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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 9, Issue 1, pp 52–52 | Cite as

Initiative Stammzellforschung

Finanzspritze für synergistische Projekte

  • Tanja Niedermair
  • Susanne Grässel
Aus den Verbänden DGOOC

Bereits 2011 wurde eine Finanzierungsinitiative der DGOOC zur Förderung der adulten Stammzellforschung am muskuloskelettalen System bewilligt, die in DFG-geförderten Anträgen mündete. Am 4. und 5. Oktober 2018 fand am Universitätsklinikum Regensburg ein Workshop der neuen DGOOC-Initiative „Stammzellforschung zur Regeneration muskuloskelettaler Traumata“ statt, den der DGOOC-Vorstand erneut finanziell unterstützte.

Zur Etablierung des Forschungsschwerpunkts „Stammzellen“ in O und U verfolgt die Initiative mehrere Ziele:
  • Optimierung der orthopädischen/unfallchirurgischen Versorgung durch bessere Bildung/Forschung

  • Sensibilisierung/bessere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit

  • Vernetzung von Partnern orthopädischer/unfallchirurgischer Forschung

  • Voraussetzung schaffen für eine zielgerichtete, innovative Stammzellforschung

  • Unterstützung bei Antragstellung vor allem für größere Forschungsverbünde

Synergien im Netzwerk

Die DGOOC unterstützte die Durchführung des Workshops zur Identifizierung konkreter Themenbereiche. Durch eine mögliche Anschubfinanzierung ausgewählter Projekte sollen längerfristige Synergien im Netzwerk der DGOOC entstehen, um Drittmittelgeldgeber mit themenübergreifenden innovativen Ansätzen zu überzeugen und die Grundlage für ein kompetitives Stammzellnetzwerk zu schaffen. Die DGOOC plant dabei nur eine Teilfinanzierung und erwartet eine Eigenbeteiligung der Lehrstühle.

Teilnehmer des Workshops „Stammzellinitiative der DGOOC“ am 4. und 5. Oktober 2018 in Regensburg

© Klinikum Regensburg

In drei Themenblöcken wurden die Projekte vorgestellt: Zu Beginn wurden die Vorteile isolierter extrazellulärer Vesikel/Exosomen aus adulten/reprogrammierten MSC zur Knorpel-Knochen-Regeneration in vitro und in vivo gegenüber MSC-basierten Therapien behandelt, zum Beispiel keine Tumorbildung und bessere Freisetzung. Im zweiten Block wurde die Verwendung verschiedener Tier-Defektmodelle, zum Beispiel Maus oder Minipig, zur Entwicklung regenerativer Therapieoptionen von Sehnen- und Knorpeltraumata mit adulten, gewebespezifischen autologen, allogenen und xenogenen MSC unterschiedlicher Spender diskutiert. Abschließend ging es um die zellbiologische Charakterisierung und Reprogrammierung von humanen MSC zur Regeneration von muskuloskelettalen Defekten. Die Ergebnisse sollen in der klinischen Anwendung zukünftig eine verbesserte standardisierte Gewinnung und Charakterisierung mesenchymaler Stammzellen ermöglichen.

Zahlreiche Projekte in der Pipeline

Der Einladung von Prof. Dr. Susanne Grässel und Prof. Dr. Joachim Grifka folgten zahlreiche Vertreter der einzelnen Fachbereiche: Aus der Orthopädie: Niedermair/Grässel, Regensburg, Zaucke/Jenei-Lanzl (Friedrichsheim/Frankfurt), Diederichs/Melnik (Heidelberg), Brenner (Ulm), Cucchiarini/Madry (Homburg), Tischer/Bader/Jonitz-Heincke (Rostock). Aus der Orthopädie/Unfallchirurgie: Schildberg (Bonn), Bretschneider/Günther/Gelinsky (Dresden). Aus der Unfallchirurgie: Docheva (Regensburg), Aszodi/Alberton (München), Lips/Heiß (Giessen), Blunk (Würzburg), Huber-Lang (Ulm), Grotheer/Jungbluth (Düsseldorf), Schäck/Noack (Hannover). TERM Würzburg: Ehlicke/Pullig und Anatomie Nürnberg: Schulze-Tanzil.

Dem erfolgreichen Workshop folgte die Ausarbeitung einzelner Projekte und Kontaktaufnahme unter den Teilnehmern zur Verbundbildung. Anfang Dezember konnten ausführliche Projektskizzen zur Etablierung verschiedener Verbünde eingereicht werden. Eine Anschubfinanzierung ausgewählter Projekte/Verbünde ist von der DGOOC mit einer Laufzeit von einem Jahr vorläufig für das Frühjahr 2019 geplant. Ab 2020 ist die Antragstellung für drittmittelgeförderte Einzelanträge und/oder Forschungsverbünde vorgesehen. Die Begutachtung der Verbünde erfolgt extern durch die Unternehmensberatung Dr. Karl-Heinz Kellner, Karlsruhe, die auf eine langjährige Expertise verweisen kann. Die Bewertung erfolgt EU-analog nach diesen Kriterien: Relevanz für die Stammzellforschung, Wissenschaftliche Exzellenz, Wirtschaftlichkeit (Ressourcennutzung/Eigenbeteiligung), Translationaler Aspekt/Praxisbezug und Potenzial zur Bildung eines förderfähigen Verbundes.

Dr. Tanja Niedermair

© T. Niedermair

Prof. Dr. Susanne Grässel

© S. Grässel

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Tanja Niedermair
    • 1
  • Susanne Grässel
    • 2
  1. 1.Abteilung Experimentelle OrthopädieOrthopädie RegensburgRegensburgDeutschland
  2. 2.Orthopädie RegensburgRegensburgDeutschland

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