Advertisement

Gastro-News

, Volume 6, Issue 2, pp 55–55 | Cite as

Fortgeschrittenes Magenkarzinom

Therapiestandard in der Zweitlinie

  • Silke Wedekind
infopharm
  • 15 Downloads

Bei in den letzten Jahren abnehmender Inzidenz sind Adenokarzinome des Magens weiterhin eine der häufigsten tumorbedingten Todesursachen mit einer insgesamt wenig befriedigenden 5-Jahres-Überlebensrate [www.krebsdaten.de/28.1.2019]. „Zu der schlechten Prognose trägt bei, dass die Karzinome bei mehr als der Hälfte der Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose bereits lokal fortgeschritten oder metastasiert und damit nicht resektabel sind“, betonte Prof. Stefan Kasper, Essen.

Ramucirumab in Mono- und Kombinationstherapie

Der empfohlene Behandlungsstandard bei Patienten mit HER2-negativen Tumoren ist in dieser Situation eine palliative Systemtherapie mit einer Platin/Fluoropyrimidin-Dublette. „Im Fall eines Rezidivs sollten Patienten, deren Allgemeinzustand es zulässt, eine Zweitlinientherapie angeboten bekommen“, erläuterte der Onkologe.

In Monotherapie können Taxane (Docetaxel und Paclitaxel), Irinotecan und der Angiogenesehemmer Ramucirumab (Cyramza®) eingesetzt werden [www.onkopedia.com]. Die derzeit einzige zugelassene Kombinationstherapie für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs mit Tumorprogress nach vorausgegangener Platin- und Fluoropyrimidinhaltiger Chemotherapie besteht aus Ramucirumab plus Paclitaxel.

Deutlicher Überlebensvorteil

Unter der Therapie mit der Kombination wurde ein signifikant längeres medianes Gesamtüberleben (9,6 vs. 7,4 Monate; Hazard Ratio [HR] 0,81; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,68 – 0,96; p = 0,017) und progressionsfreies Überleben (4,4 vs. 2,9 Monate; HR 0,64; 95 %-KI 0,54 – 0,75; p < 0,0001) im Vergleich zu Paclitaxel allein beobachtet [4]. „Zudem wurde nahezu eine Verdopplung der objektiven Ansprechrate im Kombinationstherapie-arm gegenüber Paclitaxel allein erreicht“, ergänzte Kasper [Wilke H et al. Lancet Oncol 2014;15:1224–35].

Die Lebensqualität der Patienten konnte unter der vergleichsweise gut verträglichen Therapie mit Ramucirumab plus Paclitaxel länger aufrechterhalten werden, als unter Paclitaxel in Monotherapie. „Damit ist die Kombination, die auch in den Leitlinien wichtiger onkologischer Fachgesellschaften empfohlen wird, der derzeitige Standard für die Zweitlinientherapie“, betonte Kasper.

Literatur

  1. Pressegespräch „ Aktuelles zur Therapie gastrointestinaler Tumore. Das Kolon- und Magenkarzinom: Perspektiven in der Zukunft“ anlässlich des Gastrointestinal Cancers Symposium 2019 der ASCO am 17.1.2019 in San Francisco (CA)/USA (Lilly Deutschland)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Silke Wedekind
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations