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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 9, Issue 4, pp 3–3 | Cite as

„Arthroskopie hilft“

  • DGOU und BVOU
Editorial
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Prof. Dr. Helmut Lill, Hannover, Präsident der AGA — Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie — hält die Chancen zum Gelenkerhalt mittels Arthroskopie derzeit für so groß wie nie.

© DIAKOVERE Krankenhaus gGmbH

Die arthroskopische Chirurgie hat sich in den zur ückliegenden Jahren deutlich weiterentwickelt und ist mittlerweile nicht nur in den Krankenhäusern, sondern auch in vielen Praxen und Belegabteilungen voll etabliert. In der Technologie ist man heute bei der 3D-Projektion beziehungsweise 4K angekommen. Parallel hat sich ein breites Weiter- und Fortbildungsangebot mit zahlreichen Kursen entfaltet. Die Arthroskopie ist nun fester Bestandteil unseres Berufslebens und Teil der Weiterbildung zum Facharzt. Insbesondere die junge Generation wird inzwischen früh an die minimalinvasiven Techniken herangeführt, teilweise durch virtuelle Trainingskurse in der Arthroskopie (z. B. AGA-SimulatorTrainingArthroskopie [STArt]).

In letzter Zeit wurde in der Presse viel darüber diskutiert, ob die Arthroskopie überhaupt bei spezifischen Erkrankungen und Verletzungen hilfreich ist. Das löste Irritationen in der Bevölkerung hinsichtlich des Nutzens arthroskopischer Verfahren aus. Nicht nur deshalb hat die AGA-Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie die Kampagne „Arthroskopie hilft“ ins Leben gerufen, die aufklären und den Menschen die entscheidenden Vorteile der Arthroskopie näherbringen soll. Es sollte kommuniziert werden, dass mit der Arthroskopie aufwendige rekonstruktive Verfahren oder Ersatzoperationen durchgeführt werden können. Des Weiteren hat die Arthroskopie Einzug in die Frakturversorgung sowie Versorgung posttraumatischer Zustände gehalten und ist hier nicht mehr wegzudenken.

Entscheidend für die Zukunft wird nun die Etablierung von Datenregistern sein, um zum einen die Qualität zu dokumentieren, zum anderen aber auch ein Benchmarking durchführen zu können. Das schlägt sich bereits im Deutschsprachigen Arthroskopieregister (DART) nieder, an dem alle Kolleginnen und Kollegen teilnehmen können.

Wie immer bei der Einführung von neuen Verfahren oder Standards ist die Frage der Finanzierung maßgebend. Die AGA fordert deshalb: Arthroskopische Verfahren müssen mit den notwendigen Implantaten sowohl im ambulanten als auch im stationären Ablauf entsprechend vergütet werden. Keinesfalls darf es hier aufgrund der Vergütungssituation einen Rückschritt wieder auf die offenen Verfahren geben. Am Fortschritt der arthroskopischen minimalinvasiven Verfahren muss festgehalten und dieser Sachverhalt gegenüber den Kostenträgern klar kommuniziert werden.

Wir müssen besonders die Chancen dieser Verfahren für die Patienten hervorheben, und das ist der Gelenkerhalt. Die arthroskopischen Verfahren sind für Orthopäden und Unfallchirurgen von enormer Bedeutung ihres ärztlichen Tuns. Die arthroskopischen Operateure sind es, die sich den Grundsatz „Gelenkerhalt vor Gelenkersatz“ mit differenzierten minimalinvasiven Behandlungsmethoden auf den Schild gehoben haben. Die Chancen, dieses jetzt zu erreichen, waren nie größer. Die Arthroskopie sollte dabei aber nicht nur modernen, rekonstruktiv tätigen Spezialisten vorbehalten sein; mit einer entsprechenden Aus- und Weiterbildung sollte auch der Nachwuchs weiterhin frühzeitig Zugang erhalten. Dazu müssen Orthopäden, Unfallchirurgen, Wissenschaftler und Gesundheitsexperten im engen Dialog bleiben.

Prof. Dr. Helmut Lill

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