wird die Bestandesentwicktung der Kiefer bei unterschied-licher Begrüindungsdichte und Bestandesbehandlung dargestellt. Neben drei praxisüblichen Durchforstungsarten werden zwei neuere Behandlungskonzepte ertragskundlich beschrie-ben, die yon den herkümmlichen Leitlinien der Kiefernerziehung zum Teil wesentlich abweichen. Diese Konzepte kennzeichnen eine gestaffelte Durchforstung und eine Z-Baum-orientierte Auslesedurchforstung (mit zwei Varianten unterschiedlicher End-baumzahlen); sie sind maßgeblich ausgerichtet auf eine höchstmögliche Betriebssicherheit. Darüber hinaus wird ein Wuchsmodell beschrieben, das die Bestockungsverhältnisse auf groβen Teilen unserer Kiefernfl~iche nach den Ergebnissen der Bayerischen Großraumin-ventur 1970/71 (GRI) und der darauf aufbauenden Holzaufkommensprognose 1973/74 wiedergibt. Den Modeltuntersuchungen wurde ein Wachstumsgang zugrunde getegt, der annähernd dem Altershöhenveriauf und der Ertragsniveaukurve der II. Bonität der Kie-fern-Ertragstafel vonWIEDEMANN (194.3, mäßige Durchforstung) folgt.

Folgende Begründungs- und Behandtungsvarianten werden anhand charakteristischer Leistungsgrößen ertragskundlich beschrieben:
  • - Ausgewähke Varianten der herkömmlichen mäßigen und starken Durchforstung sowie der Lichtung bei jeweils gleicher Ausgangsbaumzahl (N - 15 000/ha).

  • - Entwicklungsgänge bei mäßiger und gestaffelter Durchforstung und Ausgangsbaumzah-len yon 20 000, 15 000, 12 500 und 10 000/ha.

  • - Z-Baum-orientierte Auslesedurchforstungen (in Anlehnung an Vorschläge vonABETZ, 1972) mit Endbaumzahlen von 200 und 250/ha bei jeweils gleicher Ausgangsbaumzahl (N = 15 000/ha).

  • - Ein Wuchsmodell nach GRI-Befund, verglichen mit den Wachstumsabläufen bei ge- staffelter und Z-Baum-orientierter Durchforstung; Ausgangsbaumzahl jeweils N = 1 5 000/ha.

Die Ertragselemente der Kiefer, insbesondere ihre Durchmesser- und Grundflächenent- wicklung, aber auch ihre Gesamtwuchsleistung, werden von der Begründungsdichte lang- fristig mitgeprägt. Die begründungsbedingten Unterschiede sind augenscheinlich deutlich geringer als bei der Fichte. Sie dürften iedoch - bei annähernd gleicher (baumzahldatierter) Eingriffsfolge - bis ins hohe Bestandesalter fortwirken.

Für die gestaffelte und die Z-Baum-orientierte Durchforstung wurden überwiegend günstige ertragskundliche Erwartungswerte errechnet. Bei den Z-Baum-Varianten wurde hierbei eine erwartungstreue Leistung der Z-Bäume ohne nennenswerte Ausfälle bis zur Endnutzung unterstellt.

Die im Wuchsmodell dargestellte Bestandesentwicklung nach dem GRI-Befund weicht in fast allen wichtigen Ertragselementen von den Erwartungswerten der hier vorgestellten Behandlungskonzepte ab. Sie ist gekennzeichnet durch eine hohe strukturelle lnstabilität und dutch eine geringe Wuchsleistung infolge unterlassener bzw. zu schwach geführter Durchforstungen in der ersten Hälfte der Umtriebszeit. Zur Vermeidung größerer Produk- tionsverluste ist für die Bestände, die dieser Kategorie zuzuordnen sind, eine durchgreifende Intensivierung der Pflegemaßnahmen dringend geboten.

Growth models are used to illustrate the development of stands of Scots pine (Pinus silvestris) at different planting spacings and thinning regimes. The study is based on a growth trend which follows approximately the age-height development and the yield level curve of site class II of the Scots pine yield table published byWIEDEMANN (1943, moderate thinning).

The following variables are described by means of characteristic yield parameters:
  • - Selected variants of the traditional moderate and heavv low thinning as well as light. felling, i. e. permanent opening of the canopy, applied to an initial density of 15 000 trees per ha.

  • - Traditional moderate thinning and a regime of decreasing intensity with initial densities of 20 000, 15 000, 12 500, and 10 000 trees per ha.

  • - Selective thinning regimes oriented at “Z-trees” (according to proposals made bv ABETZ, 1972), i. e. dominant trees with favourable growth and stability characteristics, with final stocking of 200 and 250 trees per ha applied to an initial density of 15 000 trees per ha.

A growth model is presented which reflects the stocking of large parts of the Bavarian pine forests, based on the results of the Bavarian forest inventory of 1970/71 and subsequent yield projections made in 1973/74.

The yield elements of Pine, expecially the development of diameter and basal area, and also total volume production, are affected by initial planting spacing. These effects are longterm; however, they are not as pronounced as with Norway spruce. The yield para- meters of both the “Z-tree” regime and the regime with decreasing intensity were, in most cases, relatively favourable. The calculations are based on the assumption that the “Z-tree” population will perform well, and there will be only slight losses up to clear-felling age. Stand development as portrayed in the growth model, and based on data of the Bavarian

Effects of stand treatment on the growth of pine (Pinus silvestris)- Results of a yield study based on growth modal calculations -

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Copyright information

© Verlag Paul Parey 1983

Authors and Affiliations

  • F. Franz
    • 1
  1. 1.Lehrstuhl für WaldwachstumskundeMünchen 40

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