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Lüdtke, Christian: Hans Delbrück und Weimar. Für eine konservative Republik – gegen Kriegsschuldlüge und Dolchstoßlegende, 432 S., Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018.

  • Joël MouricEmail author
Rezension 20. Jahrhundert

Auch wenn die Figur des großen Militärhistorikers Hans Delbrück (1848–1929) in Bezug auf die wilhelminische Zeit oft erwähnt wird, wurde bisher sein politisches Wirken in der Weimarer Republik noch nie eingehend analysiert. Das Werk Christian Lüdtkes, das aus seiner Dissertation entstand, wird diese Lücke schließen.

Mit dem Zusammenbruch des Kaiserreiches wurde Delbrück 1918 von einem treuen Monarchisten zu einem Vernunftrepublikaner. Sein Hauptziel war es, den deutschen Staat vor Gefahren zu schützen, die er vorerst in der Radikalisierung der Rechten erblickte (S. 11). 1919 plädierte er für die Auflösung Preußens, deren weltgeschichtliche Mission erfüllt wäre, und entwickelte sich zu einem entschiedenen Anhänger des Nationalstaates (S. 137). Obwohl er 1919 seine Tätigkeit als Herausgeber der „Preußischen Jahrbücher“ aufgab, übte er immer noch einen bedeutenden Einfluss auf die öffentliche Meinung aus, sowohl durch zahlreiche Zeitungsartikel als auch Rundfunksendungen (S. 301), sodass...

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© Gesellschaft zur wissenschaftlichen Förderung politischer Literatur e.V. and the Author(s) 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.BrestFrankreich

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