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Archiv für Ophthalmologie

, Volume 14, Issue 2, pp 247–274 | Cite as

v. Graefe’s neueste Cataract-Extraction und die Vertheidiger des Corneal-Schnittes

  • J. Jacobson
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Literatur

  1. *).
    Ich halte diese Bezeichnung schon der geographischen Verbreitung wegen für genauer und üblicher, als die von Hasner beliebte: „die berliner Herren”.Google Scholar
  2. *).
    Nach Hasner „neueste Phase der Staaroperation” pag. 4 etwa 10 Procent.Google Scholar
  3. *).
    1867, pag. 124 aus: Du diagnostic de la cataracte et de l’appréciation des méthodes opératoires applicables à ses différentes formes par le Dr. Liebreich.Google Scholar
  4. *).
    Ich habe nur diesen einen Punkt aus Liebreich’s Abhandlung hervorgehoben, um an ihm das Bestreben nach Vermittlung entschiedener Gegensätze nachzuweisen. Ein motivirtes Urtheil über den wesentlichen Inhalt, den ich mit Bezug auf die damalige Methode der Linear-Extractionen für vollkommen unbegründet halte, gehört begreiflicher Weise nicht hieher.Google Scholar
  5. **).
    „Die neueste Phase der Staaroperation”, Prag. 1868.Google Scholar
  6. *).
    Pag. 288 u. ff.Google Scholar
  7. *).
    „Die Quer-Extraction des grauen Staars der Erwachsenen”, von Dr. Küchler.Google Scholar
  8. *).
    In Bezug auf die von mir in diesem Archive (Bd. XI) beschriebenen Heilungsvorgänge nach der Extraction bemerkt Hasner in seinen „klinischen Vorträgen”, Abtheilung III, pag. 311: „Das Studium der Zufälle nach der Staaroperation datirt nicht erst von Jacobson’s seitlicher Beleuchtung; der Gegenstand wurde dadurch auch, obgleich dessen Untersuchungen nicht ohne Werth sind, nicht wesentlich klarer, denn nur auf Grundlage anatomisch-histologischer Forschungen ist eine volle Einsicht in die Veränderungen des Auges während des ersten Zeitraumes nach der Operation möglich. Solche Untersuchungen aber, eben so wie klinische Beobachtungen, sind möglich und lagen auch bereits in ziemlicher Menge vor, ohne dass es der Empfehlung bedurft hätte, die Augen recent Operirter mit seitlichem Lichte methodisch zu untersuchen.”_— Dem gegenüber behaupte ich, bis mich Hasner durch Nachweis seiner Literaturquellen (sollte sich vielleicht bei Plinius etwas vorfinden?) vom Gegentheil überzeugt haben wird, dass eine genaue Beschreibung der Veränderungen des Auges unmittelbar nach der Operation, wie ich sie gegeben, bisher nicht existirt hat, und nie ohne Unterstützung mit seitlicher Beleuchtung geliefert werden kann. Wer, wie Hasner von sich selbst sagt, das operirte Auge vor dem fünften bis sechsten Tage nicht untersucht, und abwartet, bis auf Grundlage anatomisch-histologischer Forschungen eine volle Einsicht in die Wundheilungsverhältnisse möglich ist, der wird — wie die meisten älteren Operateure_— seine irdische Laufbahn beendigen, ohne von dem Zusammenhange zwischen seinen operativen Eingriffen und deren nothwendigen Folgen am Auge eine richtige Vorstellung durch Anschauung bekommen zu haben. Bei derselben Gelegenheit bekämpft Hasner meine Empfehlung der Untersuchung mit seitlicher Beleuchtung damit, dass er die schädliche Einwirkung vollen Lichtes auf Staaroperirte als etwas jedermann aus Erfahrung Bekanntes voraussetzt. Volles Licht und seitliche Beleuchtung als ähnliche Schädlichkeiten!!!Google Scholar
  9. *).
    Als Paradigma für diese Vorgänge kann man einige Entzündungen nach Iridesis aufstellen, wegen deren die einst mit Emphase empfohlene Operation ad acta gelegt sein dürfte. So viel ich gesehen, handelt es sich dabei um einen schleichenden Entzündungsprocess in einer sehr reizbaren, complicirten Wunde, dessen Producte zum Theil in die vordere Kammer, zum Theil längs der inneren Fläche der Processus ciliares in den Glaskörper und in die Retina wachsen. Die trotz aller Antiphlogose, trotz Iridectomie und Medicamenten eintretende Phthisis bulbi hat gewöhnlich nichts mit Iridochorioiditis zu schaffen, sondern ist der Ausgang einer Glaskörperentzündung in Schrumpfung. Es ist mir einige Male gelungen, durch Spaltung der Einklemmungsstelle und Extraction der durchsichtigen Linse den Process, trotzdem er schon lange genug bestanden hatte, zu coupiren. Für die Extraction bestimmte mich die Annahme, dass sich entzündliche Producte hinter der Iris nicht vorzugsweise durch anatomische Continuität auf die Choroidea, sondern dahin verbreiten, wo sie den wenigsten Widerstand finden, also gewöhnlich längs dem Linsenrande auf die Hyaloidea, in den Glaskörper, auf die Pars ciliaris retinae und in die Retina selbst. Wird die Linse entfernt und dadurch mehr Raum im vorderen Augapfelabschnitte geschaffen, so scheint sich die Gefahr für die hintere Augapfelhälfte zu vermindern. Ich habe dann die gelbe, von der Scleralnarbe ausgehende Masse nach vorn wachsen, sich vascularisiren und endlich mit grauer Narbe schrumpfen gesehen, ähnlich wie wir es täglich bei entzündlichen Vorgängen in der Cornea verfolgen können.Google Scholar
  10. *).
    Wie Hasner zu der Behauptung gekommen ist, „die günstigen Erfolge der Iridectomie bei acutem und subacutem Glaucom geben den Anstoss, die Iridectomie auch auf die Staaroperation allgemeiner auszudehnen”, ist mir ein Räthsel.Google Scholar
  11. *).
    Ein Blick in die letzten Bände dieses Archiv’s genügt, um sich zu überzeugen, dass v. Graefe, um die vollkommensten Resultate zu erreichen, lange gezögert hat, ehe er sich entschloss, regelmässig breite Iridectomie bis an den Ciliarrand zu machen; er hat sich schliesslich dafür entschieden, weil ihm wohl die Vortheīle einer kleinen Pupille gegenüber den Nachtheilen einer Iriseinklemmung, namentlich bei der Extraction nach oben, nicht in’s Gewicht zu fallen schienen._— Wunderbar ist, dass in der Literatur noch immer Stimmen auftauchen, die jedem Operateur, der bei irgend einer Gelegenheit die Iridectomie vorschlägt, ein Plagiat an v. Graefe insinuiren. Wenn man unbedingt anerkennt, dass die ganze heutige Indicationslehre der Iridectomie, sofern sie nicht die Bildung einer neuen Pupille bezweckt, durch von Graefe theils geschaffen, theils angeregt worden ist, so wird man andererseits nicht leugnen können, dass die regelmässige Verbindung der Iridectomie mit der Extraction und die Excision der Iris bis an den Ciliarrand gerade zu einer Zeit empfohlen worden ist, in welcher die allgemeine Tendenz dahin ging, die Iridectomie nur auf gewisse oder ungewisse Fälle zu beschränken.Google Scholar
  12. *).
    Dass die Höhe des Lappens für verschieden grosse Staare abnehmen müsse, die Breite dagegen sich nie verändern dürfe, habe ich schon in meiner ersten Publication pag. 44 bemerkt._— Ueber die Heilung der Wunde in der Sclera finden sich Notizen im XI. Band dieses Archivs.Google Scholar
  13. *).
    Während ich den Schluss dieser Arbeit niederschreibe, kommt mir „Ophthalmologisches aus dem Jahre 1867 von Dr. F. Heymann” zu Gesichte. In dem Urtheil über v. Graefe’s Methode finde ich, pag. 41: „Durch tiefen Einstich und Ausstich des Messers erhält man eher einen überflüssig grossen, als einen zu engen Schnitt, ohne dass die Lappenhöhe 3‴ übersteigt”;_— pag. 46: etwas breitere Messer, die sich allerdings in der Wirkung schon mehr dem Keilmesser nähern, erleichtern die Schnittführung;—pag. 49 und 50 spricht H. von der Schwierigkeit der Kapselöffnung, dem leichten Glaskörperausfluss während des Kapselspaltens ohne Fixation des Bulbus, während v. Graefe die Fixation während der ganzen Operation ausdrücklich vorschreitb._— Wie sollen die Urtheile über den Werth einer Methode übereinstimmen, wenn die verschiedenen Operateure es nicht einmal für der Mühe halten, genau nach den gegebenen Vorschirften zu verfahren?Google Scholar

Copyright information

© Verlag von Hermann Peters 1868

Authors and Affiliations

  • J. Jacobson

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