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Forstwissenschaftliches Centralblatt

, Volume 95, Issue 1, pp 306–323 | Cite as

Stickstoffdüngungsversuche in einer Fichtenwuchsstockung (Picea abies Karst.) auf devastierter Kalkmergel-Rendzina: Wirkungen auf die Nährelementgehalte der Fichtengewebe und den Höhenzuwachs

  • Milagros Alcubilla
  • Hertha-Marie von Aufsess
  • K.-E. Rehfuess
Article

Zusammenfassung

In einer unter N-Mangel leidenden, kernfäuledisponierten Fichtenkultur legten wir 1970 einen kombinierten Düngungs-und Infektionsversuch an mit dem Ziel, die Wirkungen verschiedenartiger N-Applikationen auf den Ernährungszustand, den Höhenzuwachs, die Fäuledisposition, die Gehalte an pilzhemmenden und-fördernden Komponenten in Bast und Holz und auf den Verlauf künstlicher Infektionen mit Fomes annousus zu studieren. Das Experiment umfaßt drei Versuchsglieder: “O”=Kontrolle; “N”=kräftige N-Düngung im Jahr 1970; “Nx”=jährliche N-Applikation ab 1970. In dieser ersten Arbeit wird über die Reaktionen der Mineralstoffgehalte in verschiedenen Geweben der Fichte und ihres Höhenzuwachses auf Düngung berichtet.

Die jährlich wiederholte Düngung (Nx) steigerte die Stickstoffgehalte der Nadeln, des Wurzel-und Stammbasts, des Wurzel- und des äußeren Stammsplintholzes beachtlich und anhaltend. Die nur im Jahr 1970 verabreichten N-Gaben (N) konnten die Stickstoffspiegel der Nadeln wohl 1970 und 1971 verbessern; schon 1972 klang dieser Effekt wieder ab. Auch im Wurzelbast war 1972 dieser kurzfristige Düngungseinfluß noch sichtbar, bis 1974 jedoch verschwunden.

Die wiederholte N-Düngung (Nx) führte beginnend mit dem 3. Jahr in den Nadeln zu einer Verdünnung von Phosphor und Calcium, während sich die Mn-Gehalte leicht erhöhten; Stamm-und Wurzelbast ließen ähnliche Trends erkennen.

Die Stickstoffdüngung bewirkte eine kräftige Beschleunigung des Höhenzuwachses, die allerdings nur bei ständiger Wiederholung der N-Zufuhr längere Zeit anhielt. Damit ist erstmals der Nachweis erbracht, daß die Wuchsleistung der Fichte auch auf trockenen, durch landwirtschaftliche Nutzung devastierten Kalkmergel-Rendzinen beachtlich gefördert werden kann, sofern keine anderen Wachstumsbegrenzungen vorliegen.

Nitrogen fertilization experiments in a Norway spruce stand (Picea abies Karst.) of stagnant growth on devastated marly rendzina: Effects on nutrient contents of spruce tissues and height increment

Summary

A combined fertilization and inoculation experiment was established in 1970 in a Norway spruce plantation suffering from severe nitrogen deficiency and apparently predisposed to root rot fungi attack. The objectives of the trial were to study the influence of different nitrogen treatments on nutrition and height growth of the trees, on the content of fungistatic and fungi-stimulating components within their phloem and wood, on the inhibitory effect of those tissues against fungi and on the fate of artificial inoculations with Fomes annosus. The present study deals with the nutrient contents of different spruce tissues and with height growth as affected by fertilization.

Annual nitrogen additions during the period 1970–75, (Nx) increased consistently the nitrogen contents of spruce needles, root and stem phloem as well as of the woody parts of roots and the peripheral stem sapwood. Nitrogen fertilization only twice in 1970 (N) raised the foliar nitrogen level significantly in 1970 and 1971; from 1972 on the N concentration began to decline, and this trend was also reflected by root phloem analysis. The Nx treatment caused a dilution of phosphorus and calcium in needles and phloem, whereas the manganese levels increased slightly. Nitrogen additions in all treatments stimulated the height increment, but only annual application was found to maintain a nitrogen status appropriate for persistent good growth.

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Copyright information

© Verlag Paul Parey 1976

Authors and Affiliations

  • Milagros Alcubilla
    • 1
    • 2
  • Hertha-Marie von Aufsess
    • 1
    • 2
  • K.-E. Rehfuess
    • 1
    • 2
  1. 1.Institut für Bodenkunde und Standortslehre der Forstlichen Forschungsanstalt MünchenMünchen 40
  2. 2.Institut für Holzforschung der Universität MünchenMünchen 40

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