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Gastro-News

, Volume 6, Issue 3, pp 61–61 | Cite as

Funktionelle Verdauungsstörungen im Alter

Synergistische Wirkung von Pfefferminz- und Kümmelöl im Magen-Darm-Trakt

  • Christina Ott
infopharm
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„Der Magen-Darm-Trakt verändert sich mit dem Alter wie etwa die Sehfähigkeit. Die Veränderungen sind vielfältig — so geht die Neuronenzahl des enterischen Nervensystems zurück, neuromuskuläre sowie Barriere- und Abwehrfunktionen werden schwächer und die Gefäßpermeabilität erhöht sich“, erläuterte Prof. Jochen Rudi, Mannheim. Häufig seien auch funktionelle Verdauungsstörungen wie Reizdarm (RDS) oder -magen, so der Gastroenterologe. Dabei können Symptome wie Sodbrennen, Aufstoßen, Durchfall, Verstopfung, Schmerzen, Krämpfe, Blähungen und Völlegefühl auch überlappen. Wichtig sei aber die Abgrenzung zu organischen Erkrankungen wie Tumoren oder Blutungen. Anhaltspunkte für funktionelle Verdauungsstörungen sind bereits seit längerem bestehende Beschwerden, Stressabhängigkeit, beschwerdefreie/-arme Intervalle und Ausbleiben der Symptome während der Nachtruhe.

„Funktionelle Verdauungsstörungen sind Beschwerden, bei denen keine organische Ursache vorliegt“, erinnerte Prof. Joachim Labenz, Siegen. Oft seien verschiedene Pathomechanismen beteiligt, wie Krämpfe der glatten Muskulatur, Überempfindlichkeit des Darms, Immunreaktionen auf Schleimhautebene und Veränderungen des Mikrobioms mit Auswirkungen auf die Durchlässigkeit der Darmwand und die Gasbildung im Darm. Diesen Störungen gemeinsam sei, dass sie sich mit der in der Praxis derzeit verfügbaren Diagnostik nicht belegen lassen.

Die Therapie funktioneller Verdauungsstörungen setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: Allgemeinmaßnahmen (Ernährungsprotokoll, Low-FODMAP, körperliche Bewegung, Entspannungsübungen) sowie Psychotherapie (darmbezogene Hypnotherapie). Hier gilt es den Patienten klar zu machen, dass das RDS keine Kopf-, sondern eine Darmerkrankung ist. Denn sie verstehen oft nicht, warum alle Befunde normal sind, und sie trotzdem Beschwerden haben. „Ein weiterer wichtiger Baustein ist die medikamentöse Therapie. Hier zeigen pflanzliche Arzneimittel eine gute Wirkung, da sie durch ihr Multitarget-Prinzip an mehreren Beschwerdekomplexen gleichzeitig ansetzen“, erläuterte Labenz. So entkrampft etwa Pfefferminzöl die glatte Muskulatur, reduziert die Schmerzempfindung im Verdauungssystem und moduliert das Darmmikrobiom [Aliment Pharmacol Ther 2018;47(6):738—52]. „Mit einer Substanz adressieren sie so vier pathophysiologisch relevante Komponenten“, betonte Labenz. Beim Kümmelöl sei es ähnlich: Es wirkt karminativ und krampflösend, wirkt Völlegefühl entgegen, hat antimikrobielle und antioxidative Eigenschaften.

Die Wirkstoffkombination aus Pfefferminz- und Kümmelöl (Carmenthin®) sei daher sowohl Teil der alten Leitlinie (2011), als auch, und zwar noch pointierter, der für 2019 geplanten aktualisierten Leitlinie.

Literatur

  1. Pressekonferenz „Carmenthin — Gute Verdauung in jedem Alter“ am 26.2.2019 in Hamburg (Dr. Willmar Schwabe)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Christina Ott
    • 1
  1. 1.

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