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Pflegezeitschrift

, Volume 71, Issue 8, pp 62–62 | Cite as

Zehenspreizgang: „Das verwächst sich!“

Impuls der Wissenschaft
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Bei fast 80% der Kinder mit einem Zehenspitzengang normalisiert sich der Gang bis zum Alter von zehn Jahren spontan, wie aus einer bevölkerungsgestützten Kohortenstudie hervorgeht.

In die schwedische Studie wurden 1.401 Kinder im Alter von fünfeinhalb Jahren ohne motorische oder neurologische Entwicklungsstörungen einbezogen. Außerdem dokumentierten Ärzte um Dr. Pähr Engström vom Blekinge-Krankenhaus in Karlskrona die Entwicklung des Zehenspitzengangs bei zunächst 35 Kindern mit Komorbiditäten: 18 hatten neuromotorische Störungen wie Zerebralparese und 17 neurologische Entwicklungsstörungen wie Autismus und ADHS. Bei 63 der insgesamt 1.401 Kinder war anfangs ein Zehenspitzengang diagnostiziert worden, bei 26 von ihnen war das noch im Alter von 5,5 Jahren der Fall. Sieben der 17 Kinder mit neurologischen Entwicklungsstörungen wiesen in diesem Alter ebenfalls noch einen Zehenspitzengang auf. Die Kinder mit neuromotorischen Störungen wurden im Weiteren nicht berücksichtigt. Ziel der Studie war, die Prävalenz dieser Ganganomalie im Alter von acht und zehn Jahren zu ermitteln.

Aus den gesammelten Daten geht hervor, dass der Anteil der Kinder jünger als 5,5 Jahre mit Zehengang bei 4,5% lag, im Alter von fünfeinhalb Jahren bei 1,9%. Danach sank die Prävalenz weiter, und zwar im Alter von acht Jahren auf 1,1% und im Alter von zehn Jahren auf 0,6%.

Spontane Normalisierung

Die Eltern von sechs der 26 ansonsten gesunden Kinder hatten angegeben, dass ihr Kind ab dem Alter von acht Jahren nicht mehr den Zehenspitzengang aufwies. Bei sieben weiteren dieser 26 Kinder war das erst im Alter zwischen acht und zehn Jahren der Fall. Bei allen 13 Kindern legte sich der Zehengang mit der Zeit auch ohne Behandlung. Bei vier der 26 Kinder mit Zehengang im Alter von 5,5 Jahren wurde dagegen an beiden Extremitäten eine perkutane Verlängerung der Achillessehne vorgenommen. Im Alter von zehn Jahren erfolgte bei einem weiteren Kind aus der Gruppe der 63 Kinder eine chirurgische Korrektur. Somit normalisierte sich der Gang bei insgesamt 79% der Kinder spontan. Zu einer sekundären Kontraktur des Sprunggelenks sei es nicht gekommen, so die Ärzte.

Wichtig ist ihren Angaben zufolge, bei Kindern mit Zehenspitzengang auf Komorbiditäten zu achten — zum Beispiel auf neurologische Entwicklungsstörungen.

Quelle

  1. Engström, P et al. Idiopathic Toe-Walking: Prevalence and Natural History from Birth to Ten Years of Age. JBJS 2018; online 18. April 2018; DOI: http://dx.doi.org/10.2106/JBJS.17.00851Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • PL
    • 1
  1. 1.

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