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Forstwissenschaftliches Centralblatt

, Volume 89, Issue 1, pp 228–251 | Cite as

Ergebnisse strukturanalytischer Untersuchungen in natürlich verjüngten Fichtenbeständen

  • K. Johann
Abhandlungen

Zusammenfassung

  1. 1.

    Es werden die Ergebnisse einiger strukturanalytischer Untersuchungen mitgeteilt, die am Material einer Versuchsreihe von fünf Beständen mit Fichtennaturverjüngung, einem Fichtenjungbestand aus Pflanzung und drei Vergleichsbeständen hoher Grundflächenhaltung gewonnen wurden.

     
  2. 2.

    An Hand von Baumverteilungs- und Kronenkarten (Abb. 1-4) wird der Aufbau einiger typischer Altbestände zunächstr allgemein beschrieben. Zwei biometrische Testverfahen nach STRAND (1953) und FRANZ (1956) führen zu dem Ergebnis, daβ das praktizierte Verjüngungsverfahren bei zunächst vorsichtigen Auflichtungen die vorhandene gleichmäβige Bestockungsstruktur kaum stört, in fortgeschrittenem Stadium jedoch zur Bildung von Gruppen ursprünglicher Dichte und zu unregelmäβig verteilten, lichten bzw. unbestockten Partien führt. In der Schluβphase löst sich der Bestand in Baumgruppen und Einzelbäume auf.

     
  3. 3.

    Stammverteilungskarten können auch die Individuenverteilung der Jungbestände kennzeichnen. Es wird nachgewiesen, daβ bei beginnender Auflichtung des Altbestandes die Verjüngung sowohl auf der gesamten Bestandesfläche als auch auf 10X10 m groβen Prüfeinheiten äuβerst unregelmäβig verteilt ist. Die Ausgangsstammzahl liegt bei ca. 50 000 St./ha. Mit zunehmender Auflichtung nähert sich die Verteilung einer natütlich gleichmäβigen, zufallsbedingten Individuenanordnung. Auch für den künstlich begründeten Jungbestand kann keine von einer Zufallsverteilung abweichende Verteilung nachgewiesten werden (Abb. 8). Typische, vom jeweiligen Entwicklungszustand abhängige Unterschiede kennzeichnen die Höhenfrequenzreihen der Jungwüchse (Abb. 9). Verjüngungen unter ± dichtem Altholzschirm sind durch relativ hohe Stammzahlen und Häufigkeitsgipfel im unteren Bereich, ± freigestellte Jungwüchse durch geringe Stammzahlen und ausgeprägte Häufigkeitsmaxima im oberen Bereich der Höhenstuen charaktersiert.

     
  4. 4.

    Ein deutlicher Zusammenhang zwischen der 1961 erreichten Oberhöhe (= Mittel der jeweils sechs höchsten Fichten j 10X10-m-Quadrat) und deren Zuwachs mit Schirmflächenkennwerten des Altbestandes besteht bei allen untersuchten Beständen (Abb. 10).

     

Am Beispiel der Versuchsfläche H (Naturverjüngung aus Randstellung) wird nachgewiesen, daβ ein straffer statistischer Zusammenhang zwischen dem Überschirmungskennwert SQU (senkrechte Kronenprojektionsfläche 10X10-m-Prüfquadrat und einem 5 m breiten Umfassungsstreifen) und der Oberhöhe 1961 sowie dem Oberhöhenzuwachs 1956 bis 1961 des betreffenden Prüfquadrates besteht: Eine um 20% stärkere Überschirmung hat ein Zurückbleiben der Oberhöhe um je 1,0 m zur Folge (Abb. 12). Eine vergleicbare Wirkung haben Altholzüberschirmungen auf den Zuwachs der Jungbestockungen. Mit ähnlichen Folgen für die Volumenleistung der Jungsbestände muβ gerechnet werden, wenn diese auch nur unter einem lichten Altholzschirm heranwachsen!

Summary

The paper describes the structure of naturally regenerated Norway spruce stands in different stages of development. the distribution of stems over the area is shown by distribution- and crown maps and is analysed by different biometric procedures.

In fully stocked mature stands the distribution is uniform. This uniformity is hardly set up by the secondary fellings in the first phase of regeneration process; but in consequence of the continued light-fellinggroups of uniform density and unstocked parts in irregularly distribution develop.

In contrary to this trend in mature stands the distribution of individuals in the young growth is not uniform at all in the beginning, but getting more regular with continuing light-felling in the mature stands.

There is a rather closely statistical conection between characteristical values of crown density in the mature stands and height-increment of the young stands.

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Copyright information

© Verlag Paul Parey 1970

Authors and Affiliations

  • K. Johann
    • 1
  1. 1.Institut für Ertragskunde der Forstlichen Forschungsanstalt MünchenMünchenDeutschland

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