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Archiv für Ophthalmologie

, Volume 8, Issue 2, pp 314–367 | Cite as

Ueber musculäre Asthenopie

  • A. von Graefe
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Literatur

  1. *).
    Dass mit vorrückendem Alter der verwendete Bruchtheil, betreffs der Muskelanstrengung eine andere und zwar im Werthe geringere Bedeutung hat, ist von Donders (A. f. O. Bd. IV, 1. pag. 97) erörtert worden.Google Scholar
  2. *).
    Alsdann verhalten sich natürlich auch die relativen Accomodationsbreiten ganz anders, als es für die Altersveränderungen so erschöpfend von Donders dargestellt worden ist.Google Scholar
  3. *).
    Wörtlich darf jedoch diese Vorschrift nicht genommen werden. Wir sind einmal Alle gewohnt, bei den zum Sehen in der Nähe erforderlichen Augenstellungen und Augenbewegungen von der disponiblen Accomodationskraft einen Theil in Thätigkeit zu setzen. Auch in pathologischen Zuständen können sich die Patienten dessen nicht erwehren. Die für das Scharfsehen stärkste positive Linse, welche so zu sagen «die Zurückhaltung, aller accomodative Mitbewegung» gebietet, erzeugt eine unangenehme, spannende Empfindung, welche oft erst bei einem erheblich schwächeren wegfällt. Es ist deshalb auch dies Mittel für die Ausruhung des Accomodationsapparats immer unvollkommer als völlige Abstinenz von der Beschäftigung.Google Scholar
  4. *).
    Hierher gehört offenbar ein Theil der Beobachtungen von Böhm (siehe dessen Schrift «über die Therapie des Auges durch das farbige Licht.»)Google Scholar
  5. *).
    Wo dagegen in Folge von Hyperopie convergirendes Schielen sich eingestellt hat, und die Patienten nicht blos bei der Arbeit, sondern auch sonst kennzeichnet, bleibe ich ein Vertheidiger der Tenotomie, welche dann in allen Rücksichten rationell erscheint; die richtigeren Augenstellungen, welche wir durch dieselbe erlangen, werden, da sie höhere Anstrengungen der interni bedeuten, nach der Operation dieselben Effecte auf die relativen Accomodationsbreiten üben, als früher die entstellenden und die Functionen des Organs auf die Dauer bedrohenden Convergenzstellungen. Auch ist die Geraderichung, der betreffenden Sehaxe unter dem geeigneten Convexglase, wenn sie überhaupt noch erreicht wird, abgesehen von den anderen Uebelständen, in der Regel bereits eine forcirte, für die Function weniger erspriessliche. Selbst da, wo das Schielen erst intercurrent, bei gewissen Beschäftigungen eintritt, lässt sich durch die analogen Versuche, welche ich sogleich zur Diagnose der Insufficienz der interni empfehlen werde, ein durch das ganze Gesichtsfeld hindurchgehendes Uebergewicht der inneren Augenmuskeln nachweisen, unter welchen Verhältnissen eine richtig dosirte Tenotomie nur Vortheile ohne Nachtheile bringt.Google Scholar
  6. *).
    In den höheren Graden, namentlich da, wo bereits periodische Divergenz auftritt, markirt sich das Uebel so leicht durch den habitus, dass von einer feineren Diagnostik nicht die Rede zu sein braucht. Ich verweise in dieser Rücksicht auf das A. f. O. Bd. III. pag. 308–313 Mitgetheilte.Google Scholar
  7. *).
    Desshalb ist auch der Einwurf, man könne sich durch eine etwas unrichtige Haltung des Prismas täuschen, ohne Belang; die Haltung ist bis auf wenige Grade leicht einzurichten.Google Scholar
  8. *).
    Der Kürze wegen wird mit dem Ausdruck «ein Prisma überwinden» die Fähigkeit bezeichnet, die durch dasselbe hervorgerufenen Doppelbilder durch Spannungsvermehrung der betreffenden Augenmuskeln zur Verschmelzung zu bringen, eben so durch den Ausdruck, «ein Convex- resp. ein Concavglas überwinden» die Fähigkeit, die dioptrische Einwirkung desselben durch Abspannung resp. Anspannung der Accomodationskraft zu compensiren. Statt der Bezeichnung «willkührliche Convergenz» und «willkührliche Divergenz» wähle ich die der «Adduction» und «Abdyction», weil die ersteren für die absolute Richtung der Sehaxen gebräuchlich sind und in ihrer Beziehung zu einer bestimmten Fixationsstellung Missverständnisse verschulden könnten.Google Scholar
  9. *).
    Diese Stellung coineidirt mit derjenigen, welche das Auge unter der deckenden Hand annimmt. Rechnen wir Adductionen und Abductionen von diesen Stellungen ab, so ergeben sich in allen Fällen von musculärer Asthenopie immer die physiologischen Verhältnisse, in obigem Reispiele Adduction prism. 32a, Abduction 22o im zweiten 24: 12, im dritten (bei 6') 16: 16, im vierten 20:14.—Es kommt hier natürlich nur auf eine ungefähre Versinnlichung der ausserdem grossen Schwankungen unterworfenen Verhältnisse an, deshalb habe ich alle Winkelbstimmungen vermiedem, welche die Sache nicht wesentlich gefördert, aber die Auschaulichkeit geschwächt hätten. Auch wegen einiger mathematischer Licenzen in der scheinbaren Proportionirung der Prismenwinkel mit den zugehörigen Drehungen bitte ich aus gleichen Gründen um Entschuldigung.Google Scholar
  10. *).
    Bei mir ist unter diesen Verhältnissen sogar der äusserste Fernpunkt nicht mehr erreichbar, bei Anderen rückt er jedenfalls bei will-kührlicher Divergenz nicht hinaus. Weitere Prüfungen könnten von Interesse sein.Google Scholar
  11. *).
    Man erwarte jedoch nicht, dieses Resultat nach jeder Morphium-Einspritzung ausgeprägt zu finden. Ich habe mich sehr häufig vergeblich danach bemüht, glaube aber, dass dies den vereinzelten positive Fällen nichts an Beweiskraft nimmt. Offenbar sind die gewöhnlichen und erlaubten Dosen unzureichend, wie ja auch nach Atropin-Injectionen, die den Puls auf 140, 160 Schläge in die Höhe bringen—gewiss Alles was man zulassen kann—häufig nur eine mässige Erweiterung der Pupille, nie aber völlige Starrheit derselben und noch weniger Accomodationslähmung eintritt. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, dass ich mich auch betreffs des Pulses, der hallucinationen u. s. w. von der antidoten Wirkung des Opiums gegendie Belladonna, welche bereits von anderer Seite hervorgehoben ist, überzeugt habe. Ich habe oftmals gegen die sich protrahirenden Atropin-Symptome hypodermatische Morphium-Injectionen gemacht.Google Scholar
  12. *).
    Dass wir gerade bei Patienten mit Insufficienz der interni diese Gewährung freigebiger ertheilen dürfen als bei regulären Myopen, wird gleich unten erörtert werden.Google Scholar
  13. *).
    Vergl. auch Försters Abhandlung über Micropie in dessen Ophthalmologischen Beiträgen und die am Schluss derselben eitirte Erörterung desselben Gegenstandes von Donders.Google Scholar

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© Verlag von Hermann Peters 1862

Authors and Affiliations

  • A. von Graefe

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