Advertisement

Gastro-News

, Volume 5, Issue 6, pp 63–63 | Cite as

Chronische Hepatitis C

Mit regionalen Projekten gezielt HCV-Risikopersonen identifizieren

  • Andrea Warpakowski
infopharm
  • 14 Downloads

Die chronische Hepatitis C soll laut der Weltgesundheitsorganisation bis 2030 eliminiert werden — aber viele Betroffene sind schwierig zu erreichen. Zielgruppenspezifische regionale Projekte sollen zum Beispiel intravenös Drogenkonsumierende ansprechen und einer Behandlung zuführen.

Hohe Heilungschance mit direkt antiviral wirkenden Medikamenten

Heutzutage könne fast jeder Patient von einer chronischen Hepatitis C geheilt werden und das bei den meisten Patienten mit einer einfachen und kurzen Therapie, erinnerte Prof. Frank Tacke vom Universitätsklinikum Aachen. Die Einführung der direkt antiviral wirkenden Medikamente hat diese hohen Heilungschancen ermöglicht. Mit Glecaprevir/Pibrentasvir (Maviret®) können nahezu alle therapienaiven Hepatitis-C-Patienten ohne Zirrhose unabhängig vom Genotyp mit einer achtwöchigen Therapiedauer geheilt werden [Cornberg M et al. Global Hepatitis Summit 2018; Poster P1-182].

HCV bei i. v.-Drogenkonsum 200-mal häufiger

Nicht mehr die Therapie, sondern die Identifizierung der Betroffenen stelle heute eine große Herausforderung dar, konstatierte Dr. Stephan Vetter, Frankfurt. Er verwies auf die DRUCK-Studie des Robert Koch-Instituts: Die HCV-Prävalenz ist in der Gruppe der intravenös Drogenkonsumierenden 200-mal höher als in der Allgemeinbevölkerung [Robert Koch-Institut 2016; DOI: 10.17886/rkipubl-2016-007.2]. Für diese Hochrisikogruppe seien niedrigschwellige Beratung und Testangebote notwendig, um das WHO-Ziel zu erreichen. Ein Ansatz sind regionale Mikroeliminationsprojekte wie beispielsweise das „PLUS-Projekt“ in Ludwigshafen, das die Hürden für Drogenkonsumenten, Substituierte und Abstinenzwillige zum Zugang zu den HCV-Therapien abbauen möchte. Die regionale Drogenhilfe, niedergelassene Ärzte und Kliniken, Krankenkassen, Patientenorganisationen sowie das Jobcenter arbeiten zusammen und bieten niedrigschwellige und gezielte Angebote zur Stabilisierung und Aufklärung an. Die Projektärzte hätten berichtet, dass PLUS das Gesundheitswissen der Betroffenen gesteigert hat, diese während der Behandlung stabilisiert wurden und eine gesteigerte Therapiebereitschaft zeigen, sagte Vetter.

Literatur

  1. Symposium „Erfolgreich gegen HCV: „Morgen — Heute!“ anlässlich des Kongresses Viszeralmedizin 2018 am 13.9.2018 in München (Abbvie)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Andrea Warpakowski
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations