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Editorial

  • Petra StuteEmail author
Editorial
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Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie auch in den letzten Jahren wechseln die Medienschreckenswellen zwischen hormonaler Kontrazeption und menopausaler Hormonersatztherapie (MHT) ab: Während wir letztes Jahr dank einer dänischen Registerstudie in Sorge um eine potentielle Suizidalität unserer jungen Patientinnen waren, denen wir eine hormonale Kontrazeption verschrieben hatten, müssen wir uns mindestens seit gestern wieder zeitintensiv mit dem Thema Hormone und Brustkrebsrisiko auseinandersetzen. Am 29. August 2019 nämlich publizierte das LANCET eine neue Auswertung von über 50 retro- und prospektiven Studien und kam zu dem Schluss, dass eine MHT noch stärker als gedacht das Brustkrebsrisiko erhöhe. Alle Medien stürzten sich darauf und die internationalen Menopausengesellschaften beeilten sich mit ihren Statements, um ein Déjà-vu der WHI-Studie 2002 zu verhindern. Die Stellungnahme der SMG finden Sie in dieser Ausgabe.

Ich habe mich schon immer gefragt, warum eigentlich das Thema „Frauen und Hormone“ in „schöner“ Regelmässigkeit bei den Medien so beliebt ist?! Zumindest kann ich mich nicht erinnern, dass jemals über Medikamente für Männer derartig emotionsgeladen in der Öffentlichkeit gestritten wird. Wenn Ihnen ein Beispiel einfällt, schreiben Sie es mir bitte!

Aber nun zur aktuellen Ausgabe des Journals, das Sie in Ihren Händen halten: Ja, es geht um MHT und Brust, genauer um das DCIS der Brust. Und es geht um die Knochengesundheit von Frauen und die Frage, welchen Einfluss verschiedene Gestagene auf den Knochen haben. Zunehmende Aufmerksamkeit im Kontext der Knochengesundheit erhält neben Kalzium und Vitamin D auch das Vitamin K. Hier gibt es immer mehr Hinweise, dass ein Vitamin-K-Mangel eine Osteoporoseentwicklung begünstigt und daher Vitamin K auch im Sinne der Osteoporoseprävention supplementiert werden sollte. Hier bietet der Übersichtsartikel in der Rubrik „Orthomolekulare Medizin“ alles Wissenswerte für die Praxis. Last but not least wagen wir einen Blick in die Reproduktionsmedizin: Seit mehreren Jahren gewinnt die sog. IVF Naturelle an Beliebtheit, die im Wesentlichen den natürlichen Zyklus der Frau nutzt, um eine Eizelle zu gewinnen und extrakorporal zu befruchten. Für welches Paar diese Kinderwunschtherapie geeignet ist, lesen Sie hier.

Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen und einen bunten Herbst!

Ihre Petra Stute

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Notes

Interessenkonflikt

P. Stute gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Austria, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Universitätsklinik für FrauenheilkundeInselspital BernBernSchweiz

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