Forstwissenschaftliches Centralblatt

, Volume 101, Issue 1, pp 238–245 | Cite as

Förderung als forstpolitisches Instrument zur Steigerung der Holzproduktion

  • R. Plochmann
Article

Zusammenfassung

Die Steigerung der Holzproduktion ist in unserem stark vom Holzimport abhängigen Land ein hochrangiges Ziel der Forstpolitik. Die Möglichkeiten, dazu durch Förderung der Bewirtschaftung im Privatwald beizutragen, scheinen weitgehend ausgeschöpft. Die Neuaufforstung bisher anderweitig genutzter Flächen und deren Förderung sind demgegenüber erfolgversprechender. Die Art der Förderung im vergangenen Jahrzehnt bot jedoch nur. geringe Anreize für eine Waldflächenmehrung.

Die bestehende und sich verstärkende Überproduktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse in der EG machen wegen des nicht mehr ausweitbaren Volumens von Subventionsmitteln in Zukunft das Freisetzen von Flächen aus der Landwirtschaft sehr wahrscheinlich. Neben einer möglichen Nutzung dieser Flächen für eine extensivierte Landwirtschaft, als Erholungsareal oder als Energiewald sollte deren Nutzung als Hochwald verstärkt in Betracht gezogen werden.

Dies wäre nicht nur gemein wirtschaftlich vorteilhaft, da hierdurch die nach der landwirtschaftlichen Nutzung wohl höchste volkswirtschaftliche Wertschöpfung, entsteht.

Die Nutzung als Hochwald wäre auch einzelwirtschaftlich, betrachtet vorteilhaft, wenn es gelingt, durch entsprechende Förderung den Nachteil der über viele Jahre bei einer Erstaufforstung ausfallenden Erträge auszugleichen. Eine Förderung der Anfangsin vestition genügt, wie die Erfahrung gezeigt hat, nicht. Es wird angeregt, Überlegungen anzustellen, in welcher form Prämienzahlungen zur Überbrückung der ertraglosen Zeit nach einer Aufforstung gewährt werden können. Beispiele aus dem landwirtschaftlichen Sektor können dabei als Modell dienen.

Technical and financial assistance as a forest policy means to increase timber production

Summary

The increase of timber production in our country, which is heavily dependent on wood-product imports, is a high ranking goal of forest policy. The possibilities of contributing to this goal by giving financial and technical assistance to private forestry seem to be exhausted. The afforestation of land previously used for other purposes and supporting it financially is much more promising. The kind of support within the last decade, however, provided only small incentives for the increase of the forest area.

The existing and still increasing overproduction of agricultural products in the EEC will make the release of agricultural land most likely in the future due to the fact that subsidies cannot be expanded. Apart from possibly, using these areas for a less intensive agriculture, for recreation purposes, or energy forests, their use for establishing high forests should be considered thoroughly, too. From society's point of view this conversion to high forests would be advantageous since, besides for agricultural use, the highest economic benefit would be achieved by doing so. The use of this land for high forests would be also profitable for the individual forest owner if subsidies would compensate for the income forgone for many years. As experince has shown, supporting only the first investment will not be sufficient. It is recommended to consider how the period without profits can be compensated for by premium payment. Examples from the agricultural sector can serve as a model here.

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Copyright information

© Verlag Paul Parey 1982

Authors and Affiliations

  • R. Plochmann
    • 1
  1. 1.Lehrstuhl für Forstpolitik und ForstgeschichteMünchen 40

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