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Gastro-News

, Volume 6, Issue 6, pp 64–64 | Cite as

Reisediarrhö

Gut wirksames und sicheres Antibiotikum in die Reiseapotheke

  • Peter Stiefelhagen
infopharm
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Die Reisediarrhö ist die häufigste Gesundheitsstörung während und nach Fernreisen. „Sie ist ganz überwiegend infektiös bedingt und zwar in über 80 % bakteriell“, erklärte Prof. Dr. Thomas Jelinek, Medizinischer Direktor des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin. In der Regel verläuft das Krankheitsbild selbstlimitierend (drei bis vier Tage). Gefährlich wird die Erkrankung bei invasiven Erregern; dann sind die Diarrhöen blutig und es tritt Fieber auf. Doch auch bei harmlosen Verläufen kann die Reisediarrhö massive Auswirkungen auf den Reiseverlauf haben. Deshalb muss eine Therapie sehr schnell wirken. Für die Therapie werden drei Schweregrade unterschieden: leicht, mittelschwer und schwer. Internationale Leitlinien empfehlen Antibiotika eventuell in Kombination mit Loperamid bei mittelschweren („kann“) und schweren („soll“) Formen. „Antibiotika wirken zwar schnell, haben aber Nachteile bei Resistenzbildung und Nebenwirkungsprofil“, betonte Prof. Dr. Robert Steffen, emeritierter Leiter der Abteilung für Epidemiologie und Prävention, Universität Zürich.

Kein erhöhtes Risiko für MDR-Kolonisierung

Beim Rifamycin SV (Relafalk®) handelt es sich um ein kolonselektives Breitbandantibiotikum, das Ähnlichkeiten zu Rifaximin zeigt. Es wird nur gering (< 1 %) resorbiert und ist somit kaum systemisch toxisch. Auch sind keine Kreuzresistenzen mit anderen Antibiotikaklassen bekannt. Eine Multi-Matrix-Technologie garantiert eine pH-gesteuerte Freisetzung ab dem terminalen Ileum und somit im gesamten Dickdarm. „Mit anderen Worten die Freisetzung erfolgt gezielt am Ort der Erkrankung“, erklärte Steffen.

In einer klinischen Studie erwies sich Rifamycin SV in seiner Wirksamkeit Ciprofloxazin als nicht unterlegen [Steffen R et al. J Travel Med 2018;25(1):1–11]. „Für Rifamycin spricht aber vor allem das schlechte Sicherheitsprofil des Fluorchinolons“, betonte Steffen. Dagegen zeigte Rifamycin eine gute Verträglichkeit, die Nebenwirkungen lagen im Placebobereich. Vorteilhaft ist auch, dass unter Rifamycin kein erhöhtes Risiko für eine Kolonisierung mit multiresistenten (Multidrug-resistant, MDR) Bakterien nachgewiesen werden konnte, im Unterschied zu Ciprofloxazin, wo die Rate an MDR-Kolonisierungen unter der Behandlung anstieg.

Literatur

  1. Launch-Pressegespräch „Relafalk®: Innovative Galenik ermöglicht gezielte Therapie der Reisediarrhoe“ am 25.10.2019 in Frankfurt am Main (Falk)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Peter Stiefelhagen
    • 1
  1. 1.

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