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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 8, Issue 4, pp 63–63 | Cite as

Alterstraumatologie in der studentischen Lehre

Keep Granny Safe

  • Matthias Knobe
Aus den Verbänden DGU
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Geriatrische Traumapatienten stellen in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung für behandelnde Ärzte dar. Die häufig vorhandenen mannigfaltigen (Neben-)Diagnosen wie Osteoporose, Diabetes mellitus, kardiale Erkrankungen, Mangelernährung, Delir oder Demenz erfordern eine differenzierte Therapie- und Entlassplanung. Während „die Medizin des Alterns und des alten Menschen“ bereits an zahlreichen Universitäten gelehrt wird, findet die Alterstraumatologie in der studentischen Lehre wenig Beachtung. Insbesondere in der klinischen Ausbildung fehlt bisher häufig ein didaktisches Grundkonzept, um die angehenden Ärzte auf die zukünftigen Herausforderungen im Arbeitsalltag adäquat vorzubereiten. Denn in der Therapie multimorbider Patienten ist nicht mehr streng fächer- oder organsystemfokussiertes Handeln gefragt, sondern es stehen eindeutig Interdisziplinarität, aber auch interprofessionelles Arbeiten im Vordergrund.

Neuer Intensivkurs

An der RWTH Aachen wurde deshalb als Wahlpflichtmodul der breit gefasste Intensivkurs „Keep Granny Safe“ etabliert, der systematisch die Handlungsfelder im geriatrischen Co-Management und in assoziierten Therapiebereichen inklusive der Prävention bedient. Das Konzept beinhaltet neben theoretischen Anteilen (fallbasiert/interaktiv) insbesondere praktische Aspekte wie Anamneseerhebung und Untersuchung, den Besuch geriatrischer Einrichtungen zur Rehabilitation sowie die Selbsterfahrung im Umgang mit dem Alter (Instant Aging, geriatrisches Assessment mit Gang- und Balancetests, Umgang mit Hilfsmitteln und Gehhilfen, Sturzprophylaxe). Highlight des Kurses ist sicherlich die Möglichkeit, selbst altersassoziierte Operationen an Sawbones vornehmen zu können, wie die Versorgung von osteoporotischen Frakturen am Becken, proximalem Femur, Humerus oder distalem Radius. Für diesen interdisziplinären und interprofessionellen Kurs stehen ärztliche Dozenten der Unfallchirurgie, Neurologie, Anästhesie, Innere Medizin, Anatomie und Psychiatrie, aber auch Mitarbeiter der Physiotherapie wöchentlich Rede und Antwort.

Der Sawbone-Kurs mit ei- genständigem Operieren und das Modul „Instant Aging“ als Selbsterfahrung (rechts) werden von den Teilnehmern besonders geschätzt.

© M. Knobe

So geht Begeisterung

Die Evaluationen der Studenten zeigen sich durchweg positiv: „Eine perfekte Mischung aus Vorlesungen, stationären Erfahrungen und praktischen Tätigkeiten. Ich fand es auch gut, Dozenten aus verschiedenen Fächern anzuhören. Da wurden oft die wichtigsten Themen zwar wiederholt, aber anders dargestellt beziehungsweise betont.“ „Keep Granny Safe war super strukturiert und hat wirklich Spaß gemacht! Es war schön, einmal selbst eine Plattenosteosynthese durchzuführen! Großes Lob an das Team!“ „Genau die richtige Menge Theorie (sehr wenig!), stattdessen praktisches ‚Anpacken und Machen‘, wie man es bisher sonst nie im Studium hatte. Lockere Dozenten und hoher Lerneffekt, wenn man will. Ein wahrer Lichtblick im Vergleich zu langweiligen Vorlesungen und Seminaren!“ „Der Kurs war in jeglicher Hinsicht der absolute Knaller. Theorie und Praxis waren super miteinander kombiniert. Sowohl Physiotherapeuten als auch Ärzte waren mehr als engagiert. Ich würde ihn jedem empfehlen und ihn auch selbst jederzeit nochmals belegen.“

PD Dr. Matthias Knobe, MME, MHBA

© M. Knobe

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Authors and Affiliations

  • Matthias Knobe
    • 1
  1. 1.AG AlterstraumatologieAachenDeutschland

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