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Gastro-News

, Volume 6, Issue 5, pp 63–63 | Cite as

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Frühzeitig und regelmäßig den Eisenhaushalt kontrollieren

  • Abdol A. Ameri
infopharm
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Bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) lassen Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Muskelschwäche, Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit an einen Eisenmangel denken. Eine i.v.-Eisengabe kann den Eisenstatus rasch normalisieren und die Symptome verbessern. Eisenmangel mit oder ohne Anämie ist eine häufige und unterschätzte systemische Komplikation bei CED. „Im klinischen Alltag weisen ein bis zwei Drittel aller CED-Patienten einen Eisenmangel auf“, berichtete Dr. Torsten Kamp, niedergelassener Internist, Wendlingen am Neckar. Das breite Symptomspektrum sei durch die vielseitigen physiologischen Funktionen von Eisen in nahezu allen Körperzellen zu erklären. Die klinische Symptomatik kann einer Eisenmangelanämie schon lange vorausgehen. Ein Eisenmangel bei CED hat multiple Ursachen: Neben einer verringerten Zufuhr von Eisen mit der Nahrung und einem vermehrten Eisenverlust durch gastrointestinale Blutungen spielt die entzündungsbedingt erhöhte Synthese des Peptidhormons Hepcidin eine wichtige Rolle [Reinisch W et al. J Crohns Colitis 2013;7:429–40]. Hepcidin kontrolliert sowohl die Aufnahme von Eisen aus dem Darm als auch die Freisetzung aus den körpereigenen Eisenspeichern. Infolge des „Hepcidin-Blocks“ entwickeln die Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen trotz gut gefüllter Eisenspeicher Symptome eines Eisenmangels.

„Ein Eisenmangel bei CED-Patienten mit einer manifesten Anämie beträgt mindestens 500 mg, meistens aber 1000 – 1500 mg“, erklärte Kamp. In Anbetracht der stark beeinträchtigenden Symptome und des potenziellen Risikos für die Entwicklung einer manifesten Eisenmangelanämie sei es wichtig, die Eisenspeicher so schnell wie möglich wieder aufzufüllen, ohne die Patienten durch die Nebenwirkungen der Eisentherapie zusätzlich zu belasten. Mit oralen Eisenpräparaten dauere das Auffüllen der Eisenspeicher wegen der entzündungsbedingten Einschränkung der Resorption mehrere Monate, gab Kramp zu bedenken. Außerdem seien orale Eisenpräparate für die meisten Patienten mit CED schlecht verträglich. Gute Erfahrungen habe er mit der i. v.-Gabe von Eisencarboxymaltose (ferinject®) gemacht – sowohl bei isoliertem Eisenmangel als auch bei Eisenmangelanämie. Durch die i. v.-Eisensupplementierung mit dem gut verträglichen Präparat könne das Eisendefizit rasch und nachhaltig behoben und die Symptomlast reduziert werden. Die European Crohn’s and Colitis Organisation (ECCO) empfiehlt die i. v.-Eisensubstitution bei CED-Patienten mit klinisch aktiver Erkrankung, Unverträglichkeit gegenüber oralem Eisen und schwerer Anämie (Hb < 10 g/dl) sowie bei Patienten, die Erythropoese-stimulierende Agentien erhalten, als Therapie der Wahl [Dignass AU et al. J Crohns Colitis 2015;7:429–40].

Literatur

  1. Inside Medicine „Eisenmangel/-Anämie bei CED-Patienten: Die Relevanz einer frühzeitigen Therapie“ am 9.7.2019 in Wendlingen (Vifor Pharma)Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Abdol A. Ameri
    • 1
  1. 1.

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