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Beckert, Jens: Imaginierte Zukunft. Fiktionale Erwartungen und die Dynamik des Kapitalismus, 569 S., Suhrkamp, Berlin 2018.

  • Silke GülkerEmail author
Rezension Politikwissenschaft
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„Imaginierte Zukunft“ ist eine treibende Kraft des Kapitalismus – so die Kernthese des gleichnamigen Buches von Jens Beckert. Nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft zählt, lautet sein Appell an die Leser_innen im Allgemeinen und an die Kolleg_innen aller sozialwissenschaftlicher Disziplinen im Besonderen.

Im Zentrum seines Konzeptes steht der Begriff fiktionaler Erwartungen. Im Unterschied zu rationalen Erwartungen, wie sie in der Ökonomie üblicherweise konzipiert werden, zeichnen sich fiktionale Erwartungen durch Offenheit für kreative Antizipation zukünftiger Ungewissheit aus. Ebenfalls im Unterschied zur üblichen ökonomischen Lesart, interpretiert Beckert Ungewissheit nicht als Störfaktor einer Kalkulation, sondern als Motor für und Zwang zur Kreativität. Fiktionale Erwartungen als treibende Kraft der Wirtschaft sind damit auch literarischer Fiktion ähnlicher als allgemein angenommen.

Im Hauptteil des Buches stellt Beckert die Bedeutung der fiktionalen Erwartung für...

Copyright information

© Gesellschaft zur wissenschaftlichen Förderung politischer Literatur e.V. and the Author(s) 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.LeipzigDeutschland

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