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Holz als Roh- und Werkstoff

, Volume 3, Issue 7–8, pp 233–238 | Cite as

Beitrag zur laboratoriumsmäßigen Prüfung von Holzschutzmitteln. Das Verhalten von mit Kupfersulfat getränkten Hölzern

  • Ad. Rabanus
Article

Zusammenfassung

Versucht man sich nunmehr eine Vorstellung über die Ursachen des sehr unterschiedlichen Verhaltens der mit Kupfervitriol getränkten Hölzer zu machen, dann kommt man zu dem Ergebnis, daß Kupferverbindungen an sich keine schlechten Pilzgifte sind, daß aber viele Pilze die Möglichkeit haben, sich der Giftwirkung der Kupferverbindungen zu entziehen. Für die in vielen Fällen festgestellte gute Dauerwirkung der Kupfervitrioltränkung ist die Tatsache verantwortlich, daß Kupfervitriol im Holz in schwer auswaschbare Form übergeführt wird. Diese schwere Auslaugbarkeit wird einmal bedingt durch eine in ihrer Ursache noch näher zu klärende Fixierung, ferner durch die Bildung von Kupferresinat, sowie die Umbildung zu Kupferoxydul und in kalkhaltigen Böden durch die Bildung von Kupferkarbonat. Kalkhaltiger Boden ist also durchaus keine Ursache für schlechte Bewährung von Kupfervitriolstangen, sondern Kalkboden begünstigt geradezu eine gute Wirkung. Diese gute Wirkung kann aber nur dann praktisch in Erscheinung treten, wenn sich am Holz Pilze ansiedeln, die keine oder nur ganz geringe Oxalsäurebildung aufweisen. Gelangen aber Pilze, die Oxalsäure in beträchtlicher Menge erzeugen, an mit Kupferverbindungen getränkte Hölzer, dann tritt eine vollkommene Inaktivierung des Kupfers ein, die ein vollständiges Versagen der Kupfervitrioltränkung herbeiführt. Die unterschiedliche Bewährung der Kupfervitriolstangen ist deshalb nicht abhängig von der Bodenart, abgesehen allerdings von stark ammoniakalischen Böden, sondern in erster Linie von der geographischen Verbreitung der Holzpilze. In Gegenden, in denen Lenzitesarten, vor allem Lenzites abietina, oder andere Pilze der Gruppe A vorherrschen, wird eine gute Bewährung der Kupfervitriolstangen zu erwarten sein, wohingegen in Gegenden, in denen Polyporus vaporarius oder andere Pilze der Gruppe B stark verbreitet sind, mit Kupfervitriol oder anderen Kupfersalzen niemals eine wirkungsvolle Holztränkung erzielt werden kann.

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Copyright information

© Verlag Von Julius Springer 1940

Authors and Affiliations

  • Ad. Rabanus
    • 1
  1. 1.I. G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft UerdingenNiederrhein

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