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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 8, Issue 4, pp 62–62 | Cite as

Sektion Kindertraumatologie

Kirschner-Drähte über der Haut belassen?

  • Maria Hauk
Aus den Verbänden DGU
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Wenn Brüche der oberen Extremität bei Kindern versorgt werden müssen, zählt die Osteosynthese mit Kirschner-Drähten zu den Standardverfahren, um die Knochen zu stabilisieren. Dabei können die Metalldrähte subkutan unter der Haut versenkt oder epikutan über der Haut belassen werden. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie der Sektion Kindertraumatologie der DGU zeigt, dass die subkutane Methode an deutschen Kliniken bevorzugt wird. Die Ergebnisse sind jetzt in „Der Unfallchirurg“ erschienen.

Die Vor- und Nachteile beider Techniken, subkutan oder epikutan, werden in Lehrbüchern kontrovers diskutiert. Ziel der DGU-Umfrage war es daher zum einen, die Versorgungsrealität bei Kirschner(K)-Draht-Osteosynthesen im Kindesalter in Deutschland zu erfassen: Welche Technik wird aus welchen Gründen bevorzugt? Zum anderen sollten die Befragungsergebnisse mit Forschungsliteratur zu Komplikationen verglichen sowie Analysen der Kosten beider Techniken gegenübergestellt werden. An der Umfrage haben Mitglieder von DGOU, DGOOC, DGU sowie der DGU-Sektion Kindertraumatologie teilgenommen.

© kaninstudio / Fotolia (Symbolbild mit Fotomodell)

Studienergebnisse

  • Bei ellenbogennahen Brüchen des Oberarms versenken fast drei Viertel der Befragten die K-Drähte unter der Haut. Während Kinderchirurgen diese Methode zu 57 % anwenden, sind es bei Unfallchirurgen 76 %.

  • Bei Speichenbrüchen führen 69 % der Befragten die subkutane Technik durch — Unfallchirurgen mit 73 % im Vergleich zu Kinderchirurgen mit 37 % etwa doppelt so häufig. Bei Medizinern mit Ambulanzermächtigung zeichnet sich jedoch ein Trend zur epikutanen Methode ab.

  • Als Hauptgrund für die Durchführung der epikutanen Technik wird zu 90 % der Verzicht auf eine zweite Narkose genannt. Zwei Drittel der Befragten schätzen das Ziehen der Drähte ohne Narkose zudem als nicht zu schmerzhaft oder gar traumatisierend ein.

  • Bei der Gegenüberstellung der Kosten beider Verfahren nach dem deutschen DRG-System ist die ambulante Entfernung des Drahts ohne Narkose im Vergleich zu einer tagesstationären oder stationären Versorgung mit Narkose im Vorteil.

Weiterführende multizentrische Studien notwendig

„Trotzdem die epikutane Technik in kindertraumatologischen Standardwerken eindeutig empfohlen und auch international angewendet wird, wird sie von Chirurgen in Deutschland nach wie vor kritisch bewertet, meist aus Angst vor Infektionen,“ fasst Erstautorin PD Dr. Dorien Schneidmüller die Studienergebnisse zusammen. Das Thema müsse daher weiterhin wissenschaftlich untersucht werden, ergänzt sie. „Um die Effizienz der Versorgung zu verbessern, sollte es eine weiterführende multizentrische Studie im deutschsprachigen Raum geben, die die Risiken der sub- und der epikutanen Methode prospektiv untersucht und dabei auch die Zufriedenheit der Patienten in den Blick nimmt.“

Weitere Informationen unter: http://www.dgu-online.de/wissenschaft/wissenschaft-und-forschung/wissenschaftliche-umfragen.html

Maria Hauk

© Ch. Fiedler/M. Hauk

Literatur

  1. „Schneidmueller D, Kertai M, Bühren V, von Rüden C. Kirschner-Draht-Osteosynthese bei Frakturen im Kindesalter: Drähte versenken oder nicht? Ergebnisse einer Umfrage zur Versorgungsrealität in Deutschland. Unfallchirurg (2018) doi: 10.1007/s00113-018-0465-zGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Maria Hauk
    • 1
  1. 1.

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