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Geriatrie-Report

, Volume 14, Issue 3, pp 49–49 | Cite as

Differenzierte Behandlung mit Opioiden

Tipps für die Tumorschmerz-Therapie

  • Miriam Neuenfeldt
Industrieforum
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Aus randomisiert-kontrollierten Studien lässt sich schlussfolgern, orale retardierte Opioide der WHO-Stufe III seien vergleichbar und austauschbar. Praxisdaten hingegen zeigen deutliche Unterschiede.

_ Im Praxisregister Schmerz der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin wurden bis Ende 2018 etwa 17.832 Daten von Patienten mit tumorbedingten Schmerzen erfasst. Davon wurden 94% mit oralen Retardopioiden der WHO-Stufe III therapiert. Laut den Ergebnissen einer retrospektiven Evaluation dieser Registerdaten war der Anteil der Patienten, die wegen mangelnder Wirksamkeit das Opioid wechselten, bei allen Präparaten mit rund 42% annähernd identisch, berichtete PD Dr. Michael Überall, Medizinischer Direktor am Institut für Neurowissenschaften, Algesiologie und Pädiatrie, Nürnberg. Jedoch zeigten sich hinsichtlich der Verträglichkeit signifikante Unterschiede: Die Therapieabbruchrate aufgrund von Verträglichkeitsproblemen lag bei Morphin mit 35,8% am höchsten und bei lang wirksamem 24-h-Hydromorphon mit 5,0% am niedrigsten.

Jeder zweite Tumorschmerzpatient ist unterversorgt

Etwa 22% aller Behandlungsversuche mit dem Goldstandard Morphin erreichten einen Therapieerfolg, wohingegen die Therapie mit dem 24-h-Hydromorphon-Präparat (Hydromorphon Aristo® long) bei über der Hälfte der Patienten erfolgreich war. „Die so häufige Verwendung von Morphin bei der ersten medikamentösen Therapie sollte daher hinterfragt werden“, so Überall.

Nahezu die Hälfte der Tumorschmerzpatienten ist nicht ausreichend versorgt“, konstatierte Dr. Andrew Davies, klinischer Leiter für Palliativmedizin am Royal Surrey County Hospital, St. Luke’s Krebszentrum, Guildford, Großbritannien. Die Dosiserhöhung des Basisopioids empfehle er bei tumorbedingtem Durchbruchschmerz nicht. Aufgrund seines schnellen Wirkeintritts sei beispielsweise Fentanyl in Form von Sublingualtabletten eine geeignete Bedarfsmedikation.

Starke Schmerzen i.v. heruntertitrieren

„Es macht keinen Sinn, Patienten mit stärksten Tumorschmerzen Morphin oral zu verabreichen und zu warten, ob der Schmerz dann nachlässt“, sagte Dr. Norbert Schürmann, Departmentleiter der Abteilung für Schmerz- und Palliativmedizin am St-Josef Krankenhaus, Moers. Effektiver sei es, den Schmerz mit Opioiden intravenös herunter zu titrieren.

Literatur

  1. Lunchsymposium „Opioid Treatment for Chronic Pain — Differentiation Necessary?“, 16th World Congress of the European Association for Palliative Care, Berlin, 24. Mai 2019; Veranstalter: Aristo PharmaGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Miriam Neuenfeldt
    • 1
  1. 1.

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