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Holz als Roh- und Werkstoff

, Volume 21, Issue 12, pp 482–492 | Cite as

Die Fluorid=Verteilung aus Nachschutz=Modellbandagen in Holzmasten

  • Günther Becker
  • Martin Gersonde
Article

Zusammenfassung

An ganzen Masten, ungeschützt und mit verschiedenem und vor unterschiedlicher Zeit ausgeführtem Grundschutz, wurden das Eindringen und die quantitative Verteilung von Natriumfluorid (=N-Salz) und einem Kaliumbichromat-Kaliumhydromat-Kaliumhydrogenfluorid-natriumfluorid-Gemisch (=U-Salz) aus abgedichteten Nachschutz-Modellbandagen nach 1- und 5jähriger Versuchsdauer durch Fluorid-Bestimmung geprüft.

Das radiale und axiale Eindringen des Fluorids schreitet von 1 Jahr zu 5 Jahren bei N-Salz weit, bei U-Salz im allgemeinen wenig voran. Der verschiedene Fluorid-Gehalt beider Nachschutzsalze und die chromat-Fluorid-Fixierung des U-Salzes führen zu sehr unterschiedlichen Eindringtiefen. Der angewendete Grundschutz hemmte in verschiedenem Ausmaß das Eindringen des Fluorids. Kiefer und Fichte ohne Grundschutz ergaben nach 5 Jahren ähnliche Eindringtiefen.

Die mengenmäßige Verteilung des Fluorids in den Masten ist durch einen in Abhängigkeit von Grundschutz, dem Nachschutz-Salz und der Zeit unterschiedlich steilen Abfall der Konzentration von außen nach innen gekennzeichnet. Nach 5 Jahren ist die anfänglich sehr große Fluorid-Dichte des 1. cm-Bereichs geringer und die Mengenverteilung im Mastinnern einheitlicher geworden. Geringere Fluorid-Mengen im Splintholz im 2. und 3. cm-Bereich als im Kernoder Reifholz zeigen Abwanderungsvorgänge in senkrechter Richtung auf Grund der im feuchteren Splintbereich schnelleren Diffusionsvorgänge an.

Es erweist sich, daß nach 5 Jahren bereits ein erheblicher Teil an nichtfixiertem Fluorid nach unten zu abgewandert ist, die im Holz vorhandene Menge aber noch bis zu einer verschiedenen radialen Tiefe zum Schutz gegen Basidiomyceten ausreicht. Die Auswanderung des Fluorids als Salz und als Fluorwasserstoff-Dampf wird durch Anwesenheit von Chromat im Grundschutz- oder Nachschutz-Salz gehemmt. Darin liegt ein Vorteil Chromat-enthaltender vor Chromat-freien Nachschutz-Salzen.

Zueiner Auswertung der Ergebnisse für die Praxissind noch die Ergebnisse mit Nachschutzmittel-Typen des Handelsheranzuziehen, die an anderer Stelle wiedergegeben werden.

Distribution of fluoride from prototype bandages for after=treatment in wooden poles

Summary

On whole poles, unprotected and with a basic protection applied at different intervals, the penetration and the quantitative distribution of sodium fluoride (N salt) and a potassiumbichromate potassium-hydrogen-fluoride sodium-fluoride compound (U salt) from sealed prototype bandages for after-treatment were investigated by fluoride determination after 1 and 5 years of testing.

The radial and axial penetration of the fluoride from 1 year to 5 years with N salt proceeds far, with U salt in general only little. The differing fluoride content of both after-treatment salts and the chromate-fluoride fixation of the U salt are causing very different penetration depths. The basic protection applied impeded the penetration of the fluoride to a different extent. Pine and fir without basic protection after 5 years showed similar penetration depths.

The quantitative distribution of the fluoride in the poles is marked by a decrease of concentration from exterior to interior, the differing gradient depending on the basic protection, the after-treatment salt and the period of time. After 5 years, the initially very large density of fluoride within the first cm-zone has become less and the quantitative distribution in the interior of the pole more uniform. Quantities of fluoride which are smaller in sapwood within the second and third cm-zone than in heartwood indicate signs of migration into the vertical direction, based on diffusion processes which are taking place more rapidly in the most sapwood.

It appears that after 5 years already a substantial portion of the non-fixed fluoride has wandered downward. To differing radial depths, the quantity left in the wood still offers sufficient protection against basidiomycetes. The migration of the fluoride as salt and as hydrofluoric gas is restrained by the presence of chromate as basic protection or after-treatment salt. This constitutes an advantage of chromate-containing as against chromate-free after-treatment salts.

For practical use, also the results of after-treatment tests with commercial preservatives have to be consulled, which will be published elsewhere.

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Schrifttum

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Copyright information

© Springer-Verlag 1963

Authors and Affiliations

  • Günther Becker
    • 1
  • Martin Gersonde
    • 1
  1. 1.Fachgruppe „Biologische Materialprüfung, Holzschutz und Holztechnologie”Bundesanstalt für Materialprüfung Berlin-DahlemBerlein-DahlemDeutschland

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