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Pflegezeitschrift

, Volume 71, Issue 8, pp 44–44 | Cite as

Ausbildungsverordnung: Kritik aus den Verbänden

Niveau der Altenpflegeausbildung droht zu sinken
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© alephnull / Fotolia (Symbolbild mit Fotomodellen)

Auf die Verabschiedung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe reagierten viele Pflegeverbände und -Institutionen mit deutlicher Kritik. „Der Verordnungsentwurf senkt den eigenständigen Altenpflegeabschluss im dritten Ausbildungsjahr auf ein Kompetenzniveau ab, das nicht mehr dem eines Heilberufes entspricht“, erklärt Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflege-rats e.V. (DPR). „Der Altenpflegeberuf wird dadurch fast zu einem Assistenzberuf degradiert.“ Nach Ansicht des DPR führt die Reform der Pflegeausbildung durch das Pflegeberufegesetz für die Altenpflege nicht zu einer gewünschten Attraktivitätssteigerung des Berufs, sondern vielmehr zu dessen Abwertung.

Der Deutsche Bildungsrat (DBR) kritisiert die Annahme der Arbeitgeber, dass die Altenpflegeausbildung zu anspruchsvoll sei. „Ohne dass die pflegewissenschaftlichen und pflegepädagogischen Expertinnen, die den Referentenentwurf maßgeblich geprägt haben, noch einmal angehört worden wären, ist dieser Referentenentwurf aus politischen Gründen geändert worden“, erklärt Gertrud Stöcker, Vorsitzende des DBR. Stöcker zufolge sei deutlich geworden, dass nicht die Pflegequalität im Vordergrund stehe, sondern vielmehr die Interessen der Arbeitgeber. Sie beanstandet deutlich die Annahme der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dass Menschen mit einem Hauptschulabschluss mit der Altenpflegeausbildung überfordert seien. „In der Tat wäre die ursprünglich geplante Ausbildungsqualität anspruchsvoll. Sie muss auch anspruchsvoll sein, genauso wie sie für die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und für die allgemeine Pflege anspruchsvoll sein muss, da die Pflege in allen Versorgungsbereichen anspruchsvoll ist“, erläutert die Vorsitzende.

Ähnlich äußerte sich der BLGS bereits an anderer Stelle zum hessischen Modell der Altenpflegehilfe-Ausbildung: „Wir halten es überdies für unverantwortlich, Personen ohne Schulabschluss und mit erwartungsgemäß unzureichender Sprachkompetenz ausgerechnet zu einer Pflegeausbildung zuzulassen,“ sagte Bundesvorstand Carsten Drude.

Ulrike Döring, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland e.V. (ADS), sieht in dem neuen Pflegeberufegesetz ebenfalls eine Abwertung des Berufsabschluss der Altenpfleger gegenüber den Pflegenden anderer Bereiche. „Das kann ernsthaft keiner wollen“, erklärt Döring. „Es muss doch gelingen, ab dem 01.01.2020 mit einer Pflegeausbildung in Deutschland zu starten, die die Voraussetzungen für eine umfassende pflegerische Versorgung der Bevölkerung in allen Altersstufen erfüllt und gleichzeitig den Pflegeberuf wieder attraktiver macht“, so der Appell der ADS-Vorsitzenden.

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Authors and Affiliations

  • JB
    • 1
  1. 1.

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