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Gastro-News

, Volume 6, Issue 2, pp 51–51 | Cite as

Immunonkologische Strategie auch beim fortgeschrittenen Ösophaguskarzinom

  • Silke Wedekind
aktuell
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Bei Ösophaguskarzionompatienten mit PD-L1-positiven Tumoren (CPS ≥ 10) könnte die Check-point-Inhibition mit Prembolizumab der neue Therapiestandard in der Zweitlinie werden.

Patienten mit Ösophaguskarzinom, deren Erkrankung nach einer Erstlinien-Chemotherapie fortgeschritten ist, haben eine schlechte Prognose. Wie Prof. Takashi Kojima, Kashiwa, Japan, erläuterte, gibt es bislang keinen etablierten Behandlungsstandard für die Zweitlinie: „Eingesetzt werden zumeist Taxane und Irinotecan. In Phase-III-Studien konnte dafür allerdings bislang kein Überlebensvorteil belegt werden“, erklärte der Onkologe.

Dementsprechend bedeutsam sind die Ergebnisse der Phase-III-Studie Keynote-181, in der die Gabe des PD-1-Inhibitors Pembrolizumab als Monosubstanz in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen oder metastasierenden Ösophaguskarzinoms beziehungsweise Karzinoms des ösophagogastralen Übergangs untersucht wurde [Kojima T et al. ASCO-GI 2019; Abstr 2]. In die offene Studie wurden 628 Patienten aufgenommen, deren Erkrankung nach einer ersten Chemotherapie fortgeschritten war. Sie erhielten randomisiert im Verhältnis 1 : 1 entweder Pembrolizumab (200 mg i. v. alle drei Wochen q3w) oder eine Chemotherapie (Paclitaxel, Docetaxel oder Irinotecan) nach Ermessen des Prüfarztes. Zudem wurde nach Tumorhistologie (Plattenepithel- oder Adenokarzinom) sowie nach der geografischen Herkunftsregion der Patienten (Asien oder restliche Welt) stratifiziert.

Unter der Therapie mit Pembrolizumab verlängerte sich das Gesamtüberleben (OS) bei Patienten, mit positivem PD-L1(programmed cell death-ligand 1)-Status (PD-L1-Expression gemessen als Combined Positive Score, CPS ≥ 10) gegenüber der Chemotherapie signifikant (9,3 Monate vs. 6,7 Monate), das Sterberisiko war unter dem PD-1-Antikörper um 31 % reduziert (Hazard Ratio [HR] 0,69; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,52 – 0,93; p = 0,0074). Im Pembrolizumab-Arm lebten nach zwölf Monaten noch 43 % der Patienten, im Chemotherapiearm noch 20 %. Patienten mit Plattenepithelkarzinom zeigten ebenfalls eine deutliche Verbesserung des OS unter Pembrolizumab (8,2 Monate vs. 7,1 Monate; HR 0,78; p = 0,0095). Statistische Signifikanz wurde aufgrund der präspezifizierten statistischen Grenze von p ≤ 0,0077 für Überlegenheit jedoch nicht erreicht.

Das Sicherheitsprofil von Pembrolizumab entsprach den Ergebnissen früherer Studien, in denen Patienten den PD-1-Antikörper in Monotherapie erhalten hatten.

Die Daten lassen den Schluss zu, dass Pembrolizumab bei Ösophaguskarzinompatienten mit PD-L1-positivem Tumoren (CPS ≥ 10) der neue Therapiestandard in der Zweitlinie werden sollte“, schlussfolgerte Kojima.

Literatur

  1. Gastrointestinal Cancers Symposium (ASCO-GI) 2019 vom 17. – 19.1.2019 in San Francisco, CA/USAGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Silke Wedekind
    • 1
  1. 1.

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