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Dear, Kevin M.: Leistungsgerechtigkeit im Politischen Liberalismus. Eine philosophische Untersuchung, 240 S., Velbrück, Weilerswist 2018.

  • Nina VerheyenEmail author
Rezension Politikwissenschaft

Ist es gerecht, wenn Status und knappe Güter auf der Grundlage individueller Leistung verteilt werden oder zumindest verteilt werden sollen? Die Philosophie geht dieser Frage seit vielen Jahrzehnten maßgeblich unter dem Einfluss John Rawls’ nach. Dessen „Theory of Justice“ von 1971 gibt bekanntlich eine skeptische Antwort – auch weil es letztlich Glückssache und nicht eigenes Verdienst sei, wer mit welchen Begabungen auf die Welt komme. Seither sind die Probleme der sogenannten Verteilungsgerechtigkeit von philosophischer Seite wiederholt herausgestellt worden, wozu auch gehört, dass sich die Leistungen Einzelner in einer pluralistischen, arbeitsteiligen Gesellschaft weder präzise voneinander isolieren noch objektiv bestimmen lassen. Parallel haben die Sozialwissenschaften dem westlichen Glauben, in einer Leistungsgesellschaft zu leben, empirisch den Boden entzogen. Denn in den USA, in Deutschland und anderen selbst ernannten Meritokratien hängen Güterverteilungen und Statussysteme...

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© Gesellschaft zur wissenschaftlichen Förderung politischer Literatur e.V. and the Author(s) 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.KölnDeutschland

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