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Neue Politische Literatur

, Volume 64, Issue 1, pp 197–199 | Cite as

Der portugiesische Spätkolonialismus

  • Thomas WeißmannEmail author
Rezension 20. Jahrhundert
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Abele, Christiane: Kein kleines Land. Die Kolonialfrage in Portugal 1961–1974, 316 S., Wallstein, Göttingen 2017.

Mit „Kein kleines Land. Die Kolonialfrage in Portugal 1961–1974“ legt Christiane Abele die erste deutschsprachige Untersuchung zum portugiesischen Spätkolonialismus vor, die die Diktatur und den Kolonialismus als „doppeltes Legitimitätsproblem“ (S. 30) begreift. Die Studie, die sich unter anderem auf Quellen der Geheimpolizei PIDE/DGS und des Überseeministeriums stützt, arbeitet die „Kontinuität imperialer Denkmuster“ (S. 10) heraus und konzentriert sich auf den Umgang sozialer Eliten mit der neuartigen Herausforderung der Kolonialkriege, wobei die Metropole als Epizentrum im Mittelpunkt steht. Dies heißt aber nicht, dass die Kolonialisierten nur als „hilflose Opfer“ (ebd.) betrachtet werden oder sich dieses Werk in die „Salazar- und“-Literatur einreihen würde, die eine gewisse Allmacht des Diktators suggerieren oder lokale Kolonialverwaltungen nur als verlängerte Arme...

Copyright information

© Gesellschaft zur wissenschaftlichen Förderung politischer Literatur e.V. and the Author(s) 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.ChemnitzDeutschland

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