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Standorte, Ernährung und Wachstum der Schwarzkiefer (Pinus nigra Arnold)

  • M. Heinze
Article

Zusammenfassung

Die Schwarzkiefer (Pinus nigra Arnold) ist auf xerothermen Kalk- und Silikatstandorten des mediterranen und submediterranen Raumes natürlich verbreitet und wurde künstlich in nördlicheren Regionen zur Aufforstung von warm-trockenen Ödländereien, Triften und Dünen verwendet. Da Ödland und Triften häufig auf Kalkstandorten vorkommen, entsteht der Eindruck, als brauche die Schwarzkiefer Kalk als Bodenfaktor. Wie Ernährungsversuche zeigten, ist dies nicht der Fall. Die Ernährungsansprüche sind gering, Nährstoffmangel wurde auf keinem der untersuchten Standorte in Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Georgien festgestellt. Minimumfaktor ist häufig die Wasserversorgung. Davon hängt das Höhenwachstum ab. Die Elementnadelspiegel der Schwarzkiefer sind unter gleichen Bedingungen meist niedriger als bei der Gemeinen Kiefer (Pinus sylvestris L.) mit Ausnahme des Kaliums, das in Schwarzkiefernnadeln höher liegt. Ernährung und Wachstum der Schwarzkiefer lassen sich im Gefäßvegetationsversuch bei ausreichendem Wasserangebot durch Düngung verbessern. Im Freiland tritt dies auf den extrem trockenen Standorten, wo die Schwarzkiefer stockt, nicht ein, da sich die Wasserversorgung im Minimum befindet.

Sites, nutrition and growth of Black Pine (Pinus nigra Arnold)

Summary

Black Pine (Pinus nigra Arnold) is naturally distributed on xerotherm limestone and silicate sites of the mediterranean and submediterranean regions and is used for artificial afforestations of xerotherm waste land, dry pastures and dunes in more northern regions. Waste land and dry pastures are frequently found on limestone sites. This would suggest that Black Pine requires limestone sites. However, nutrition experiments have shown that this is not the case. Black Pine has a low need of nutrients; there was no lack of nutrients on any investigated site in Germany, the Czech Republic, Slovakia, Hungary and Georgia (Caucasus). On the other hand, water supply was found to be the growth limiting factor. The element concentrations in the needles of Black Pine are mostly lower than those of Scotch Pine (Pinus sylvestris L.) under the same conditions, except for Potassium concentration, which is higher in Black Pine needles. In pot experiments with sufficient water supply nutrition and growth can be improved by fertilisation. On natural, often extremely dry sites typical of Black Pine stands fertilisation has no effect on growth rates, due to minimum water supply.

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Copyright information

© Blackwell Wissenschafts-Verlag 1996

Authors and Affiliations

  • M. Heinze
    • 1
    • 2
  1. 1.Institut für Bodenkunde und Standortslehre TharandtTechnische Universität DresdenDresdenDeutschland
  2. 2.Fachhochschule für Forstwirtschaft SchwarzburgSchwarzburg (Thüringen)

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