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Neue Politische Literatur

, Volume 64, Issue 3, pp 585–589 | Cite as

Richter, Hedwig: Moderne Wahlen. Eine Geschichte der Demokratie in Preußen und den USA im 19. Jahrhundert, 656 S., Hamburger Edition, Hamburg 2017.

  • Thomas MergelEmail author
Rezension 19. Jahrhundert
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Eine vergleichende Geschichte des Wählens ist eine gute Idee, wenn auch „Wählen“ noch nicht das Gleiche ist wie „Demokratie“. Hedwig Richters voluminöses Buch formuliert einen hohen Anspruch: nämlich den Erfolg des Wählens als Legitimationsstiftung seit dem 19. Jahrhundert vergleichend zu erklären. Die Frage ist nicht ganz neu – die Namen Margaret Anderson, Thomas Kühne, Eric Foner oder Alexander Keyssar mögen stellvertretend stehen –, aber immer noch lohnend. Was leistet demgegenüber das zu rezensierende Buch?

Richter formuliert gleich eingangs die These, dass Wahlen als Verfahren zur Herrschaftsbestallung deshalb so erfolgreich waren, weil sie das Dilemma lösten, auf der einen Seite Herrschaft zu legitimieren und auf der anderen Seite Gleichheit und Freiheit sicherzustellen (S. 20 f.). Ist das nicht ein wenig trivial und gleichzeitig ein wenig vollmundig? Stellen Wahlen selbstverständlich Freiheit sicher? Napoléon III. kann ein anderes Lied singen. Oder gar Gleichheit? Preußen, das...

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© Gesellschaft zur wissenschaftlichen Förderung politischer Literatur e.V. and the Author(s) 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.BerlinDeutschland

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