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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 9, Issue 4, pp 14–14 | Cite as

Ergebnisse BVOU-Umfrage 2018

So sieht die Versorgungsrealität bei Rheumapatienten aus

  • Uwe Schwokowski
  • Jörg Ansorg
Aus Unserem Fach Versorgung und Standards
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Bei einer Umfrage des BVOU unter 154 niedergelassenen rheumatologisch aktiven Orthopäden und Unfallchirurgen (allesamt Teilnehmer der RhefO-Kursreihe der ADO) im Jahr 2018 gaben die Antwortenden zu über 40 % an, rheumatoide Arthritiden zu behandeln. Jeweils zirka 20 % der behandelten Rheumapatienten verteilen sich auf die Diagnosen Morbus Bechterew, Psoriasisarthritis sowie andere Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.

Erfahrungsberichte bestätigen, dass sich bei Überweisungen von Hausärzten zu internistischen Rheumatologen nur bei zwei von zehn Patienten die Verdachtsdiagnose „Rheuma“ bestätigt. Diese fehlgeleiteten Patienten sind Hauptursache der langen Wartezeiten beim internistischen Rheumatologen. Würden der Orthopäde und Unfallchirurg und erst recht der orthopädische Rheumatologe regelhaft in den Versorgungsprozess einbezogen, könnten viele Fehlüberweisungen vermieden und die Sprechstunden der internistischen Rheumatologen spürbar entlastet werden. Die internistischen Rheumatologen hätten dann sehr viel mehr Vakanzen für Akutfälle, wirklich bedürftige Rheumapatienten und vor allem die komplexen Therapien bei schweren Verläufen.

Orthopäden und Unfallchirurgen sowie orthopädische Rheumatologen verordnen vor allem nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Glukokortikoide. Lediglich ein Drittel der Kollegen verschreibt auch die moderneren DMARDs regelhaft (Abb. 1). Hier besteht vor allem die Befürchtung, das eigene Arzneimittelbudget zu überziehen und Regressforderungen ausgesetzt zu sein. Dieses Risiko ist heute bei intakter Kommunikation mit der zuständigen KV fast zu vernachlässigen.
Abb. 1

Umfrageergebnis zu Arzneimittelverordnung

Quelle: BVOU

Orthopäden und Unfallchirurgen tragen bereits zu einer erheblichen Entlastung der internistischen Rheumatologen bei. Dieser Versorgungsbeitrag könnte bei einer Kooperation auf Augenhöhe, wie sie in einzelnen Regionen Deutschlands bereits gelebte Realität ist, in Zukunft noch deutlich gesteigert werden. Dass diese Kooperationen regional funktionieren, zeigt auch die Erhebung des BVOU. Der Anteil der Kollegen, die die Diagnose einer rheumatischen Erkrankung selbst stellen, ist ebenso hoch wie der Anteil der Kollegen, die dies in enger Kooperation mit einem internistischen Rheumatologen tun (Abb. 2).
Abb. 2

Umfrageergebnis zur Diagnosestellung

Quelle: BVOU

Copyright information

© DGOU und BVOU 2019

Authors and Affiliations

  • Uwe Schwokowski
    • 1
  • Jörg Ansorg
    • 2
  1. 1.RatzeburgDeutschland
  2. 2.BerlinDeutschland

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