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Gastro-News

, Volume 6, Issue 6, pp 65–65 | Cite as

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Adalimumab-Biosimilar erweitert die Therapiechancen

  • Dagmar Jäger-Becker
infopharm
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„Hohe Kosten gelten als Barriere für den Einsatz von Biologika“, erklärte Prof. Dr. Stefan Schreiber, Kiel.

Seit Ende 2018 steht als wirtschaftliche Alternative ein Adalimumab-Biosimilar zur Verfügung. Wirksamkeit, Verträglichkeit und Immunogenität des Biosimilars sind äquivalent zum Referenzprodukt Adalimumab, wie ein klinisches Studienprogramm bei Plaquepsoriasis oder rheumatoide Arthritis gezeigt hat.Das Biosimilar ist bei der Therapie chronisch-entzündlicher Erkrankungen indiziert, auch bei Patienten mit mittelschweren bis schweren chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Es kommt bei Morbus Crohn zum Einsatz, wenn Patienten trotz vollständiger und adäquater Therapie mit einem Glukokortikoid und/oder einem Immunsuppressivum nicht zufriedenstellend respondieren, oder bei aktiver Colitis ulcerosa, die auf konventionelle Therapien, einschließlich Glukokortikoiden und 6-Mercaptopurin oder Azathioprin unzureichend angesprochen hat.

Bei CED könne mit dem TNF-α-Blocker Adalimumab eine langfristige Remission induziert und das Therapieziel der mukosalen Heilung („deep remission“) erreicht werden. Die Einführung des kostengünstigeren Adalimumab-Biosimilars (Amgevita®) könne zu einer früheren und flächendeckenden Versorgung der Patienten beitragen, hofft Schreiber. Konventionelle Therapien der CED seien für Patienten mit unkompliziertem Verlauf und ohne besondere Risiken meist ausreichend, so Schreiber. Auch hier seien frühes Ansprechen und schnelle Mukosaheilung Prädiktoren für einen günstigen Verlauf. Targeted Therapies wie Anti-TNF-Antikörper(AK) seien dagegen bei komplexeren Patienten indiziert.

Dass Biologika bislang in der CED-Therapie nicht den Stellenwert hätten, der ihnen gebühre, liege laut Schreiber neben Sicherheitsbedenken vor allem an den Kosten. Gute Erfahrungen mit kostensparenden Biosimilars würden bislang vor allem in Ländern wie Norwegen und England gemacht. Die frühe Intervention mit Anti-TNF-AK könne die Krankheitsprogression vermindern und langfristig den Verlauf verbessern, hob Schreiber hervor. In der Anwendung von Biosimilars sehe er Potenzial: So könne etwa innerhalb des Budgets der Spielraum für Dosiserhöhungen erweitert oder die Zahl therapeutischer Gaben erhöht werden.

Literatur

  1. Industriesymposium „Innovationen in der CED-Therapie durch Biosimilars?!“ anlässlich der 74. Jahrestagung der DGVS und 13. Herbsttagung der DGAV, in Wiesbaden am 2.10.2019 (Amgen)Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Dagmar Jäger-Becker
    • 1
  1. 1.

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