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Neue Politische Literatur

, Volume 64, Issue 3, pp 609–611 | Cite as

Rabe, Paul-Moritz: Die Stadt und das Geld. Haushalt und Herrschaft im nationalsozialistischen München, 399 S., Wallstein, Göttingen 2017. Szöllösi-Janze, Margit (Hrsg.): München im Nationalsozialismus. Imagepolitik der „Hauptstadt der Bewegung“, 283 S., Wallstein, Göttingen 2017.

  • Christoph RaichleEmail author
Rezension 20. Jahrhundert
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Lange Zeit galten in der Forschung die Verwaltungen der Länder und Kommunen im „Dritten Reich“ als wenig interessante Studienobjekte. Aufgrund von „Gleichschaltung“ und „Verreichlichung“ erschienen sie als reine Vollzugsorgane reichsweiter Vorgaben ohne eigene Handlungsspielräume und, in fehlverstandener Adaption von Ernst Fraenkels „Doppelstaat“, gar als rechtsstaatlicher Gegenspieler des Terrorapparats von Partei, SS und Gestapo. Neuere Studien kratzen entschieden an dieser Sichtweise und betonen Einflussmöglichkeiten und Eigeninitiativen auch unterhalb der Reichsebene. In diesen Rahmen fügt sich die Dissertation von Paul-Moritz Rabe ebenso wie der Sammelband von Margit Szöllösi-Janze, die sich mit Haushalts- und Imagepolitik der Stadt München zwei zentralen kommunalpolitischen Handlungsfeldern zuwenden.

Auch Rabe betont die teils „erheblichen Ermessenspielräume“ (S. 116) städtischer Akteure, die durch die „stille Macht der Expertise“ (S. 139) die Umbrüche von 1933 wie 1945 oft recht...

Copyright information

© Gesellschaft zur wissenschaftlichen Förderung politischer Literatur e.V. and the Author(s) 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Esslingen a. N.Deutschland

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