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Gastro-News

, Volume 5, Issue 6, pp 65–65 | Cite as

Mikrobiommodulation und Darmerkrankungen

Vorteile durch Probiotikatherapie

  • Thomas Riedel
infopharm
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Bei vielen gastrointestinalen Erkrankungen spielt die Besiedelung und Zusammensetzung der Darmflora eine wichtige Rolle. Daher gilt die gezielte Modulation des Darmmikrobioms mit spezifischen, Bakterienstämmen mittlerweile als vielversprechender Therapieansatz beim Reizdarmsyndrom (RDS), der symptomatischen unkomplizierten Divertikelkrankheit (SUD), bei Clostridium difficile-Infektionen (CDI) sowie Colitis ulcerosa (CU) und Pouchitis. Ein intaktes Darmmikrobiom schützt gegen die Ansiedlung pathogener Keime und trägt zur Aufrechterhaltung der Darmbarriere und Funktionalität des Immunsystems bei.

Symptomverbesserung bei SUD

In der aktuellen deutschen Leitlinie zur Divertikelkrankheit gibt es einen Paradigmenwechsel hinsichtlich Klassifikation, Antibiotikagabe und Indikation zur Operation, der den Einsatz von Probiotika in bestimmten Fällen einbezieht, erklärte Privatdozentin Dr. Birgit Terjung, Bonn. Untersuchungen von Stuhlkulturen konnten bei SUD-Patienten im Vergleich zu Gesunden erniedrigte Mengen bestimmter Bakterien, wie Laktobazillen, nachweisen. Daher sei der Einsatz von Probiotika die logische Konsequenz, betonte die Gastroenterologin. In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie wurde nach der Behandlung mit Lactobacillus casei DG® (Innovall® SUD) eine signifikante Symptomverbesserung in Bezug auf Abdominalschmerzen gezeigt [Tursi A et al. Aliment Pharmacol Ther. 2013;38 (7):741–51]. Ergänzende Studien zu L. casei DG® wiesen eine signifikante Verbesserung von SUD-Entzündungsparametern nach [Turco et al. UEGJ 2017; 5(5):715–24]. Der Einsatz wirksamer Probiotika gehöre daher zur SUD-Therapie.

Prävention von CDI

Zur Vermeidung von CDI können Probiotika präventiv eingesetzt werden, erklärte Prof. Joachim Labenz, Siegen. Dabei komme es auf einen frühen Start an, am besten mit Beginn der Antibiose und fünf Tage darüber hinaus. Die Wirksamkeit diese Präventionsmaßnahme belegt eine kanadische 10-Jahres-Studie, bei der Antibiose-Patienten zusätzlich ein Probiotikum mit den Stämmen Lactobacillus acidophilus CL1285®, Lactobacillus casei LBC80R® und Lactobacillus rhamnosus CLR2® (Innovall® CDI) erhielten [Shen N et al. Gastroenterol. 2017;152:1889–1900]. Dadurch konnten CDI-Fälle um 73 %, schwere CDI-Fälle um 76 % und CDI-Rezidive um 39 % signifikant gesenkt wurden. Die CDI-Fälle blieben konstant und relevant unter der CDI-Inzidenz in Vergleichskliniken, die kein Probiotikum eingesetzt hatten. Labenz Fazit zur CDI-Prävention: „Die Häufigkeit und klinische Relevanz zwingen dazu, alle Maßnahmen zur Prävention zu etablieren.“ Dazu gehöre neben der Risikominimierung, lokaler Surveillance und Maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung auch der Einsatz von Probiotika bei Antibiotikatherapie, der wirksam und sicher sowie kosteneffizient sei.

Literatur

  1. Symposium „Mikrobiommodulation — hype or hope?“ anlässlich des Kongresses Viszeralmedizin 2018 am 14.9.2018 in München (Microbiotica )Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Thomas Riedel
    • 1
  1. 1.

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