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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 9, Issue 1, pp 71–71 | Cite as

Patientenkontrollierte Analgesie: effektiv und sicher

  • Kathrin von Kieseritzky
Industrieforum

Ein multimodaler Ansatz sollte Standard sein, darüber waren sich alle Experten auf dem Symposium zum postoperativen Schmerzmanagement nach orthopädischen Eingriffen einig. Hierzu gehören systemische Medikamente, die an verschiedenen analgetischen Angriffspunkten ansetzen, ebenso wie die lokale Infiltrationsanalgesie und Ko-Analgetika beziehungsweise nichtmedikamentöse Therapien. Und niemals zu vergessen: Der Patient sollte eingebunden werden, Stichwort „Patienten-kontrollierte Analgesie“, kurz PCA. Dies ist schon allein deshalb wichtig, weil Ärzte sehr schwer einschätzen können, welche Schmerzen ein Patient gerade erleidet, wie Prof. Dr. Wolfgang Weyland vom Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf betonte.

Als effizient hat sich zum Beispiel die sublinguale PCA mit Zalviso® erwiesen. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Medikament und Medizinprodukt. Die Tabletten enthalten 15 μg des Opioids Sufentanil; der Patient kann die sublinguale Anwendung des Wirkstoffs selbst steuern. Im Applikationsgerät befinden sich Sicherheitsvorkehrungen, um unbefugten Zugriff und Missbrauch zu verhindern. Neben der selbstständigen Steuerung durch den Patienten hat Zalviso® diverse weitere Vorteile: Die Schmerzlinderung tritt rasch ein, der Wirkstoff kann nicht kumulieren, weil eine bestimmte Wirkstoffmenge nicht überschritten werden kann, der Patient ist trotz der Schmerztherapie in seiner Mobilität nicht eingeschränkt, das Verfahren ist nicht invasiv, somit besteht auch keine Infektionsgefahr. Und nicht zuletzt wird das Pflegepersonal entlastet.

Als Nachteile fallen mögliche Übelkeit, die fehlende Option, den Bolus zu adaptieren, und die fehlende Basisrate ins Gewicht (für eine Kombination mit einem retardierten Opioid ist Zalviso® nicht zugelassen). Eingesetzt werden kann Zalviso® nach der Implantation einer Knie-TEP, in der offenen Schulterchirurgie und nach Arthrodesen des oberen Sprunggelenks. Vor einer Schmerztherapie mit Zalviso® müssen Pflegepersonal wie Patienten gleichermaßen geschult werden.

Wie Weyland weiter ausführte, reicht eine potente Analgesie allein für eine umfassende und effiziente Betreuung und Rehabilitation von Patienten nach orthopädischen Eingriffen nicht aus. An dieser Stelle greift das Konzept der „Enhanced Recovery after Surgery“ (ERAS), bei dem unter Kooperation verschiedener Fachdisziplinen optimale therapeutische Ansätze miteinander kombiniert, die Patienten aktiv eingebunden, stetig motiviert und frühzeitig nach dem Eingriff mobilisiert werden.

Literatur

  1. DKOU, Lunch-Symposium „Nur die Harten kommen in meinen Garten? — Postoperatives Schmerzmanagement 2.0 (POPM) nach orthopädischen Eingriffen“; Berlin, 24.10.2018; Veranstalter: Gru?nenthalGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Kathrin von Kieseritzky
    • 1
  1. 1.

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