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Gastro-News

, Volume 6, Issue 2, pp 57–57 | Cite as

Inoperables hepatozelluläres Karzinom

Rezeptor-Tyrosinkinaseinhibitor erweitert limitierte systemische Therapie

infopharm
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In der Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patienten mit einem fortgeschrittenen oder inoperablen hepatozellulärem Karzinom (HCC), die zuvor noch keine systemische Therapie erhalten haben, ist Lenvatinib (Lenvima®) als Monotherapie eine neue Option. Der oral zu verabreichende Rezeptor-Tyrosinkinase(RTK)-Inhibitor wurde im August 2018 in Europa auf Basis der REFLECT-Studie in dieser Indikation zugelassen. Lenvatinib ist seit zehn Jahren die erste neue systemische Therapieoption in dieser Indikation, die im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie eine statistische Nichtunterlegenheit beim Gesamtüberleben (OS) gezeigt hat. Die Vorstellung neuer Daten aus Post-hoc-Analysen auf dem Kongress der Amerikanischen Krebsgesellschaft für gastrointestinale Tumore (ASCO-GI) in San Francisco lieferte darüber hinaus interessante Erkenntnisse im Hinblick auf prädiktive Faktoren für das OS und den Stellenwert von Lenvatinib in der Sequenz. Die aktuelle Evidenz für Lenvatinib stellte Prof. Jörg Trojan, Frankfurt/Main auf einer Pressekonferenz vor.

In der offenen Phase-III-Studie REFLECT (Studie 304) konnte statistisch bestätigt werden, dass Lenvatinib beim OS der bisherigen Standardtherapie Sorafenib nicht unterlegen ist. Das OS betrug unter Lenvatinib 13,6 und unter Sorafenib 12,3 Monate (Hazard Ratio [HR]: 0,92; 95 %-Konfidenzintervall [KI]: 0,79 – 1,06; die Nichtunterlegenheitsgrenze lag bei 1,08). Eingeschlossen waren 954 Patienten mit nicht systemisch vorbehandeltem, inoperablem HCC. Bei den sekundären Wirksamkeitsendpunkten war Lenvatinib statistisch signifikant überlegen gegenüber Sorafenib. Das mediane progressionsfreie Überleben verdoppelte sich mit Lenvatinib im Vergleich zu Sorafenib von 3,7 Monaten auf 7,4 Monate (HR: 0,66; 95 %-KI: 0,57 – 0,77; p < 0,0001). Hinsichtlich der Zeit bis zur Progression und der objektiven Ansprechrate (ORR) war Lenvatinib Sorafenib ebenfalls überlegen. In den Leitlinien der European Association for the Study of the Liver (EASL) wird Lenvatinib bereits für die Therapie in der Erstlinie empfohlen.

„Für Patienten mit inoperablem oder fortgeschrittenem Leberzellkarzinom stand in den letzten zehn Jahren in der Erstlinie nur eine einzige systemische Therapieoption zur Verfügung. Die Zulassung von Lenvatinib gibt uns nun eine weitere wirksame Behandlungsalternative an die Hand“, erläuterte Trojan. „Bei der REFLECT-Studie handelt es sich um die bisher einzige positive Vergleichsstudie mit dem bisherigen Standard Sorafenib. Die Zulassungsdaten für den Multikinaseinhibitor sind in allen untersuchten Endpunkten überzeugend und klinisch relevant. Das ist ein wichtiger Fortschritt für uns als Behandler, aber vor allem für unsere Patienten, da sich dadurch neue Chancen für ihre Prognose ergeben können.“

Literatur

  1. Nach Informationen von Eisai und MSD Sharp & DohmeGoogle Scholar

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • red
    • 1
  1. 1.

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