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Archiv für Ophthalmologie

, Volume 12, Issue 2, pp 100–277 | Cite as

Kürzere Abhandlungen, Notizen und casuistische Mittheilungen vermischten Inhalts

  • A. v. Graefe
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Literatur

  1. *).
    Vergl. auch Koster in dem Jahresbericht des Niederländischen Augenhospitals 1865. pag. 8–18, betreffend einen höchst bemerkenswerthen Fall von Echinococcus cerebri.Google Scholar
  2. *).
    Vergl. auch Hornerin den klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde, 1863, pag. 71–78, Fischer ebendaselbst 1866, pag. 164–169 und Hutchinson in Ophthalmic Hospital Reports vol. V, 1 pag. 107.Google Scholar
  3. *).
    Hutchinson und Jackson (siehe deren Ärbeiten in O. Hosp. Rep. V, 1) scheinen dieses völlige Verlöschen der Neuritisspuren auch in kürzeren Zeiträumen anzunehmen, inzwischen glaube ich, dass bei einer recht eingehenden Verständigung über dasjenige, was man als Unterscheidungsmerkmal zwischen neuritischer und genuiner Atrophie gelten lässt, die Beobachtungen der geehrten Collegen in Einklang mit dem oben gesagten treten würden.Google Scholar
  4. *).
    Blessig (s. das Referat in den klinischen Monatsblättern im Augustheft dieses Jahres pag. 274) glaubt, dass neuritische Phaenomene nur auftreten, wenn der Schädeldruck sich allmälig und während langer Zeit steigert. Er glaubt diese Ansicht auf einige einschlägige Fälle und die Memorsky’schen Versuche stützen zu können, nach welchen Unterbindung der Jugularvenen an Hunden und Kaninchen keine Sehnerven-Anschwellung hervorruft.Google Scholar
  5. *).
    Siehe auch Hutchinson l. c. Jackson (siehe deren Ärbeiten in O. Hosp. Rep. V, 1). pag. 100.Google Scholar
  6. *).
    Wenn bei freiem venösen Abfluss Trombose in Gegend der lamina cribrosa oder hinter derselben entsteht, so werden wir leere Netzhautarterien zu erwarten haben. Ist aber durch die Gewebsschwellung zugleich, resp. schon früher der Venenausfluss gehemmt, so wird einige Füllung in der Arterie zurückbleiben können, andererseits aber werden, eben der cessirten Einströmung wegen, die üblichen Phänomene beim Fingerdruck ausbleiben.Google Scholar
  7. *).
    Horner hat (nach mündlicher Mittheilung) in einem derartigen Falle plötzlicher Erblindung auf dem einen Auge eine Rückkehr der Lichtwahrnehmung in der eilften Woche und hierauf völlige Genesung beobachtet, während das andere Auge blind blieb.Google Scholar
  8. *).
    Bei dieser Gelegenheit kann ich die Bemerkung nicht unterdrücken, dass man für manche Fälle, die als Embolie der Centralarterie bezeichnet werden, vermuthlich eine andere Auffassung gewinnen wird. Stellt sich ein so reines Bild wie z. B. in dem ersten von mir publicirten (siehe A. f. O. Bd. V. 1 pag. 136–158), seitdem von Professor Schweigger durch Section erhärteten Falle dar, beobachtet man ein Stadium, wo jede Infiltrationen fehlen und nur die Vorgänge der aufgehobenen arteriellen Blutzufuhr hervortreten, ist eine Embolus-Quelle durch ein Herzoder Arterienleiden gegeben, so kann man in der Deutung nicht schwanken. Fehlt letztere Herleitung, so wird man bereits zu dem Bedenken veranlasst, ob nicht die Trombose eine consecutive, durch anderweitige locale Vorgänge z. B. retrobulbäre Neuritis veranlasst sei. Das Zustandekommen von Hirnembolieen bei völlig gesundem Verhalten der Circulationsorgane ist freilich nachgewiesen, und hat man namentlich Abbröcklungen von Gerinnseln im Herzrohr als einen, bei normalen Menschen zur Sprache kommenden Quellpunkt statuirt. Ist die Möglichkeit eines analogen Zustandekommens auch für den Sehnerven zuzugeben, so existiren andererseits anatomische Momente, welche bei selbst geringen Schwellungszuständen eine lebendige Einwirkung auf die Gefässe erklären. Es ist ferner die Existenz solcher Zustände ausserhalb des Auges (descendirende Neuritis) erwiesen und vielleicht nicht einmal ein seltenes Vorkommniss. Nach alledem möchte ich glauben, dass der primäre Verschluss der Gefässe durch eingewanderte Pfröpfe (Embolie) weit seltener ist als die, durch Local-Verhältnisse, namentlich Einwirkungen auf die Aussenfläche der Gefässe, vermittelte (secundäre) Trombose. Ein diagnostisches Kennzeichen, auf welches ich in meiner ersten Abhandlung über Embolie (l. c.) Gewicht gelegt, dass bei Schwellungszuständen zugleich eine absolute Ueberfüllung der Venen vorhanden ist, halte ich zwar auch heute für werthvoll, doch hat mich der Nachweis descendirender Neuritis belehrt, dass es nicht untrüglich ist. Treten Schwellungen in einer Höhe ein, wo Venen und Arterien nicht mehr zusammenliegen, beispielsweise in Nähe des foramen opticum, so wird die Gefässcompression ganz das Bild, wie bei Embolie, hervorrufen. Es wird, wie auch bei Erörterung des letzteren Falles angedeutet, bei retrobulbärer Neuritis, auf genauere Localisationsbedingungen ankommen.Google Scholar
  9. *).
    Bei Neuritides (z. B. Cas. I) ist mir dies häufig nicht gelungen und geht es wohl bereits aus den früheren Erörterungen hervor, dass ich dieser secundären Ischaemie eine bedeutende Rolle zuweise. Einmal ist dort für deren höchste Grade Gelegenheit gegeben, und dann wird der ohnedem erkrankte Sehnerv unter ungenügender Blutzufuhr natürlich leichter seine Function einbüssen.Google Scholar
  10. **).
    Auch in dem Falle von Alfred Graefe fehlten dieselben nicht, da die papillae “an ihren Grenzen leicht verwischt” erschienen, waren abeŕ vielleicht bereits in der Abnahme, indem Patientin erst am sechsten Tage zur Untersuchung kam. Deshalb hat auch wohl Verfasser bei der Deutung seines Falles wenig Gewicht auf dieselben gelegt.Google Scholar
  11. *).
    Weit eher bin ich eine solche für partielle Erblindungen, z. B. centrale Scotome zu statuiren geneigt.Google Scholar
  12. **).
    Die Doppelseitigkeit der Erkrankung in den meisten, und vielleicht in allen typischen Fällon, könnte zum Aufsuchen eines für beide Seiten gemeinschaftlichen Quellpunktes, z. B. im basilaren Periost oder im Chiasma selbst führen. Allein die Ophthalmologie ist so reich an Beispielen symmetrischer Erkrankung der peripheren Gebilde, dass wir wohl in Abwesenheit anatomischer Nachweise in jener Richtung, und beim Fehlen aller sonstiger Kopfsymptome, gerade in dieser Categorie fulminanter Erblindungen, uns auf symmetrische Disposition berufen können. Auch andere Innervationsstörungen, deren materielle Ursache wir freilich noch nicht kennen, treten immer symmetrisch auf, so die Accommodationslähmung nach Halsentzündungen.Google Scholar
  13. *).
    Die Begründung der erörterten Erblindungen durch retrobulbäre Neuritis veranlasst mich zu der Bemerkung, dass eine analoge Entstehungsweise die meisten peripherischen, sogenannten rheumatischen Augenmuskellähmungen trifft. Es ist eine alte Vermuthung, dass denselben “rheumathische Ausschwitzungen im Neurilem” zu Grunde liegen, allein dieselbe hatte, ebenso wie die neuerdings durch Remak aufgestellte Neuritislehre nur spärliche anatomische Stützen. Mir ist in den letzten Jahren mehrfach Gelegenheit geworden, veraltete derartige Lähmungen im Bereich des Oculomotorius und Abducens, welche ich früher behandelt, zur Section zu bekommen. Es fanden sich, abgesehen von consecutiver Atrophie des Nerven, Residuen perineuritischer Erkrankung. Auch eine Fortpflanzung der Reizung vom Periost der Durchtrittslöcher auf die Nervenscheiden ist mir für viele derartige Fälle wahrscheinlich. Ich werde mir erlauben, das betreffende Erfahrungsmaterial, welches mir für die Auffassung dieser Lähmungen nicht werthlos, erscheint, gelegentlich im Zusammenhange vorzubringen.Google Scholar
  14. *).
    Eine sehr gründliche Erörterung des Gegenstandes mit lehrreichen Zusätzen findet sich im Jahresbericht der Utrechter Augenheilanstalt 1865 pag. 27–96.Google Scholar
  15. *).
    Diese Retraction, deren anatomische Bedingungen ich mehrfach an exstirpirten Augen verfolgt habe, entwickelt sich allerdings nicht in der ersten Periode, sondern mehr nach Consolidirung der Producte. Sie giebt meiner, Meinung nach nicht blos hier, sondern unter vielen andern Umständen ein werthvolles, diagnostisches Merkmal von hyperplastischer Cyclitis.Google Scholar
  16. *).
    In völliger Uebereinstimmung mit Critchett, s. Klinische Monatsblätter 1863 pag. 442.Google Scholar
  17. *).
    Auch bei anderen Processen, welche die Ciliartheile in rasche Mitleidenschaft ziehen, z. B. torpiden Eiterinfiltraten der Hornhaut mit inducirter oder androhender Iridocyclitis, ziehe ich jetzt die Ausführung der Iridectomie in obiger Form der gewöhnlichen vor.Google Scholar
  18. *).
    Dieselbe Ansicht vertritt Critchett (l. c.). Klinische Monatsblätter 1863 pag. 443.Google Scholar
  19. *).
    Es ist überhaupt eine ziemlich gültige Regel, da wo in Folge iridocyclitischer Processe Consistenzverringerung vorhanden ist, möglichst zu exspectiren, wie es umgekehrt Regel ist, bei Consistenzvermehrungen nicht zu säumen. Unter letzteren Bedingungen tritt, je länger je mehr, ein deletärer Kreis von Causalitäten ein; unter ersteren haben wir dagegen, sofern nicht überhaupt unheilbare Complicationen zu Grunde liegen, häufig Krankheitsphasen vor uns, deren spontaner AbIauf uns zu Hülfe kommt. Eine Neigung zu Drucksteigerung resp. Sehnervenexcavation äussert sich bei sympathischer Iridocyclitis gar nicht oder höchst ausnahmsweise; wenn dieselbe völlig deletär für den Lichtschein wird, geschieht es durch verkalkte Ciliarkörperexsudation, Glaskörperschrumpfung und Netzhautablösung.Google Scholar
  20. *).
    In ganz verzweifelten Fällen, namentlich bei Verkalkungen und dicken Bindegewebsbildungen in den Schwarten bin ich wohl früher gleich mit einem sehr grossen und in Form eines Exstirpatoriums gekrümmten Lanzenmesser durch die Gesammtmasse hindurch ins Linsensystem gegangen und habe unterhalb der Hornhautmitte wieder eine Contrapunction von 1′″ gemacht, dann die Pincettenbranchen hinter resp. vor die, zwischen dem oberen und unteren Schnitte liegenden Schwartenmassen gebracht, angezogen und durch zwei laterale Schnitte mit der geraden Scheere die Umschneidung der Masse beendet. Indessen scheint mir jetzt ein recht umfangreicher Schnitt an der Peripherie wichtiger als die Lockerung der Widerstände an der gegenüberliegenden Seite, da man dieselbe nöthigenfalls durch das Scheerenmanoeuvre erreicht, ohne die Verwundung selbst zu compliciren. Ich möchte daher dem obigen Verfahren mehr das Wort reden.Google Scholar
  21. *).
    Schon Rudolphi giebt an, dass er in Berlin unter 250 jährlichen Obductionen vier- bis fünfmal Cysticercus zu finden gewohnt war, während Bremser in Wien während 10 Jahren kein Exemplar zu Gesichte bekam, und neuerdings Virchow die ungemeine Seltenheit desselben in Würzburg während seines siebenjährigen Äufenthaltes daselbst constatirte.Google Scholar
  22. *).
    Auch Jacobson’s A. f. O. XI, 2 pag. 147 angeführte Patientin hatte an cephalischen Anfällen, denen allemal “bewusstlose Zustände” folgten, gelitten. Der Verdacht präexistirender, Hirncysticercen würde somit, bei Ausschluss anderer Ursachen, für dieselbe nahe liegen.Google Scholar
  23. *).
    Verfasser (A. f. O. XI, 2 pag. 162), führt, da die Sache nebenbei erwähnt wird, nur an, dass er wegen Amblyopia sympathica die Enucleation eines atrophischen Auges gemacht, in dessen Innern sich unerwarteter Weise ein Cysticercus (sehr gross, von 5′″) vorgefunden. Vielleicht erfahren wir gelegentlich etwas Näheres über den Zustand des zweiten Auges, insonderheit ob und welche materielle Veränderungen der Functionsstörung desselben zu Grunde lagen.Google Scholar
  24. *).
    Einen Bericht über diesen Fall habe ich der Berliner medicinischen Gesellschaft abgestattet, welcher im Auszuge in deren Sitzungsberichte übergegangen ist.Google Scholar
  25. *).
    Eben dieses Falls habe ich als “Cysticercus-Fibroid” der Orbita bereits A. f. O. X, 1 pag. 205 Erwähnung gethan und damals eine ausführlichere Mittheilung in Aussicht gestellt.Google Scholar
  26. *).
    Die Fälle von Weldone (cases and observations on Surgery 1806 pag. 104), Delpech (clinique chirurgicale Vol.2, pag. 102), Garcia Romeral (annales d’oculistique, Vol. 14, pag. 125), Lawrence (medico-chirurgical transactions. Vol. 17, pag. 148), Goyrand (annales de la chirurgie française 1843 et bulletin thérap. t. XXV, 230), Ansiaux (gaz. des hopitaux, 1854, pag. 514), Guthrie und Travers (citirt von Velpeau im dictionnaire de médecine, article Orbite) Cloquet (Archives générales de médecine t. 13, pag. 293), Waldhauer (Zehender’s Monatsblätter 1865, pag. 385) sind theils unbestimmter Natur („Hydatiden”) theils ausgemachte Echinococcen. Auch Mackenzie citirt einen zusammengesetzten Fall von Echinococcus am Orbitaldach, welcher von Keathe herrührt, einen andern aus Bowmann’s Praxis, endlich allerdings einen Fall von multiplen Cysticercen (siehe die neue französische Ausgabe des Mackenzie’schen Werkes, pag. 862), welche indess nicht in der Orbita, sondern im Bindegewebe der Schläfe und der Backe sassen und Eiterung hervorgerufen hatten, so dass die Geschwulst anfänglich von der Mundhöhle aus punktirt worden war.Google Scholar
  27. *).
    In dem raschen Sinken der reflectorischen Erregbarkeit liegt ein Grundzug der Cholera und, wie ich glaube, auch eine Hauptursache ihrer rapiden und grossen Tödtlichkeit. Was den Trigeminus anbetrifft, so ist es aus den Versuchen über Empfindungsschärfe im Gesicht, Reizungen des Conjunctivalsacks und aus der geringen Schmerzhafigkeit von Operationen an der Schläfe wohl annehmbar, dass dessen Leitung relativ sehr rasch, namentlich rascher als in den Empfindungsnerven des Rumpfes, leidet.Google Scholar
  28. *).
    Diese ist es, welche auch den apathischen Gemüthszustand der Patienten und die geringe Tiefe der Vorstellungen erklärt. An mehreren Patienten, welche während des Insultes selbst gut besinnlich erschienen, d. h. auf vorgelegte Fragen entsprechende Antworten gaben, habe ich die Wahrnehmung gemacht, dass sie nachträglich von ihrer ganzen Krankheit nichts wussten, sondern dass die während des Transportes im Korbe empfundenen Stösse die letzten Erinnerungspunkte bildeten. Es muss also zuweilen bei der äusserst geringen Blutzufuhr zum Hirn, dasselbe zwar fähig bleiben—etwa wie unter andern Bedingungen in gewissen Stadien der Chloroformnarcose—richtige Vorstellungen zu bilden, aber dieselben nicht derartig einzuprägen, um das adäquate Material für das Gedächtniss abzugeben.Google Scholar
  29. *).
    Die Erfahrung, dass die arterielle Circulation, wenn auch in wesentlich modificirter Weise, im Stadium asphycticum fortbesteht, stimmt übrigens mit dem überein, was wir bei Eröffnung der Radialarterien (behufs Infusionen) gefunden haben. Selbst da, wo gar keine tastbaren Spannungswellen mehr vorhanden waren, zeigte sich doch beim Anschneiden der Arterie noch ein recht ansehnlicher Blutstrom, und die rhythmische Hebung desselben verräth dem Auge was bereits dem Gefühle entging. Ich glaube hiernach, dass die Beobachtungen von völliger Leere selbst der mittleren Arterien sich auf Agonisirende resp. auf Verlegung des Ostium arteriosum durch Blutgerinsel beziehen.Google Scholar
  30. *).
    Ist hierbei S ziemlich gut, so geben die Patienten nicht allein an, dass sie die fixirten Objecte beim Verschlusse des gesunden Auges weit kleiner als beim Verschlusse des kranken sehen, sondern es lässt sich die wirkliche Verkleinerung der physiologischen (begreiflicherweise nicht der optischen) Netzhauteindrücke dadurch eruiren, dass man mit einem abwärts brechenden Prisma das leicht-excentrische Bild des kranken Auges dem Patienten zur vergleichenden Messung darbietet. Zwei sehr scharf angebende Patienten bezeichneten hierbei das Bild des kranken Auges als 2/3 resp. 3/4 (in jeder Dimension) so gross als das des gesunden. Eine Störung im binoculären Sehact ward durch die Differenz nicht hervorgerufen, es nahm vielmehr, so wie es zur Verschmelzung der beiderseitigen Netzhauteindrücke kam, das binoculäre Bild die Dimensionen an, welche dem gesunden Auge entsprachen—wiederum eine jener merkwürdigen psychischen Abstractionen. Die nach Retinitis zurückbleibende Micropie beruht offenbar auf dem Ausfall einer gewissen Summe empfindender Elemente, schliesst sich der von Förster erörterten Metamorphopsie bei centraler Chorioido-retinitis an, unterscheidet sich dagegen, wie aus obigen Anführungen hervorgeht, ihrem Wesen und ihrer näheren Erscheinung nach, durchaus von der bei Atropinwirkung und anderen Accommodationsanomalieen hervortretenden, seit Donders Erörterun den Fachgenossen ausreichend bekannten Form.Google Scholar
  31. *).
    Bei torpiden Eiterinfiltraten wurde, übrigens mit Beibehaltung der übrigen Therapie (nämlich der aromatisch-warmen Umschläge, des Chlorwassers, des Druckverbandes eventualiter der Iridectomie) nicht selten das Geschwür mit mitigirtem Lapis touchirt und hierdurch die Demarcation sichtlich befördert. Besonders heilsam schien mir eine solche Aetzung, natürlich immer mit sorgfältigster Neutralisation, bei flachen impetiginösen Pusteln und hieran sich schliessenden prominenten Eitergeschwüren zu wirken, und auch bei gewissen chronischen schwer vernarbenden Geschwüren. Bei der diffusen Keratitis mit geringem Reizzustande wurde der schleppende Verlauf einige Mal sichtlich abgekürzt durch ein periodisches sanftes Touchiren des centralen Hornhautbezirks, indem die natürliche Concentration der Infiltrate nach dieser Gegend dadurch beschleunigt war.— Die Localbehandlung der Hornhautgeschwüre mit argentum nitricum ist bekanntlich ein sehr altes Verfahren, welches sogar vor geraumer Zeit in Frankreich mit einer Art Rage angewandt wurde. Ist daraus wegen einer unvorsichtigen. Durchführung sicher überwiegender Schaden hervorgegangen, so scheint es von der neueren Ophthalmologie, statt indicationsweise cultivirt zu werden, ungerechterweise bei Seite gesetzt.Google Scholar
  32. *).
    Ebenso auch in dem früheren Falle (l. c.). von Weldone (cases and observations on Surgery 1806 pag. 104).Google Scholar
  33. *).
    Von allen Metastasen, welche man nach frühzeitig exstirpirten (streng intraocularen) Chorioidalsarcomen beobachtet, scheinen, soweit meine Uebersicht reicht, die Lebermetastasen relativ die häufigsten.Google Scholar
  34. *).
    In ganz ähnlicher Weise habe ich einige Mal temporäre Heilwirkungen (auf Wochen) der Irdectomie beziehentlich auf Spannung des Bulbus, Ciliarneurose und entzündliche Erscheinungen da gesehen, wo das Sehvermögen in Folge von Aderhautsarcomen erloschen und secundäres Glaucom eingetreten war.Google Scholar
  35. *).
    Die näheren Umstände dieser secretorischen Irradiation oder vielleicht auch dieses secretorischen Reflexes bleiben allerdings in Dunkel gehüllt. Warum in den Lacrimalnerven eine deutlich strömungserregende Wirkung, in den intraocularen Secretionsnerven das Gegentheil? Warum überhaupt letzteres in diesem Falle, während man in so unendlich vielen Neuralgieen derselben Gegend bisher, so viel ich weiss, einen ähnlichen Einfluss auf den Augendruck nicht beobachtet—das Alles bin ich zu entscheiden ausser Stande. Die Thatsachen, dass gerade bei inneren Augenentzündungen Hypersecretion der Thränendrüse sehr häufig mit rascher Abnahme des intraocularen Druckes zeitlich coincidirt und dass umgekehrt in den glaucomatösen Zuständen, sofern sie nicht mit lebhafter Irritation verbunden sind, eine übertriebene Lacrimation nicht beobachtet wird, können allerdings in verschiedener Weise gedeutet werden, fallen aber nicht gerade in die Categorie derjenigen Umstände, die uns zur Annahme der Donders’ schen Theorie von der Beherrschung der intraocularen Secretionen durch den Trigeminus stimmen.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • A. v. Graefe

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